Spielen und trainieren im Beach-Volleyball-Verein


„Gibt es eigentlich einen Beach-Volleyball-Verein?“ Wir beantworten eine Frage, die uns häufig gestellt wird, und stellen dir den größten Beach-Volleyball-Verein in Deutschland vor.


Ein gemeinsames Hobby, Treffen mit Gleichgesinnten, eine gemeinnützige Ausrichtung und der Zusammenhalt, das zeichnet ein Vereinsleben aus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Sportart-Einsteiger uns häufig die Frage stellen, ob es Beach-Volleyball-Vereine gibt, denen sie beitreten können. „Ja“, lautet die Antwort. Denn unter den etwas mehr als 89.000 Sportvereinen, die es in Deutschland derzeit gibt, befindet sich schon seit fast 20 Jahren ein Beach-Volleyball-Verein. 

Der Name „Beachclub2000“ trägt das Gründungsjahr des Vereins in sich. Wir haben dem Vereinsgründer-Gründer Roland Steinke und Annette Weyand, die sich um die Mitgliederverwaltung kümmert und die ehrenamtliche Seele des Vereins, im Interview interessante Hintergrundinformationen entlockt und das Rätsel des „Wunderbaums“ gelöst. 

Roland Steinke (re.) mit Tom Gottke (2ter von re.) und weiteren Mitgliedern des Beachclub2000 beim Sommerfest

Hallo Roland, hallo Annette! Jetzt ist es schon lange her, könnt ihr euch trotzdem noch erinnern, wie die Idee des Beachclubs entstanden ist?

 

Roland Steinke: "Das ging damit los, dass wir Training in Witten anbieten wollten, aber nicht wussten, wie man das steuerlich und versicherungstechnisch am besten regeln sollte. Zudem muss man einem Verein angeschlossen sein, wenn man Turniere spielen will.

 

Wir haben daher Beach-Volleyball-Vereine gesucht, aber keine gefunden. Deswegen haben Tom Gottge und ich im Jahr 2000 beschlossen, einen Beach-Verein zu gründen.“

 

 

Wie viele Mitglieder hattet ihr zu Anfang und wie viele sind es inzwischen geworden?

Roland Steinke: "Angefangen haben wir mit 30-40 Mitgliedern. Das waren die Trainingsteilnehmer. Die Zahlen sind jährlich gestiegen und inzwischen haben wir etwas über 1000 Mitglieder an sieben verschiedenen Standorten.“ So langsam kommen wir an die Grenze dessen, was ehrenamtlich noch zu leisten ist, an den meisten Standorten können wir aber noch Mitglieder aufnehmen.

Aktionen wie ein gemeinsamer Turnierbesuch gehören zum Vereinsleben. Zweite von links: Annette Weyand

Was ist eurer Meinung nach das Erfolgsgeheimnis des Vereins, der so stark gewachsen ist?

Annette Weyand: „Wir bieten unseren Mitgliedern einen tollen Service trotz geringer Mitgliederbeiträge, indem wir die geringsten Kosten angesetzt haben, die zulässig sind. Das ist wiederum möglich, weil der Verein ehrenamtlich geführt wird und viele sich engagieren.

Wir haben also insgesamt wenig Ausgaben. Die Beiträge können 1:1 in Trainingszeiten oder Beach-Plätze für die Mitglieder umgesetzt werden. Außerdem haben wir gemeinnützige Veranstaltungen wie Sommerfeste oder Weihnachtsturniere.

Das kommt bei unseren Mitgliedern sehr gut an. Und bei uns ist alles lockerer als in einem gewöhnlichen Volleyballverein.“

Die Anlage des Beachclub2000 in Dortmund

Roland, du hast von sieben Standorten gesprochen, ihr seid somit als Verein nicht nur in einer Stadt vertreten?

Roland Steinke: "Richtig, wir haben Standorte in insgesamt sieben verschiedenen Städten, dazu zählen die reinen Sommerstandorte Koblenz, Köln, Bergisch-Gladbach/Herrenstrunden und Dortmund.

Dann gibt es Locations, in denen wir nur im Winter Turniere und Trainings anbieten, wie in Castop-Rauxel.

Und natürlich auch Städte, in denen wir im Sommer outdoor und im Winter in der Beach-Halle aktiv sind, das sind derzeit Düsseldorf und Bonn.“

Was bietet ihr an diesen Standorten euren Mitgliedern an?

Annette Weyand: „Zusätzlich zu den Trainingsgruppen und Events haben wir beispielsweise eine eigene Beachliga. Die Turniere finden im Winter statt und sind dazu gedacht, im Training und Wettkampf zu bleiben, um gut vorbereitet in die Saison starten zu können.

Den Aufbau kann man sich ähnlich wie den einer Tennisliga vorstellen: Es werden Gruppen gebildet mit fünf Teams, die möglichst gleichstark sind. Wir beginnen mit der Damen - und Herren-Liga bereits im November, die Mixed-Liga folgt ab Januar.“

Spielen in der Beachliga nur totale Cracks oder kann man auch als Freizeitspieler mitmachen?

Annette Weyand: „Jeder kann mitmachen! Wir teilen die Gruppen gleichstark ein, sodass Spiele auf Augenhöhe stattfinden. Diese Leistungsgruppen reichen von A-Turnier-Spielern, über B-, C-, und D-Niveau bis hin zu Hobbyspielern und Anfängern.“

Den Turniertag nett ausklingen lassen...

Apropos Turnier: Wir haben von einem besonderen Turnierbaum gehört, dem Rolandschen Wunderbaum. Was ist das?

Annette Weyand: „Dieser Turnierbaum ist eine Entwicklung von Roland und ein gutes Beispiel dafür, dass das Miteinander und der Spaß bei uns eine wichtige Rolle spielen. Der Turnierbaum kommt z.B. bei unseren Sommerfesten und Weihnachtsfeiern zum Einsatz.

Das tolle an dem Turnierbau: Man spielt in jeder Runde mit einem anderen Spiel-Partner gegen andere Gegner. Wenn ein Team mit drei oder mehr Punkten zurück liegt, bekommt es ein Handicap für den jeweils nächsten Aufschlag.

So kann das andere Team sich wieder heranspielen und es kommt zu lustigen Szenen, wenn der Ball z.B. mit dem Fuß ins Spiel gebracht werden muss.“

Beim Auf- und Abbau kommt ein Quad zum Einsatz.

Toll, was ihr schon auf die Beine gestellt habt. Und wohin geht die Reise? Gibt es eine Vision, die euch vorschwebt hinsichtlich des Beachclubs2000?

Roland Steinke: "Hm, gute Frage. Unser Ziel ist es, Beach-Volleyballern tolle Spiel- und Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Und da gibt es immer noch große Lücken in bestimmten Regionen. So bräuchten die Kölner Beacher beispielsweise eine große Beach-Halle, an dem Thema sind wir auch schon lange dran. Einige Beacher haben zudem diesbezüglich Pläne, die wir mit Rat und Tat unterstützen. Gerade in Köln gibt es aber viele Hürden, die beseitigt, und Ämter, die beteiligt werden wollen.

Im letzten Monat haben wir mal wieder in Köln zu dem Thema mit einem Grundstücksbesitzer zusammengesessen. In diesem konkreten Fall scheiterte es bei der angestrebten Fläche am Lärmschutz bezüglich der Anwohner. Wir freuen uns somit über jeden, der sich in irgendeiner Form an dem Projekt beteiligen möchte und einbringt. Und wir unterstützen auch gerne engagierte Beach-Volleyballer, die in anderen Regionen einen Verein aufbauen wollen, die können sich gerne an uns wenden.“

Du hattest vorhin Bonn als Winterstandort erwähnt, das muss ja auch eine Halle sein?

Roland Steinke: "Ja richtig. Wir haben im letzten Jahr ein Pilotprojekt gestartet und in der Beachhalle Bonn-Buschdorf ein Feld komplett für drei Jahre angemietet. Auf diesem Feld bieten wir jetzt ganzjährig Beachvolleyballtraining an und vermieten es zudem an unsere Mitglieder. Der Betreiber der Halle hat ganz aktuell die Beleuchtungsanlage erneuert und auch die anfänglichen Bedienfehler der Heizungsanlage dürften sich auch erledigt haben. Es gibt übrigens noch einige freie Zeiten und da wir das Feld viel günstiger vermieten, als es ein kommerzieller Anbieter machen würde, dürfte es sich für alle Beacher lohnen, die in Bonn spielen oder trainieren wollen.

Wir haben gerade wieder die Abfrage zu den Winter-Trainingszeiten gestartet und die Infos zu den aktuellen Abo-Preisen veröffentlicht, die Umfrage mit den Infos zu den Kosten ist hier zu finden.

Woran arbeitet ihr derzeit noch?

Spaß ist nicht nur bei der Weihnachtsfeier garantiert.

Roland Steinke: "Zusätzlich zu den neuen Projekten ist es unser wichtigstes Ziel, die bestehenden Angebote für unsere Mitglieder zu erhalten und immer weiter zu optimieren. Und das ist auch ein ständiger Prozess.

Unser Standort in Köln Bocklemünd wird beispielsweise zum Jahresende aufgelöst. Der Verpächter hat sich entschieden den Beach-Bereich nur noch an einen kommerziellen Anbieter zu vermieten. Ich kann mir nur vorstellen, dass es dabei um die Hoffnung auf höhere Pachteinnahmen geht. Uns wurde leider nicht erklärt, warum der Vertrag nach zehn Jahren nicht mehr verlängert wurde.

Aktuell stehen wir in Verhandlungen mit den Betreibern der Kölner Galopprennbahn. Dort gibt es einen wunderschönen Bereich im Grünen der sogar eine große Tribüne bietet. Wenn dort die letzten Hürden beseitigt werden, können wir dort mindestens 13 Beachfelder bauen. Durch die gute Erreichbarkeit der Anlage wären die Felder bestimmt sogar für die Düsseldorfer und Leverkusener Beacher interessant.

Das schöne ist, dass wir bei der Gestaltung nicht ausschließlich auf die Wirtschaftlichkeit achten müssen. Bei den Feldern planen wir z.B. reichlich bespielbare Randzonen ein, werden einen Kinderbereich schaffen und legen den Schwerpunkt auf eine angenehme Strandatmosphäre. Ganz so wie wir uns eine perfekte Beachanlage vorstellen.

Und selbst wenn wir bei unseren Verhandlungen mit der Galopprennbahn noch auf der Zielgeraden scheitern sollten, bleiben wir in Köln am Ball und werden uns eine neue „Heimat“ dort bauen.

Der Bedarf ist in Köln auf jeden Fall vorhanden. Und im nächsten Jahr werden wir 20 Jahre alt! Das ist ein Grund zum Feiern und will bereits vorbereitet werden.“

Wie kann man sich über eure Aktivitäten auf dem Laufenden halten oder euch kontaktieren?

Annette Weyand: „Unsere Homepage: www.beachclub2000.de wird zwar gerade aktualisiert und es wird erst in Kürze auch eine vernünftige mobile Version geben, aber trotzdem kann man sich am besten und einfachsten über das Kontaktformular auf unserer Homepage melden.

Hier werden einige Dinge, wie z.B. Standort an dem man trainieren möchte, Beacherfahrung etc. abgefragt, so dass wir schnell weiterhelfen können.

Danke Annette und Roland für die Zeit, die ihr euch für das Interview genommen habt, aber auch im Namen aller Beach-Volleyballbegeisterten für euer Engagement für den Beach-Sport! 

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