Mentalcoach Bernhard Wagner (Infos s.u.)

„Spielen wir zusammen Beach-Volleyball oder bleiben wir ein Paar?“
(von Bernhard Wagner)

Mentaltraining für Volleyballer, d.h. Stressbewältigung, Fokussierung üben, Kommunikation auf dem Feld, Umgang mit Angst, Ziele definieren …
Die Liste ist lang und die Themen finden sich bei Beach-Volleyballern wie bei anderen Leistungssportlern auch.

Und doch gibt es im Beach-Volleyball ein sehr spezielles Thema. In der Vergangenheit haben mich immer wieder Pärchen angesprochen. Pärchen, die gemeinsam Beach-Volleyball trainieren und spielen. Einige haben sich über das Beach-Volleyball kennen gelernt, andere haben Beach-Volleyball als gemeinsames Ereignis in der Beziehung entdeckt. Es tut Beziehungen gut, gemeinsame Projekte, Erlebnisse zu haben und diese zu leben. Beach-Volleyball ist eine sehr gute Variante, da man sich auf einen gemeinsamen Wettkampf vorbereitet und als Team-Paar gemeinsam Niederlage und Sieg teilen kann.

Kann man es teilen, stärkt es die Beziehung. Allerdings stehen viele Duos stattdessen vor der Frage: „Spielen wir zusammen Beach-Volleyball oder bleiben wir ein Paar?“ Schade, dass hier aus dem gemeinsamen Hobby ein Prüfstein für die Beziehung wird.

Ein Pärchen brachte es im Rahmen einer Coachinganfrage auf den Punkt: "Wenn wir es nicht schaffen, die Freude auf dem Feld wieder zu finden, werden wir aufhören gemeinsam Beach-Volleyball zu spielen. Unsere Beziehung geht vor Beach-Volleyball. Lieber wäre uns aber wir könnten weiter zusammen spielen und leben. Kannst Du uns dabei helfen?"

Das war möglich. Wie bei diesem Paar war es auch bei anderen Paaren. Im Kern dreht es sich immer um die Auflösung von Missverständnissen. Jeder meint etwas im anderen gesehen zu haben oder für den anderen tun zu müssen. Allerdings ohne mit seinem Partner darüber zu reden. Dadurch entstehen feste Muster der Missverständnisse. Die gilt es zu erkennen und zu besprechen.

Beispiel: "Du nervst mich total, wenn Du mir vor dem Aufschlag immer sagst wohin ich spielen soll!" "Du bist immer so nervös vor dem Aufschlag, da wollte ich Dir helfen" "Ich bin so nervös, weil Du mich immer vorher in meiner Konzentration unterbrichst. Mittlerweile bin ich schon nervös, wenn ich nur den Ball hole. Ich weiß ja, gleich kommt wieder ein Spruch." Wer kennt solche oder ähnliche Muster nicht? Dazu muss man auch nicht mal ein Pärchen sein, auch bei "nur" gemeinsam spielenden Teams gibt es diese Dynamik.

Aus dieser und weiteren Anfragen zu diesem Thema ist die Idee entstanden, einen Tipp zu schreiben. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Nach der letzten Saison und als Teil der Saisonvorbereitung für das kommende Jahr. Mit ein wenig Abstand und dem Wunsch, wieder gemeinsam auf das Feld zu gehen, haben wir die optimale Ausgangssituation.

 

Die kleinste Selbsthilfegruppe besteht aus zwei Personen!

In diesem Sinne ist der Tipp aufgebaut. Selbsthilfegruppe Pärchen und Beach-Volleyballteam. Das Schöne daran ist, dass es wirklich zu zweit funktioniert und hilft.

Die Grundidee ist einfach. Es ist so einfach, dass es schon fast unglaublich ist.

Wenn sich das Pärchen einig ist, an dem Thema "Wir als Beach-Volleyballpärchen" zu arbeiten, wird ein gemeinsames Gespräch in der Woche vereinbart. Ein Gespräch in der Woche als weitere Trainingseinheit zusätzlich zum Spiel oder Training im Sand.

Für dieses Gespräch gibt es eine feste Grundordnung. Die Grundordnung ist einzuhalten, um den Erfolg zu erzielen. Er scheint so leicht und wird doch oft nicht beachtet. Daher der Rat: Haltet euch fest an diese Grundordnung:

 

Die Grundordnung der Gespräche

- Die Gespräche brauchen wenigstens einmal in der Woche eine Stunde ungestörte Zeit. Die Regelmäßigkeit ist das Geheimnis ihres Erfolges. So geht der unbewusste rote Faden nicht verloren. Ungestört heißt: kein Telefon, kein Besuch, keine Pause.

-  Jeder geht bei dem Gespräch von sich aus und spricht nur in der „Ich-Form“.
Angriffe und die daraus resultierende Verteidigung entstehen nur durch die „Du-Form“. Wer in der „Ich-Form“ spricht, macht keine negativen Aussagen über den Partner. Jeder spricht über seine eigenen Gefühle und Wünsche.

-  Thema ist im weitesten Sinne Beach-Volleyball. Jeder antwortet auf die innere Frage: „Was bewegt mich im Moment am stärksten?“ Er schildert, wie er gerade sich, den anderen und das Beach-Volleyballtraining und  Spiel erlebt. Er bleibt also bei sich. 

-  Äußern und Zuhören sollten möglichst gleich verteilt werden. Es hat sich bewährt, dass jeder im Wechsel von 10 Minuten spricht und zuhört. Mal fängt der Eine an, mal der Andere.

-  Schweigen und Schweigen lassen, wenn es sich ergibt. Somit sind ausgeschlossen: bohrende Fragen, Drängen und sanfte wie heftige Versuche, den anderen einfach zu übergehen.

-  Jeder entscheidet für sich, was er sagen mag, auch wenn größtmögliche Offenheit in der Regel am weitesten führt. Nichts muss, vieles kann.

-  Es wird nicht nachdiskutiert. Auch wenn es manchmal schwer fällt. Nach einer Stunden ist Schluss! Sollten noch Punkte offen sein – kommende Woche ist wieder ein Gespräch.

Das Paar darf auch außerhalb des Zwiegespräches weiter miteinander über das Thema Beach-Volleyball reden. Das ändert sich nicht, vielleicht aber verändert sich von selber die Form weiterer Gespräche.

Wie oft muss man die Gespräche führen? Die Gespräche müssen einmal in der Woche geführt werden. Falls die "Trainingszeit" belegt ist, weil ein anderer Termin ausnahmsweise wichtiger ist, wird ein Ausweichtermin in der Woche gesucht. Die Gespräche werden mindestens bis Mitte der Saison geführt. Man kann sie aber auch auf Dauer führen.

Was braucht man noch? Nichts außer Mut und Lust es zu probieren. Es wird einfache und schwere Gespräche geben. Überraschendes, Neues und AHA-Erlebnisse. Es ist eine Möglichkeit, seinem Partner einen Einblick in sein eigenes Empfinden zu geben, und von seinem Partner ganz neue Dinge zu hören.

Infos zu Bernhard Wagner

Bernhard Wagner mit "seinem" Tourteam, Paul Becker und Jan Romund beim smart super cup in Münster 2014

Infos zu Bernhard Wagner

Seit 15 Jahren beschäftigt sich Bernhard Wagner mit dem Coaching von Menschen und Teams. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit mit Sportlern und Managern. Diese Erfahrungen, seine lange Arbeit als Führungskraft in verschiedenen Unternehmen und seine Tätigkeit als Volleyballtrainer (B-Lizenz) fließen in seine Arbeit als Coach & Berater zusammen.

Seit 2001 arbeitet Bernhard Wagner mit Beach-Volleyballer(inne)n zusammen. Derzeit profitiert beispielsweise das Beachteam Paul Becker und Jan Romund vom Wissen des Mentaltrainers. Seit 2011 unterstützt Bernhard Wagner die Academy-Beacher mit seinem Wissen bei den Kursen der Beach-Academy.

Mehr Infos:
Trainerprofil bei der Beach-Academy

Homepage:
www.b-wagner.de
Facebook:
https://www.facebook.com/Bernhard.Wagner.coaching.und.beratung

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