Beach-Volleyball-Kurs für Turnierspieler - Lektion 1


In dieser Einheit dreht sich alles darum, wie du deinen Gegner von der ersten Sekunde an unter Druck setzt. Das Erfolgs-Geheimnis: dein Aufschlag! Mit einem starken Aufschlag punktest du direkt. Und mit der richtigen Taktik zwingst du deinem Gegner dein Spiel auf. Wir starten mit der Frage, die sich jedes Team vor dem Match stellt.


Über welchen Spieler soll ich spielen?


Mit deinem Aufschlag bestimmst du, wer annimmt, wer zuspielt und wessen Angriff ihr abwehren müsst. Du gibst den Spielaufbau des Gegners vor und kannst dir seine Schwächen zu Nutze machen.


Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Wahl des Annahmespielers

Euer Ziel ist es, die Schwächen des Gegners zu nutzen und seine Stärken zu meiden. Um die richtige Entscheidung zu treffen, solltet ihr drei Spielelemente analysieren: die Annahme, das Zuspiel und den Angriff.

Drei Beispiele für Entscheidungen:

- Man spielt den annahmeschwächeren Spieler an, um direkte Punkte durch Annahmefehler zu erzielen.
- Man spielt den angriffsschwächeren Spieler an, um die Chancen in der Abwehr zu erhöhen.
- Hat ein Spieler ein schwaches Zuspiel, spielt man seinen Partner an - ein schlechter Pass erschwert den Angriff.

Aufschlagtaktiken und Tipps




    Die wichtigste Regel gleich vorab: Du solltest bei jedem Aufschlag einen Plan haben. Den Ball fehlerfrei auf eine Feldhälfte zu bringen zählt auf deinem Niveau nicht als Plan. Du weißt stattdessen, warum du mit welcher Aufschlag-Technik wo genau hin schlägst und versuchst, den Plan so oft wie möglich umzusetzen. Beispiele dazu folgen.

    Starte von Beginn an mit starken Aufschlägen. Lasse den Gegner erst gar nicht ins Spiel kommen und seinen Rhythmus finden.

    Je stärker das gegnerische Team im Side-Out ist, desto größer darf das Risiko sein, das du mit deinem Aufschlag eingehst. Optimal wäre natürlich ein Ass und damit ein direkter Punktgewinn. Aber auch jede schwache Annahme, die das Zuspiel schwieriger macht, ist bereits ein Erfolg. Denn sie erhöht direkt deine Chancen in der Abwehr.

    Habe immer dein Ziel beim Aufschlag vor Augen. Nimm dir exakt den Punkt vor, wo der Ball landen soll. Keine Feldhälfte, nicht "kurz oder lang" - stell dir den Abdruck vor, den dein Ass hinterlassen würde.

    Mit dem Ziel, das du anvisierst, kannst du den Angriffsort bestimmen und deinem Gegner Lieblingsschläge erschweren. Ein Beispiel: Ein Spieler greift gerne nah an den Antennen an, um Winkel zu schlagen. Dann zwinge ihn, in der Feldmitte anzunehmen. Er wird dort angreifen oder seinen Anlauf anpassen müssen.

    Variiere deine Aufschläge, sodass der Gegner nie weiß, was als nächstes kommt. Einen erfolgreichen Aufschlag, mit dem du ein Ass erzielt hast, darfst du natürlich wiederholen.

    Versuche immer, den Annahmespieler in der Annahme in Bewegung zu bringen. Muss er sich bewegen, wird die Annahme und damit der Spielaufbau schwieriger. Hole deinen Gegner raus aus seiner Komfortzone.

Aufschlag in die Mitte

Langer Aufschlag

Kurzer Aufschlag



Aufschlag bei Wind und Sonne


Je nach Witterungsbedingungen solltest du deinen Aufschlag anpassen und dir Wind und Sonne zu Nutze machen. Denn richtig eingesetzt helfen dir die äußeren Einflüsse, den Gegner unter Druck zu setzen.



Wie nutze ich die äußeren Bedingungen?


Der Wind ist der wichtigste äußere Einflussfaktor beim Aufschlag, das solltet ihr schon bei der Auslosung vor dem Spiel berücksichtigen. Der Aufschlagspieler kann deutlich mehr Druck mit Aufschlägen in den Wind als mit Rückenwind machen. Wenn ihr also die Wahl habt, nehmt zunächst die Gegenwindseite. Ein hart in den Wind geschlagener Topspin Aufschlag ist eine gefährliche Waffe, da er sich unglaublich schnell senkt und damit unberechenbar ist. Solltet ihr auf der Rückenwindseite beginnen, könnt ihr mit einem langen Float-Aufschlag, mit dem Wind, mindestens genauso viel Druck erzeugen.

Aber auch die Sonne kann dem Annahmespieler die Annahme erschweren. So kann man mit hohen Aufschlägen direkt aus der Sonne arbeiten oder zu späterer Stunde die sich senkende Sonne nutzen, um daraus auf den Gegner aufzuschlagen. Wenn dein Schatten direkt auf den Annahmespieler zeigt, kommt dein Aufschlag für ihn aus der Sonne.




Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags


Aufschlagtechniken


Je mehr Aufschlagtechniken du sicher beherrschst, umso mehr Möglichkeiten hast du, den Gegner unter Druck zu setzen. Es gibt Annahmespieler, die mit Flatteraufschlägen nicht zurechtkommen, während andere größere Probleme mit gut platzierten Topspin Aufschlägen haben. Welche Technik willst du noch erlernen oder perfektionieren? Wie wäre es mit dem ...



Topspin Sprungaufschlag

Habe als Rechtshänder den rechten Fuß vorne und strecke den rechten Arm gerade nach vorne. Der Ball liegt auf der Handinnenfläche. Beim Anwurf bleibt der Arm gestreckt, das hilft bei der Konstanz der Flugkurve. Im Stand ist das Gewicht auf dem rechten, vorderen Fuß. Der Anwurf ist idealerweise vor der rechten Schulter und lieber ein wenig zu hoch als zu flach, aber vor allem offensiv. Man benötigt beim Sprungaufschlag viel Topspin, sonst wird der Ball zu lang. Nach dem Anwurf kommt der Stemmschritt (links-rechts-links). Wichtig hierbei ist die gute Bogenspannung aus deinen Bauchmuskeln und der hohe Treffpunkt des Balles.

Der Sprungaufschlag mit Topspin ist eine sehr offensive Aufschlagsvariante. Das Ziel: Ein Ass. Er ist daher im Idealfall hart geschlagen und gleichzeitig gut platziert. Durch die Rotation des Balles ist er gerade bei Gegen- oder auch Seitenwind eine sehr gefährliche Waffe.



Ablauf des Topspin Sprungaufschlags


Bild 1: Das Einstemmen mit rechts

Bild 2: Absprung mit vorher nach oben geschwungenen Armen

Bild 3: Die hohe Bogenspannung

Bild 4: Treffen des Balles mit lang gestrecktem Arm

Bild 5: Landephase



Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags


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Jump-Float Aufschlag

Der optimale Ball-Anwurf ist bei dieser Aufschlagvariante extrem wichtig: Halte dazu den Ball in beiden Händen und setzte das rechte Bein (für Rechtshänder) in der Ausgangsposition nach vorne. Die Bauchmuskeln werden angespannt und der Blick bleibt auf den Ball gerichtet. Achte auf einen Anwurf, der den Ball vor deine Schlagschulter und vor deinem Körper positioniert. Wirf den Ball exakt so hoch an, dass du ihn am höchsten Punkt treffen kannst. Du springst mit hoher Körperspannung ab und führst Arm und Handfläche schnell zur Ausholbewegung nach hinten. Dann folgt der schnelle Armzug und Schlag gegen den Ball. Zum Erfolg führen ein stabiles Handgelenk, eine angespannte, flache Hand und der möglichst mittige Treffpunkt des Balles.
Wenn dir das alles gelingt, werden deine Aufschläge zum Geschoss und der Gegner wird kräftig unter Druck gesetzt.

    Übungen zum Training des effektiven Aufschlags

Isolierte Übung

Markiert euch mit Hütchen, Schlappen oder sonstigen Gegenständen gezielte Bereiche des gegnerischen Feldes. Nun versucht ihr diese Punkte mit eurem Aufschlag zu treffen. Doch Achtung! Das reine Treffen der Gegenstände reicht nicht. Ihr müsst von Anfang an mit Druck aufschlagen und volles Risiko gehen. Seid ihr zu 2. oder mit mehreren Spielern könnt ihr einen Wettkampf draus machen, wer die meisten Gegenstände trifft.

Spielnahe Übung

Wenn ihr zu 2. seid, steht ihr euch, durch das Netz getrennt, in einem der beiden Halbfelder gegenüber. Habt ihr ein gegnerisches Trainingsteam, steht dieses auf dem ganzen Feld in der Annahme. Nun versucht ihr euren Gegner mit einem druckvollen Aufschlag zu überwinden. Es gilt folgendes Punktesystem:

 2 Punkte:   Direktes Ass (keine Berührung der Annahmespieler)/ indirektes Ass (1 Berührung des Annahmespielers)
 1 Punkt:     Punktgewinn nach unkoordiniertem Spielaufbau, mit folglich einem leicht abzuwehrenden Angriff, des Gegners
 0 Punkte:   Punktgewinn trotz gutem Spielaufbau des Gegners
 -1 Punkt:    Direktes Sideout der Gegner

Tauscht unbedingt die Aufschlagseiten und Positionen des Aufschlags, gerade wenn Wind weht oder euch die Sonne ins Gesicht scheint.

    Spielform: Aufschlag unter hoher Belastung


Ein Team ist in der Annahme, ein Team im Aufschlag. Ein Spieler wehrt fünf Bälle ab, die vom Partner schnell hintereinander angeworfen werden. Nach der Belastung geht der Abwehrspieler direkt zum Aufschlag und hat die Aufgabe, eine markierte Zone zu treffen. Trifft er, erhält er einen Punkt und darf weiter aufschlagen. Verfehlt er die Zone, "muss er zurück in die Abwehr". Nach beispielsweise zehn Abwehrserien wird gewechselt. Wer am meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt. Je zielsicherer ihr seid, desto kleiner darf natürlich die Zielzone werden.

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