Dein Rücken zwickt häufig?



Rückenschmerzen können viele Gründe haben. Natürlich sind strukturelle Schäden - wie Bandscheibenvorfälle oder Vorwölbungen - ein Problem, das man nicht ignorieren kann. Aus meiner Sicht sind diese Bandscheibenschäden aber nur Endstadium einer viel früher beginnenden Problematik. Betroffen ist am häufigsten der untere Rücken, um den es in der Folge geht.

Darmprobleme begünstigen Rückenschmerzen


Die Bauchmuskeln gehören zum Dünndarm und sind geschwächt, wenn dieser ein Problem hat. Chronische Fehlernährung mit prozessierten (z.B. Fertigprodukte, d. Red.) und unverträglichen Lebensmitteln, chronische Infekte oder auch Parasitenbefall ohne eindeutige Symptomatik sind für mich der Auslöser von nahezu allen akuten Rückenbeschwerden. Wenn die Bauchmuskulatur nicht normal angesteuert werden kann (siehe oben), dann sind die Rückenmuskeln im Verhältnis zu stark.

Bildlich kann man sich das so vorstellen: Die Rumpfstabilität wird vorne durch die Bauchmuskeln, hinten durch Rückenmuskeln gewährleistet. Außerdem haben die Gesäßmuskeln einen sehr wichtigen Anteil an der Aufrichtung des Körpers und der Hüftbeuger stabilisiert die Wirbelsäule von vorne. Wenn die Bauchmuskeln schwach sind, weil der Darm ein Problem hat, dann sind zwangsweise die Rückenmuskeln im Verhältnis zu stark.

Konkurrierende Ansteuerungsbefehle sind ein Problem


Der Rückenmuskel bekommt den Befehl des Nervensystems unbedingt mehr zu halten, weil der Gegenhalt vorne schwächelt. Wenn man sich dann beugen will, bekommt der Rückenmuskel den Befehl, loszulassen, obwohl er auch einen Befehl hat, mehr als normal zu halten. Diese konkurrierenden Ansteuerungsbefehle sind ein Problem. Macht man die Beugung nach vorne langsam, kann die Rückenmuskulatur die Bewegung koordinieren. Unverhoffte Bewegungen schafft sie aber nicht, da ihre Regulation verändert ist. Es kommt zur Instabilität. Reflexartig spannen alle Muskeln an, um die Wirbelsäule zu schützen und man hat den bekannten Hexenschuss, bei dem nichts mehr vor und zurückgeht.

Dieses bekannte, große Phänomen geschieht bei Darmproblemen im Kleinen täglich. Und über die Jahre und abhängig von der Belastung bekommt die Bandscheibe als schwächstes Glied der Wirbelsäule permanenten Stress durch Fehlbelastung. Irgendwann reicht dann eine stärkere Belastung, um das Gewebe zerreißen zu lassen und einen Bandscheibenvorfall auszulösen.

Es beginnt mit einem Knacken


Nicht immer muss es gleich zum Bandscheidenvorfall kommen. Bei eigentlich allen Patienten beginnt es mit einem zeitweisen Steifigkeitsgefühl in der Muskulatur. Der Rücken ist irgendwie fest. Die nächste Steigerung sind Verrenkungen, weil die Muskeln nicht mehr in der Lage sind, die Knochen in allen Positionen zu stabilisieren. Es knackt, meistens noch ohne Beschwerden. Da sich Darmprobleme als Ursache oft sehr kurzfristig einstellen und auch bessern können, sind solche Symptome meistens nur sporadisch da, selten sind sie dauerhaft.

Aber jede Muskelfehlfunktion beeinflusst wieder andere Muskeln, Schonhaltungen führen zu Fehlbelastungen, „falsche“ Bewegungsmuster schleifen sich ein und man verlernt die normale Bewegung. In schwereren Fällen können dauerhafte muskuläre Rückenschmerzen folgen. Eine permanente Instabilität der Wirbelsäule durch Dysfunktion der sie stabilisierenden Muskulatur, die aufgrund von Darmproblemen nicht ihrer Normalfunktion nachkommen kann, führt über Jahre kompensatorisch zu knöchernen Anbauten an den Wirbelkörpern. Der Körper versucht die Instabilität durch mehr Knochen auszugleichen.

Wird es eng für den Nerv, wird es eng für den Patienten


Diese Knochenneubildungen können im Röntgenbild gesehen werden. Knochenanbauten verringern den Platz für die Nerven, die aus dem in der Wirbelsäule eingebetteten Rückenmark kommen und zwischen den Wirbeln austreten. Deswegen kann es irgendwann zu Druck auf Nerven kommen. Dieser verstärkt sich bei Bewegungen, die das Durchtrittsloch für den Nerv enger machen. Die Verengung kann auch durch sich verschiebendes knorpeliges Bandscheibengewebe erfolgen.

Symptomatisch spürt man anfänglich ausstrahlende Schmerzen, dann Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen. Schlimm wird es, wenn der Nerv so eingeengt wird, dass auch seine innen im Nerv liegenden motorischen Fasern geschädigt werden – dann sieht man eine Muskelschwäche oder Lähmung von betroffenen Muskeln. Bei Wirbelsäulenschäden an der Lendenwirbelsäule sind die Beinmuskeln betroffen. Halswirbelsäulenschäden treffen eher die Arme und Hände.

In solchen Fällen ist eine dringende, am besten sofortige, Operation nötig, um bleibende Schäden zu minimieren.


Fazit


Wie auch immer eure Rückenschmerzen aussehen: Es ist wichtig, dass ihr auch kleinere Probleme schon zu Beginn Ernst nehmt und aus kleinen Schmerzen nach dem Training oder Spiel keine größere werden lasst. Wenn ihr das Problem mit einem festen Rücken nur zu gut kennt, lasst euch von einem Experten dabei beraten. Wenn die Probleme schlimmer werden bin ich davon überzeugt, dass ihr einen Arzt aufsuchen solltet, der einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, um z.B. mögliche Darmproblem aufdecken zu können.

Mein abschließender Tipp daher:

1. Nimm leichte Funktionsstörungen ernst und lasse die Ursache klären. Je früher das Problem erkannt wird, desto besser

2. Suche dir den behandelnden Arzt entsprechend seiner Ausbildungen und seines Ansatzes gut aus.


Wir bedanken uns ausdrücklich bei Dr. Michael Tank
Therapeutikum Hamburg
Zentrum für ganzheitliche Medizin und Sportmedizin
www.therapeutikum-hamburg.de

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