Max

Wie du deinen Angriffs-Rhythmus aufbaust und deinen Angriff stärkst

Kennst du diese Situation: Du hast den Ball unterlaufen und siehst nicht mehr, wo deine Gegenspieler stehen? Was bei den Topspielern so einfach aussieht, gelingt uns Freizeitspielern nicht immer: perfekt zum Ball zu stehen und damit alle Angriffsoptionen zu haben. "Mist, schon wieder falsches Timing", denken sich dann viele.

Der Fehler liegt in diesem Fall jedoch nicht im Absprungtiming, sondern bereits in der Anlaufgestaltung. Beach-Academy Coach Max Schmitz-Porten verrät dir in diesem Trainingstipp, was die häufigsten Fehler beim Anlauf zum Angriff sind und mit welchem einfachen Trick du einen guten Rhythmus aufbaust, den du immer wieder abrufen kannst.


Die drei häufigsten Fehler bei der Anlaufgestaltung


1. zu früh

Besonders im Anfängerbereich wird die Übergangsphase von der Annahme zum Angriff vernachlässigt.

Viele Spieler stürmen nach der Annahme nach vorne ans Netz und rauben sich damit den notwendigen Anlauf und Abstand vom Ball.

2. zu spät

Ein anderer, weit verbreiteter Fehler: Der Side-Out-Spieler bleibt nach der Annahme stehen, um erst einmal das Zuspiel abzuwarten.

Aus diesem Grund gerät er unter Zeitdruck und ist zu spät zum Angriff.

3. Falscher Anlaufweg

Die Annahme ist nicht optimal und weit vom Netz. Wenn du an deinem Standardanlauf Richtung Netz festhältst und dich eng zum Zuspieler bewegst (enges Spielkonzept), wirst du den Ball kurzzeitig aus den Augen verlieren und wahrscheinlich im Angriff unterlaufen. Ein harter Schlag wird kaum noch möglich sein und die Wahrnehmung der Gegner gestaltet sich schwierig.


Das Geheimniss eines guten Anlaufs

Das Geheimnis eines guten Anlaufs liegt darin, dass du immer wieder den gleichen Anlaufweg und Rhythmus hast. Das gelingt dir, indem du stets von der gleichen Position startest und der Abstand zum Ball der gleiche bleibt. Diese Position hat Max „"Get-Ready-Position“" getauft, du kannst sie auch als deine "Haltestelle" bezeichnen.




Der richtige Winkel

Wichtig ist auch, dass du für deine Positionierung den richtigen Winkel zum Zuspieler wählst, so dass du den Ball immer gut im Auge behalten kannst (siehe auch Abb.). Du schaffst durch deine frühzeitige Positionierung eine stereotype Angriffssituation, so dass es dir deutlich leichter fallen wird, deinen immer wiederkehrenden Angriffsablauf/Rhythmus auf das Zuspiel anzupassen. Du machst dir das Leben unnötig schwer, wenn du jedes Mal von woanders aus zum Angriff starten musst und dadurch ständig ein anderes Timing hast. Bitte beachte: Die Zeichnung ist für einen Rechtshänder, der beim Angriff auf der linken Seite immer leicht schräg anlaufen sollte.

Ein weiterer Pluspunkt

Du schaffst bei deinem Partner Vertrauen, weil du durch deine frühzeitige Positionierung anzeigst, wo du den Ball haben möchtest. Unterstütze dies zusätzlich durch einen Call („"bei dir"“ oder z.B „"außen"“) und dein Partner wird es dir danken und dich noch häufiger in eine gute Angriffsposition bringen! Insbesondere aus einer schlechten Annahme schenkt man den Angriff häufig viel zu früh ab, bleibt stehen und spielt demzufolge nur noch einen „Dankeball“ als Geschenk rüber. Daher: Fordere deinen Partner und signalisiere frühzeitig durch deine Angriffsvorbereitung (gepaart mit einem Call), dass du auch aus einer schwächeren Annahme einen guten Angriff erzwingen willst. Das mag anfangs womöglich ein wenig Übung erfordern und sehr anspruchsvoll sein, wird euer Spiel auf Dauer aber sehr beschleunigen und eure Side-Out-Quote verbessern.

"Nicht zu früh loslaufen", so Coach Jan Romund.

Wie finde ich meine Get-Ready-Position? Übungen für das Einzel-, Team- und Gruppentraining

Welche Ausgangsposition für dich die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise deiner Schrittlänge und Dynamik ab. Um deine eigene „Get-Ready-Position“ zu finden, kannst du eine Wasserflasche, einen Flip-Flop oder eine andere Markierung nehmen und diese ca. 2 - 3 m vom Netz entfernt in den Sand legen. Von dort führst du nun einmal deinen Angriffsrhythmus (Auftaktschritt + Stemmschritt + Schlagbewegung) durch. Dabei solltest du in deiner Endposition auch nach der Landung das Netz  nicht berühren (auch nicht mit dem Schlagarm). Wenn das jetzt der Fall ist, verschiebst du deine Markierung einfach so lange nach hinten und probierst es von der angepassten Startposition erneut, bis du deine individuelle „Get-Ready-Position“ gefunden hast und der Abstand vom Netz perfekt ist.

 

·        Übung 2: Du steht mit deinem Mitspieler in der Annahme auf euren Positionen und hältst einen Ball in der Hand. Dann wirfst du den Ball wahlweise wie eine gute Annahme oder wie eine schwächere, passive Annahme. Versuche, deine Anlaufgestaltung der Situation gemäß richtig anpassen und ruf deinem Mitspieler zu, wo du das Zuspiel benötigst.

·         Übung 3: Ihr steht als Team auf der Side-Out-Seite und bekommt bewusst ganz lange und ganz kurze Aufschläge serviert. Ziel ist es, jedes Mal nach der Annahme trotz des nicht idealen Laufwegs wieder die „Get-Ready-Position“ zu erreichen, von dort den Angriff zu initiieren und den Punkt zu erspielen. Tipp: Nehmt euch vor, jeden Ball hart anzugreifen! Dies dient der Selbstkontrolle und zeigt, dass ihr euch durch eure Angriffsvorbereitung wirklich noch alle Optionen offen halten könnt.

 

 

 

 

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