Beach-Volleyball-Kurs für Turnierspieler - Lektion 2


Herzlich willkommen zurück. Schön, dass du wieder dabei bist. Nachdem du in der letzten Woche alles über den Aufschlag und darüber, wie du den Gegner von der ersten Sekunde an unter Druck setzen kannst, erfahren hast, kümmern wir uns heute um das Thema Zuspiel.
Ziel dieser Lektion: Noch besser zuspielen, variationsreicher zuspielen, das Zuspiel aus schwierigen Situationen meistern und die Kommunikation zwischen Angreifer und Zuspieler verbessern. Auf geht´s :)


Die Aufgaben des Zuspielers


Wie verschaffe ich mir im Zuspiel noch vor dem Ballkontakt die beste Ausgangsposition? Was muss ich beim Zupiel sonst noch beachten? Und wie kann ich meinen Angreifer perfekt in Szene setzen? All diese Knotenpunkte erfährst du im kommenden Abschnitt.







Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

© beach-volleyball.de


Zuspielvorbereitung

Schau einmal nach links auf das Schaubild. Wir gehen Schritt für Schritt die Zuspielvorbereitung mit dir durch.

1. In der Vorbereitung gilt es, zunächst zu erkennen, auf wen der Gegner aufschlägt. Wer nicht annimmt, wird Zuspieler.

2. Sobald du erkannt hast, dass dein Partner annimmt, bewegst du dich zur Zentralen Position (Richtung Zuspielort) und damit meist zur Feldmitte. Du richtest dich dabei zur gegenüberliegenden Antenne aus und beobachtest deinen Partner (Annahmespieler).

3. Nach der Annahme deines Partners läufst du von der Zentralen Position aus zum Zuspielort und damit direkt zum Ball.

Von der zentralen Ausgangsposition kanst du alle möglichen Annahmebälle gut erreichen. Ist die Annahme gut, so hast du die Hälfte des Weges schon absolviert, bist schneller am Ball und hast mehr Zeit für das eigentliche Zuspiel. Aber auch schlechte Annahmebälle sind von der zentralen Position in alle Richtungen gut zu erreichen. Nutze diese Bewegung und mache dir das Zuspiel leichter.

Wenn du jetzt vor dem Zuspielkontakt noch in eine stabile Schrittstellung kommst und dich im Zuspiel passend ausrichtest, ist das optimale Zuspiel bestens vorbereitet.



Abweichen vom Standard-Zuspiel


Je nach Witterungsbedingungen oder Annahme kann es vorkommen, dass du "über Kopf" zuspielen musst. Auch um deinen Gegner zu verwirren und seine Abwehrtaktik über den Haufen zu schmeißen, ist das Über-Kopf-Zuspiel eine hilfreiche Option.



Zuspiel über Kopf


Bei der Ausführung gelten die gleichen Prinzipien wie beim oberen Zuspiel, nur die Zuspielrichtung ändert sich. Der Ball wird nach hinten, also über den Kopf gespielt. Dazu musst du dich etwas mehr unter dem Ball positionieren als gewohnt.

Ein Hohlkreuz ist hierbei nicht unbedingt notwendig, da du das Zuspiel immer noch eng bei dir halten möchtest und dem Gegner nicht zu früh signalisieren willst, dass dein Pass über Kopf gespielt wird. Ganz wichtig ist es, den Ball in Schulterachse zu spielen. Das erleichtert dir die Präzision und senkt das Risiko technischer Fehler.






Zuspiel bei schwacher Annahme


Kennst du das? Der Gegner schlägt gut auf und deinem Partner gelingt keine gute Annahme? Der Ball landet im Hinterfeld und es entsteht eine schwierige Zuspielsituation? Damit du bald auch aus dieser schwierigen Lage perfekt zuspielen kannst, folgen einige Tipps.







Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

© beach-volleyball.de


Zuspiel aus dem Hinterfeld

Ist die Annahme vier Meter oder mehr vom Netz entfernt, spricht man vom "Zuspiel von netzentfernten Bällen".

Achte nach wie vor auf einen festen Stand und auf die richtige Ausrichtung. Beim Zuspiel aus dem Hinterfeld kommt das untere Zuspiel häufiger zum Einsatz, da du so mehr Kontrolle über den Ball hast und technische Fehler vermeidest.

Das Zuspiel wird über eine etwas längere Distanz gespielt und der Angreifer wählt eine etwas weiter vom Zuspieler entfernte Ausgangsposition zum Anlauf.

Vor dem eigentlichen Zuspiel ist die Kommunikation beider Spieler extrem wichtig. Sollte die Annahme missglücken, müsst ihr schnellstmöglich kommunizieren, dass ihr vom Standardzuspiel abweicht.

Der Angriffsort verschiebt sich im Gegensatz zum Standart-Angriff weiter nach außen. Je weiter du vom Netz entfernt zuspielt, desto weiter sollte der Pass nach außen geschoben werden - auch wenn der Anlaufweg für den Angreifer schwieriger wird und trotz der höheren Streuung durch den langen Ballflugweg. Denn der Angreifer hat dadurch eine bessere Position zum Ball und das Zuspiel kommt nicht aus seinem Rücken.

Spiele den Ball in einem hohen Bogen ans Netz. Ein hoher Ballflugweg gibt dem Angreifer genügend Zeit, um seinen Angriff vorzubereiten.



Anlaufgestaltung und Zuspielcall


Du kennst nun verschiedene Möglichkeiten, um den Ball zuzuspielen. Für die oben erwähnten Zuspielvarianten, zeigen wir dir im nächsten Abschnitt den passenden Anlaufweg zum Angriff und erklären, wie die Kommunikation vor dem Zuspiel aussehen sollte.


Welchen Anlaufweg muss ich bei welchem Zuspiel wählen?

Je nach Spielaufbau unterscheiden sich auch die Zuspielvarianten und damit die Ballflugwege. Passend zu jedem Zuspiel gelten verschiedene Anlaufwege für den Angreifer.

Damit eure Aktionen während des Spielaufbaus perfekt aufeinander abgestimmt sind, solltet ihr rechtzeitig und gezielt kommunizieren. Hier kommen die Zuspielcalls ins Spiel.

Kurz nach der Annahme ruft der Annahmespieler, der zum Angreifer wird, seinem Zuspieler zu, wie er den Ball gerne zugespielt bekommen möchte. So kann sich der Zuspieler frühzeitig vorbereiten und das Zuspiel ist auf den Anlaufweg des Angreifers abgestimmt.

In den folgenden Schaubildern ist erklärt, wie der Angreifer (ob Rechts- oder Linkshänder) anlaufen sollte, um mit voller Dynamik angreifen zu können.

Das Geheimnos eines guten Anlaufs liegt darin, dass du immer wieder den gleichen Anlaufweg und Rhythmus hast.

Das gelingt dir, indem du stets von der gleichen Position startest und der Abstand zum Ball der gleiche ist. Genau diese Position nennt man "Get-Ready-Position" (siehe Schaubilder).

Standard-Zuspiel (links)

Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Zuspielcall: "Bei dir"

Zuspiel über Kopf (links)

Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Zuspielcall: "Kopf"

Hinterfeld-Zuspiel (links)

Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Zuspielcall: "Außen" oder "Schieb"

Standard-Zuspiel (rechts)

Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Zuspielcall: "Bei dir"

Zuspiel über Kopf (rechts)

Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Zuspielcall: "Kopf"

Hinterfeld-Zuspiel (rechts)

Ablauf des Topspin-Sprungaufschlags

Zuspielcall: "Außen" oder "Schieb"





Übung zum Training des Standard-Zuspiels

Du und dein Partner stehen auf euren Annahmepositionen. Dein Partner simuliert seine Annahme, indem er den Ball anwirft. Achtung! Um den Laufweg in seinen einzelnen Schritten (siehe Zuspielvorbereitung) perfekt trainieren zu können, klopft dein Partner vor seinem Anwurf auf den Ball. Das simuliert den Aufschlag des Gegners und ist für dich das Zeichen auf die zentrale Position vorzugehen. Dann erfolgt der Anwurf und die Bewegung zum Zuspielort. Jetzt noch auf den festen Stand, die Ausrichtung und auf ein Zuspiel nah beim Zuspieler achten und fertig ist das perfekte Zuspiel.

Seid ihr zu dritt oder zu viert, könnt ihr die Übung noch Spielnäher gestalten, indem ihr einen lockeren Aufschlag vorschaltet. Dein Partner nimmt den Aufschlag an und du spielst zu. So ist die zeitliche Abfolge der Annahme und des Zuspiels noch genauer.

Achte darauf, das Zuspiel von beiden Seiten zu trainieren. Verzichtet zunächst auf einen Angriff und fangt das Zuspiel ab. So habt ihr viele Zuspielkontakte in kurzer Zeit.

Übung zum Training des Zuspiels über Kopf

Auch hier ist es von Anfang an sinnvoll, die Übung so spielnah wie möglich zu gestalten. So sind, neben dem eigentlichen Zuspiel, auch die Laufwege von Bedeutung und können geübt werden. Auch hier könnt ihr wieder mit simulierten Annahmen oder mit vorgeschalteten, lockeren Aufschlägen arbeiten. Je nachdem ob ihr zu zweit oder mit mehreren Trainingsteilnehmern seid.

Wichtig: Die Annahme (ob simuliert oder nicht) soll identisch zur Annahme des Standardaufbaus sein. Nur dann kann der Zuspieler den optimalen Laufweg einstudieren.

Nach dem Zuspiel sollte jetzt ein Angriff folgen. So kann auch der Angreifer seinen Laufweg üben und ihr könnt die Abstimmung verbessern.

Übung zum Training des Hinterfeld-Zuspiels

Du und dein Partner starten auf euren Annahmepositionen. Seid ihr zu zweit, simuliert der Annahmespieler seine Annahme. Habt ihr unterstützung beim Training, so kommt der Anwurf von einer dritten Person.

Achtung: Eröffnet die Übung unbedingt mit einem Anwurf. Die Annahme soll im Hinterfeld landen und das wollen wir simulieren und nicht aktiv trainieren!

Der Anwerfer schlägt nun auf den Ball (Aufschlag des Gegners), was für den Zuspieler das Signal ist, um auf die zentrale Position zu laufen. Jetzt folgt die simulierte Annahme und das Zuspiel aus dem Hinterfeld. Auch hier kann der Angriff direkt erfolgen um die Laufwege und das Angriffstiming zu üben

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