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Freitag, 03. Juli 2009 - 20:20 (1 Jahre) - Von: beach-volleyball.de/ansc/thfo
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WM Stavanger: Doppelsieg für Deutschland
Ein häufiges Bild an diesem Tag - Reckermann blockt Gibb, Klempeng gehen ab nach dem Sieg über Kais/Vesik
Julius Brink und Jonas Reckermann haben nach David Klemperer/Eric Koreng ebenfalls einen Sieg im Achtelfinale erzielt und zogen somit ins Viertelfinale der WM in Stavanger ein. In einem interessanten Match war Reckermann der entscheidende Spieler. Jonas Reckermann blockte Jake Gibb (Foto) zur Verzweiflung. Zuvor siegten Klemperer/Koreng mit 2:0 über Kais/Vesik aus Estland. Somit stehen nach dem achten Turniertag noch zwei deutsche Duos unter den Medaillenkandidaten...
Reckermann nimmt Gibb auseinander
Julius Brink und Jonas Reckermann haben mit einem beeindruckenden 2:0-Satzsieg (21-18, 21-16) gegen die Amerikaner Jake Gibb/Sean Rosenthal das Viertelfinale der Beach-Volleyball Weltmeisterschaft 2009 in Stavanger erreicht. In einem Spiel auf hohem Niveau war Jonas Reckermann der herausragende Spieler an diesem Nachmittag. Der 2,00 Meter große Blockspieler vom 1. FC Köln nahm Jake Gibb im Angriff förmlich auseinander. Besonders Ende des ersten Satzes verhalf diese Dominanz dem deutschen Duo zum Satzgewinn. Beim Stand von 17:18 blockte Reckermann nach einer Auszeit den US-Amerikaner vier Mal in Folge zum 21:18. Im zweiten Satz folgten nochmals drei direkte Blocks, sowie viele Aktionen an denen Jonas seine Finger dran hatte. "Die Amerikaner waren ein harter Brocken Arbeit. Im Endeffekt waren die Blocks ausschlaggebend für den Erfolg, natürlich haben wir diese durch unser Spiel gut vorbereitet."
Das Spiel begann mit einem Kuriosum. Julius Brink nahm bereits vor dem ersten Punkt ein medical Timeout. Wer an taktisches Geplänkel der beiden glaubte, sah sich getäuscht. "Vor dem Spiel musste ich noch mal auf die Toilette. Auf dem Weg habe ich eine Stufe übersehen und mir eine Verletzung am Fuß zugezogen. Mit dieser Wunde konnte ich das Spiel nicht beginnen, daher mussten wir den Zeh vorher tapen", so Brink lachend. Nachdem der Zeh verarztet war, legte das Duo einen guten Start ins Match hin. Eine Aufschlagserie von Brink brachte zunächst eine beruhigende Führung. Die Amerikaner zeigten sich davon eher unbeeindruckt und spielten ihr gewohnt sicheres Spiel. Julius Brink verhalf den Nordamerikanern durch Probleme im Sideout zu einer kurzzeitigen 6:7-Führung. Der Abwehrspieler steigerte sich jedoch von Punkt zu Punkt. Zu Mitte des Satzes lagen beide Teams gleich auf, bis Jonas Reckermann den Schwachpunkt im Angriffspiel der Amerikaner ausgemacht hatte.
Der zweite Satz begann so, wie der erste geendet war. Reckermann blockte direkt im ersten Angriff erneut Gibb. Dieser wirkte zunehmend frustriert und fand dann bei einem Punkt Mitte des zweiten Satzes ein Ablassventil. Das durch drei Blocks von Jonas erneut in Rückstand geratene US-Duo akzeptierte eine zugegeben strittige Entscheidung genau zur technischen Auszeit nicht. Julius und Jonas gingen entspannt ob der beruhigenden 13:8-Führung auf die Teambank. Jake Gibb diskutierte derweilen mit dem Schiedsrichter über den aus seinen Augen nicht gegebenen Punkt. Geholfen hat es dem Blockspieler nicht. Außer einer vergebenen Erholungspause sowie einem erhöhten Puls, gab es für Rosenthal trotz heftiger "are you nuts"-Proteste nichts zu holen beim brasilianischen Schiedsrichter Elzir Oliveira.
Julius und Jonas konnte es egal sein, das Duo spielte konzentriert weiter. Gibb/Rosenthal konnten zwar noch einmal auf 14:10 heran kommen, beim Stand von 20:15 war das Spiel für Brink/Reckermann jedoch unter Dach und Fach. Mit diesem Sieg zog das deutsche Duo ins Viertelfinale ein. Dort treffen die beiden nun auf Emanuel/Ricardo aus Brasilien. Julius Brink sieht der Partie gelassen entgegen. "Gegen Emanuel/Ricardo haben wir in der Vergangenheit immer sehr gut ausgesehen und können, glaube ich, eine positive Bilanz aufweisen. Es wird ein interessantes Spiel werden. Wenn wir unsere heutige Leistung erneut abrufen können, bin ich guter Dinge, dass wir auch gegen die Brasilianer als Sieger vom Platz gehen werden."
Sean Rosenthal war nach dem Spiel enttäuscht. "Wir haben heute ein gutes deutsches Duo gesehen, dass uns mit gutem Service und einem überragenden Block besiegt hat. Mit der WM bin ich spielerisch insgesamt zufrieden. Über das letzte Spiel heute bin ich maßlos enttäuscht." Gibb/Rosenthal belegten in Stavanger den neunten Platz.
Halbfinals der Damen: USA und Brasilien unter sich
Nach Ende des Turniertags am Freitag stehen bei den Damen die Halbfinals fest. Sicher ist bereits jetzt, dass der Weltmeister aus den dominierenden Nationen USA oder Brasilien kommen wird. Dabei treffen im ersten Halbfinale (Samstag, 11.07 Uhr) Boss/Kessy aus den USA auf die Brasilianerinnen Ana Paula/Shelda aus Brasilien. Im zweiten Halbfinale gibt es zwischen Juliana/Larissa und Antonelli/Talita ein rein brasilianisches Duell. Als bestes europäisches Duo schnitten bei dieser WM Schwaiger/Schwaiger aus Österreich und Van Iersel/Keizer aus den Niederlanden mit Platz Fünf ab.
Spiele am Samstag mit deutscher Beteiligung
14:15 Uhr, Klemperer/Koreng GER - Marcio Araujo/Fabio Luiz BRA
16:07 Uhr, Brink/Reckermann GER - Ricardo/Emanuel BRA
Alle Ergebnisse, Infos, der LIVETICKER und Fotos aus Stavanger
Klemperer/Koreng im Viertelfinale gegen Fabio/Marcio
David Klemperer/Eric Koreng gewannen bei sonnigen 31° C souverän gegen Kristjan Kais/Rivo Vesik (21-12, 21-18).
Der erste Satz ging schnell mit 21:12 an Klempeng. In den zweiten Satz starteten die Deutschen Meister mit einem Rückstand, der auf Sideoutfehlern beruhte (5:7). Eric blockte zum Ausgleich (7:7), und von da an baute das Duo seine Führung immer mehr aus. Mit druckvollen Aufschlägen und guter Block-Abwehr-Arbeit machten Klempeng den Sack zu (21:18).
"Wir waren körperlich top-fit und präsent", sagte Eric Koreng nach dem Match, "zwar waren wir im zweiten Satz bei einigen Punkten unkonzentriert, die Spannung war minimal raus, vielleicht haben wir uns auch schon zu sicher gefühlt. Doch zum Schluss haben wir wieder gut gekämpft, haben einen langen Ballwechsel entschieden und dadurch wieder ein Stück an Selbstbewusstsein gewonnen."
Rivo Vesik sagte nach dem Match: "Es gibt mal gute mal schlechte Tage und heute war ein schlechter Tag, aber immerhin besser heute als gestern. Insbesondere ich habe einen schlechten Tag erwischt, und die Deutschen haben sehr selbstbewusst gespielt." Dennoch war er zufrieden mit dem neunten Platz bei der WM: "Wir waren im starken Pool und sind froh, dass wir ihn geschafft haben. Damit haben wir unser Minimalziel erreicht."
Nach dem Turnieraus von sieben deutschen Teams will David jetzt alles geben, um die deutsche Fahne möglichst lange hochzuhalten: "Wir hatten vor der WM gesagt, es ist egal, wer hier eine Medaille holt, Hauptsache, wir holen eine. Wir hatten hier sechs Gruppensiege und auf europäischer Tour sind wir ganz vorn. Schade aber, dass das DOSB-Fördersystem nur die Leistungen auf zwei Höhepunkten – Olympia und WM – in Betracht zieht. Daher hoffen wir, dass wir jetzt auch auf solch einem Höhepunkt vorn landen."
Im Viertelfinale treffen Klemperer/Koreng auf Fabio/Marcio. "Wir freuen uns", sagte Eric, "Wir hatten schon immer schöne Spiele gegen die beiden. Wir werden alles geben und gegen Olympia-Zweite ist man ja auch höchst motiviert. Ich hoffe, wir spielen auf dem Centre Court."
Heuscher/Heyer unterliegen Fabio/Marcio
Sascha Heyer und Patrick Heuscher haben ihr Spiel gegen die Brasilianer Fabio/Marcio um den Einzug ins Viertelfinale unglücklich verloren (18:21, 22:24). Im ersten Satz vergaben die Schweizer eine 17:14-Führung und verloren den Satz mit 18:21. Im zweiten Satz kämpften sich Sascha und Patrick mit starkem Kampfeinsatz zurück. Sie schafften es, den Rückstand von 14:18 aufzuholen und bei 20:20 auszugleichen, u.a. dank Patricks guten Servicewinnern. Sechs Matchbälle wehrten danach Heuscher/Heyer ab, bevor eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung bei 22:22 die Brasilianer wieder in Führung brachte. Den siebten Matchball ließen sich die Silbermedaillen-Gewinner von Peking nicht nehmen und jubelten über den Sieg. Fabio sank in den Sand und bedankte sich gen Himmel.
"Ich nehme die Niederlage auf meine Kappe", sagte Heuscher, "Schade, wenn man den Satz nicht zumachen kann, nachdem man sich so gut zurückgekämpft hat, aber ich habe mich überhaupt nicht wohle gefühlt auf dem Feld." Über die Leistung bei der WM sagte er: "Das war ok. Wir waren im schweren Pool mit Brasilianern und Amerikanern, und es war nicht selbstverständlich, dass wir als erster den Pool verlassen."
Die Schweizer verabschieden sich somit als Neunter aus dem WM-Turnier.
Schweiz gegen Brasilien
Auf ein spannendes Match auf dem Centre Court können sich die Zuschauer freuen: Um 16:07 Uhr spielen die Schweizer Sascha Heyer und Patrick Heuscher gegen die Brasilianer Marcio Araujo/Fabio Luiz. Die Schweizer präsentieren sich diese Saison sehr stark. Sie holten auf der CEV-Tour eine Gold- und eine Silbermedaille (Gran Canaria und Berlin) und zeigten auch in Stavanger sehr souveräne Leistung. Die Brasilianer wurden 2005 in Berlin Weltmeister und holten bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Silber, aber bei dieser WM waren sie erst durch eine Wild Card startberechtigt, weil die Konkurrenz aus dem eigenen Lande sie in der Rangliste überholt hatten, und sie als fünftes Team hätten nicht antreten dürfen.
Goller/Ludwig Neunte
Sara Goller/Laura Ludwig verlieren in drei Sätzen gegen die US-Girls Angie Akers/Tyra Turner (21:17, 21:23, 11:15). Während das USA-Duo ganz solide und unbeeindruckt ihre Sideouts durchbrachte, zeigte Sara Goller Nerven im Angriff aus der Annahme.
Die Spielanalyse
Im ersten Satz starteten die Deutschen mit einem 0:4-Rückstand, da Sara Fehler im Sideouts machte. Doch kampfstark und mental arbeiteten sich Sara und Laura Punkt für Punkt zurück und schafften, den Satz mit 21:17 für sich zu entscheiden. Insbesondere profitierte das Team von Trainer Craig Seuseu von guten Aufschlägen, Saras Blocks und Angriffsfehlern von dem US-amerikanischen Team.
Der zweite Satz war ein wahrer Krimi, leider mit dem besseren Ende für die US-Amerikanerinnen. Sara und Laura starteten in den zweiten Durchgang viel besser als in den ersten, doch ein Netzroller von den USA und ein anschließender Sideoutfehler von Laura und Sara brachten die Gegnerinnen in Führung (3:6). Auch hier kämpften sich Goller/Ludwig zurück. In der Endphase gelang endlich das wertvolle Break zum 18:17. Bei 20:19 hatten die Deutschen einen Matchball bei eigenem Aufschlag. Laura holte die Abwehr, doch den Ball konnten sie nicht mehr erfolgreich verwerten. Gleich daraufhin breakten die USA zum 20:21. Bei 21:21 hatte Sara die Chance, mit ihrem gefährlichen Sprungaufschlag, ein Break zu bewirken, doch dieses Service landete im Aus. Anschließend agierte Sara im Sideout nicht aggressiv genug, spielte den Ball leicht erreichbar für Angie Akers, die sich die Chance zum Satzausgleich nicht entgehen ließ (21:23).
Nach der Pause starteten Sara und Laura gleich mit einem Break in den dritten Durchgang. Ein weiteres Mal holte Laura den Ball in der Abwehr, konnte aber den Ball nicht verwandeln und vergab so die Chance, mit 2:0 in Führung zu gehen. Dass Sara nerven zeigte, verrieten ihre nicht zwingend an die Linien, sondern "halbherzig" locker in die Mitte des Feldes gespielten Angriffe aus der Annahme. Als die USA zum 8:11 "breakten", war der Drops gelutscht. Zu sicher und stabil waren Angie und Tyra in ihren Aktionen. Zwar weckte das Ass von Laura bei 10:12 noch letzte Hoffnungen, die Mädels könnten das Blatt doch noch wenden, aber kein Break wollte mehr gelingen. Mit einem Netzroller-Ass beendete Tyra Turner das Match (11:15).
Die Stimmen zum Spiel
"Nervosität macht einen 'tight'. Wir hatten wohl Angst vorm Gewinnen. Wir waren nicht locker genug, nicht schnell wie sonst", sagte Laura. Saras Fazit fiel wie folgt aus: "Ziel war es, unser bestes Beach-Volleyball zu spielen. Das haben wir nicht geschafft, und deswegen sind wir enttäuscht."
Angie Akers: "Ich hatte einfach das Gefühl, dass wir nichts zu verlieren hatten, nachdem wir einen Satz hinten lagen. Wir haben entspannt und aggressiv gespielt und haben unsere Stärke ausgespielt, und unsere Stärke ist Power." Und Tyra ergänzte: "Wenn Dinge passieren und die Teams andere Sachen gegen uns machen, verlieren wir zwar Punkte, aber wir reden darüber und lernen daraus. Und deswegen hat sich das Spiel am Ende zu unseren Gunsten gedreht. Im dritten Satz ging unser Plan völlig auf." Im Viertelfinale treffen Akers/Turner auf ihre Landsfrauen Jennifer Kessy/April Ross. "Wir konzentrieren uns auf das, was wir können", sagte Tyra im Hinblick auf das amerikanische Duell.
Nun ruhen alle Hoffnung auf den zwei Männer-Duos Julius Brink/Jonas Reckermann, David Klemperer/Eric Koreng, die heute Abend um 17:07 Uhr bzw. 17:15 Uhr gegen Gibb/Rosenthal und Kais Kr./Vesik um den Einzug ins Viertelfinale spielen.
Mentale Stärke
Die Art und Weise, wie die drei deutschen jungen Duos Holtwick/Semmler, Dollinger/Urbatzka und Goller/Ludwig ihre Spiele verloren haben, ist auffällig. Sie konnten unter dem Druck, den eine WM mit sich bringt, ihre normalen Leistungen nicht abrufen, machten Fehler, die sie sonst nicht machen. Dies lässt vermuten, dass sie mental noch dazu lernen müssen.
Überraschungssieg in der Frauen-Konkurrenz
Als eine Überraschung kann der Sieg der Niederländerinnen Marleen Van Iersel/Sanne Keizer gegen die Brasilianerinnen Maria Clara/Carol gewertet werden. Die an Vierzehn gesetzten Niederländerinnen setzten sich in drei Sätzen (19-21, 21-19, 15-13) gegen die Salgado-Schwestern, die an Acht gesetzt waren, durch.
Die Spiele der Deutschen am 3. Juli
17:07 Uhr Brink-Reckermann GER [3] Gibb-Rosenthal USA [23
17:15 Uhr Klemperer-Koreng GER [6] Kais Kr.-Vesik EST [16]
Der Zeitplan für Samstag, 4. Juli
Die Final-Four-Spiele der Frauen werden am Samstag zu folgenden Zeiten ausgetragen:
11:07 Uhr Halbfinale: Gewinner Spiel 97 - Gewinner Spiel 98
12:37 Uhr Halbfinale: Gewinner Spiel 99 - Gewinner Spiel 100
17:37 Uhr Bronze: Verlierer Spiel 101 - Verlierer 102
19:07 Uhr Gold: Gewinner Spiel 101 - Gewinner Spiel 102
Der Zeitplan für Samstag, 5. Juli
Die Final-Four-Spiele der Männer werden am Sonntag zu folgenden Zeiten ausgetragen:
11:07 Uhr Halbfinale: Gewinner Spiel 97 - Gewinner Spiel 98
12:07 Uhr Halbfinale: Gewinner Spiel 99 - Gewinner Spiel 100
14:37 Uhr Bronze: Verlierer Spiel 101 - Verlierer 102
16:07 Uhr Gold: Gewinner Spiel 101 - Gewinner Spiel 102
Alle Ergebnisse, Infos, der LIVETICKER und Fotos aus Stavanger








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