Mentalcoach Bernhard Wagner (Infos s.u.)

Mentale Stärke - Wie unterbreche ich eine Abwärtsspirale?
(von Bernhard Wagner)


Wer kennt es nicht: Ein Ass kassiert, eine wackelige Annahme, ein weiterer Fehler im Side Out und nichts gelingt mehr. Es ist wie verhext und je länger es so geht, umso schlechter wird das Spiel.

Ob verrutschte Annahmen, verschlagene Aufschläge oder Angriffe - ausgelöst werden kann das Gefühl durch verschiedenste Fehler. Manchmal kennst du nicht mal den Auslöser, aber eins ist klar: In diesem Spiel wird dir nichts mehr gelingen. Du könntest auch vom Platz gehen und das Spiel abschenken.


Indikatoren für diesen Zustand sind:

- Je mehr du es ändern willst umso schlimmer wird es,
- es gelingen auch sonst sichere Aktionen oder Techniken nicht mehr,
- Hilfe vom Partner kannst du nicht annehmen,
- das Gefühl von Hilflosigkeit oder Ratlosigkeit macht sich breit.

Auch eine sehr gute Technik bietet keine Sicherheit, denn Spieler jeden Niveaus kämpfen mit diesem Problem. Daher solltest du trainieren, die Abwärtsspirale zu unterbrechen und zurück zum eigenen Spiel zu finden.

 

Besiege die Abwärtsspirale - starte mit dem Mentaltraining

Für den Einstieg in das Mentaltraining suchen wir uns einen ruhigen Platz. Abseits des Courts werden wir die Lösung für solche Situationen vorbereiten, die wir anschließend auf dem Feld ausprobieren und anwenden können.

1. Der erste Teil ist einfach. Schreibe auf einen Zettel, warum du Beach-Volleyball spielst. Was motiviert dich? Vielleicht ist es der Spaß am Sport, die Freude an der Bewegung und an dem Sand unter den Füßen oder die Begeisterung, mit einem Partner ein gutes Spiel zu machen und zu gewinnen oder oder oder...

2. Finde zwei bis drei konkrete Situationen, in denen du die eben beschriebenen Punkte/Gefühlte erlebt hast. Du solltest dich noch genau an die Spielsituation erinnern können. Ort, Zeit und Gegner sollten dir lebhaft in Erinnerung sein.

3. Nun kommt der schönste Teil der Übung, nimm dir soviel Zeit, wie du Lust hast! Erinnere dich so intensiv wie möglich an die Spiele oder Situationen, die du im zweiten Punkt ausgewählt hast. Ruf dir alle Details noch mal vor Augen: Wie war das Wetter? Wer war mein Partner? Wie hat sich der Sand, der Ball angefühlt? Was war so toll an dem Tag oder in dem Spiel? Deine Aufgabe ist es, dich so genau wie möglich an die Situationen zu erinnern, eine nach der anderen. Einfach erinnern an die schönen Momente oder Tage und genießen.

4. Schreibe die wichtigsten Punkte, die dir bei der dritten Übung in den Sinn gekommen sind, auf einen Zettel bzw. eine Karte. Es können konkrete Punkte sein oder einfach nur ein Bild oder ein Gefühl. Du musst nicht die genaue Erinnerung von vorne bis hinten notieren, sondern das, was dir dazu in den Sinn gekommen ist. Was steht für dich für die Erinnerung. Ein Beispiele aus meiner Arbeit mit Spitzensportlern: Sonne; Sprung auf das Treppchen; konkretes Datum oder das Jubeln des Partners nach Spielende.

Diese Karte ist der Kern der Übung. Sie ist im Endeffekt die Lösung, um sich aus der Abwärtsspirale zu befreien. Verpacke sie wasserfest (Folie o.ä.) und packe sie in deine Beachtasche.

Tipp: Gestaltet die Karte, wie sie dir am besten gefällt. Der eine mag es schlicht und es reicht ein Wort. Andere malen sich ein Bild (z.B. eine Sonne) auf die Karte. Suche dir eine Karte aus, die du magst und die dir gefällt.


Anwendung:

Die Anwendung ist nun überraschend einfach. In dem Moment, in dem du merkst, dass das Problem bzw. die Abwärtsspirale anfängt, denkst du einfach an deine Karte. Lass dich überraschen, wie dein Körper auf die Gedanken an die Karte und an deine Situationen reagiert. Du musst nichts machen, außer an die Karte zu denken, und dein Körpergefühl wird sich verändern.

Tipp 1: Die Wirkung wird stärker, wenn du die Karte in die Hand nimmst. Da ist aber nur in Auszeiten oder bei Satzende möglich.

Tipp 2: Du und dein Partner, ihr habt jeder eine Karte und jeder weiß von der anderen Karte. So könnt ihr euch gegenseitig an die Karte erinnern. Das geht auch zwischen den Ballwechseln, z.B. bei der Vorbereitung auf die Annahme.

Tipp 3: Nach einem guten Spiel oder einem guten Turnier kann man die Karte verstärken. Einfach nach dem Spiel die Karte in die Hand nehmen und mit dem Erfolgsgefühl in die Situationen der Karte eintauchen.

Fazit: In meiner Arbeit nutze ich diese Übung immer wieder gerne. Viele Spieler haben damit schon mehr Stabilität in ihr Spiel gebracht. Die Übung ist einfach, die Wirkung unerwartet und überraschend. Außerdem ist es bei einem schweren, unangenehmen Thema eine sehr freudige Trainingseinheit. Ihr arbeitet mit Freude an einem bisher schier unlösbaren Problem. Was kann es Schöneres geben?

Infos zu Bernhard Wagner

Bernhard Wagner mit "seinem" Tourteam, Paul Becker und Jan Romund beim smart super cup in Münster 2014

Infos zu Bernhard Wagner

Seit 15 Jahren beschäftigt sich Bernhard Wagner mit dem Coaching von Menschen und Teams. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit mit Sportlern und Managern. Diese Erfahrungen, seine lange Arbeit als Führungskraft in verschiedenen Unternehmen und seine Tätigkeit als Volleyballtrainer (B-Lizenz) fließen in seine Arbeit als Coach & Berater zusammen.

Seit 2001 arbeitet Bernhard Wagner mit Beach-Volleyballer(inne)n zusammen. Derzeit profitiert beispielsweise das Beachteam Paul Becker und Jan Romund vom Wissen des Mentaltrainers. Seit 2011 unterstützt Bernhard Wagner die Academy-Beacher mit seinem Wissen bei den Kursen der Beach-Academy.

Mehr Infos:
Trainerprofil bei der Beach-Academy

Homepage:
www.b-wagner.de
Facebook:
https://www.facebook.com/Bernhard.Wagner.coaching.und.beratung

beach-volleyball.de Partner

  • Mikasa
  • Schauinsland Reisen
  • Techniker Beach Tour
  • Die Techniker
  • sportwetten.de