Ständig Schmerzen in der Schulter beim Beach-Volleyball?

Schulterprobleme gehören bei Volleyballern zu den häufigsten Problemen. Die Schulter hat eine vergleichsweise kleine, knorpelüberzogene Gelenkfläche und einen um die Gelenkfläche verlaufenden Knorpelring, der dem Oberarmkopf Halt geben soll. Vorteil der kleinen Gelenkfläche ist eine große Beweglichkeit, Nachteil eine entsprechende große Instabilität. Deswegen wird die Schulter überwiegend muskulär stabilisiert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass muskuläre Störungen die Instabilität erhöhen.

Wann immer wir die Schulter benutzen, werden als erstes die so genannten Rotatoren aktiviert. Sie ziehen den Oberarmkopf ins Gelenk und zentrieren ihn. Erst Millisekunden später werden die anderen Muskeln aktiv, die die gewünschte Bewegung ausführen. Störungen der Rotatoren führen dazu, dass der Oberarmkopf nicht zentriert und deswegen auch nicht frei beweglich ist. Er läuft im Gelenk nicht richtig und stößt am Gelenkrand an, der auf Dauer leidet und kaputtgeht, was die Instabilität erhöht.

Kompensatorische Bewegungsmuster


Die Fehlstellung im Gelenk wird durch die am Arm ansetzenden Muskeln, deren Spannung sich verändert, wahrgenommen und ans Nervensystem gemeldet. Dieses versucht, die Fehlfunktion zu kompensieren, indem es die Muskelspannung in anderen Schultermuskeln verändert. Es entwickelt sich auf Dauer ein kompensatorisches Bewegungsmuster, das später schwer wieder zu löschen ist.

Ob nun die Rotatoren auch von anderen, an der Schulter ansetzenden Muskeln gestört werden oder aus sich heraus eine Störung haben, kann man testen und erkennen. Solche Muskelmuster gehören behandelt, in dem man die Muskeln direkt behandelt und versucht, die korrekten Bewegungsmuster wiederherzustellen. Leider ist das in weiten Teilen der Schulmedizin nicht bekannt.

Das Impingment-Syndrom


Als ein Beispiel sei das so genannte Impingement-Syndrom genannt. Dabei rutscht der Kopf des Oberarmes nach oben und engt die über ihn laufenden Sehnen ein. Am häufigsten wird die Supraspinatussehne in Mitleidenschaft gezogen, aber auch die lange Bizepssehne kann beteiligt sein. Eine Folge ist ein Reizzustand im Gelenk. Die die Gleitfähigkeit unterstützenden Schleimbeutel können sich entzünden. Die Sehnen und das umgebende Gewebe können sich entzünden, schließlich kommt es zu Verschleiß in der betroffenen Sehne und zu kleinen oder größeren Einrissen.

Nach Spritzen, die die Entzündung reduzieren sollen, und nach Physiotherapie erfolgt häufig die Operation, bei der ein Teil des Schulterdaches entfernt wird, um der Sehne mehr Platz zu schaffen. Das Ziel wird meistens erreicht und oft bessert sich die Symptomatik.

Aus ganzheitlicher Sicht stellt sich die Sachlage etwas anders dar:


Wenn jemand pro Woche zwischen 200 (Hobbyspieler) und 1000 Mal (Profi) auf den Ball haut und über Jahre keine Schulterthematik aufgetreten ist, handelt es sich sicherlich um ein funktionelles Problem und nicht um ein strukturelles. Es war ja früher auch genug Platz unter dem Schulterdach, deswegen ist nicht einzusehen, dass der nun nicht mehr reichen soll. Deswegen sollte eine Operation die allerletzte Maßnahme sein. Natürlich können Begleitstrukturen geschädigt, Knochenanbauten getätigt und Verkalkungen entstanden sein, die am Ende wirklich nur operativ befriedigend korrigiert werden können.

Lange vorher aber hätte man in den meisten Fällen das Problem lösen können. Einer der Muskeln, die den Oberarm nach unten aus dem Gelenk ziehen, ist der M. latissimus dorsi. Er bildet einen großen Teil der Rückenmuskulatur und kommt im Ursprung von mehreren Wirbeln. Wirbelblockaden können zu einer Fehlfunktion der an den Wirbeln ansetzenden Muskeln führen, so dass auch der M. latissimus dorsi beeinträchtigt wird. Zieht er nicht richtig, rutscht der Oberarmkopf hoch und verursacht eine Einengung unter dem Schulterdach (= Impingement).

Jeder der Schultermuskeln kann Auslöser einer Dysfunktion sein


In der Folge können sich die Rotatoren angewöhnen, ungleich zu ziehen, um den Fehler des M.lat. dorsi auszugleichen. Es prägt sich ein falsches Ansteuerungsmuster ein, so das selbst nach Wiederherstellung der Normalfunktion des M. lat. dorsi eine Fehlfunktion bleibt. Dieses Beispiel trifft auf einige, keineswegs auf alle zu, die Schulterbeschwerden haben. Es soll nur verdeutlichen, dass die Schulter kompliziert ist und eine Wiederherstellung der Funktion umso besser gelingt, je kürzer das Problem besteht. Jeder der Schultermuskeln kann Auslöser einer Dysfunktion sein, meistens bekommen in der Folge mehrere Muskeln fehlerhafte Bewegungsmuster.

Weitere Gründe für Schulterprobleme können Erkrankungen der Organe sein, zu denen die Schultermuskeln eine Verbindung haben. Das sind Leber, Magen, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Thymusdrüse, Herz, Gehirn und die Sinnesorgane Auge und Ohr. Weiterhin können Zahnprobleme inkl. Fehlbisslagen Störungen der Schulterfunktion auslösen. Über den Trapezmuskel ist der Fuß direkt beteiligt, was faktisch bedeutet, dass Fußfehlstellungen zu Schulterproblemen führen können. Weil Darmprobleme Wirbelblockaden machen können, ist auch der Darm indirekt an der Schulterfunktion beteiligt.

Wie auch immer eure Schulterprobleme aussehen: Es ist wichtig, dass ihr auch kleinere Probleme schon zu Beginn Ernst nehmt und aus kleinen Funktionsstörungen keine größere werden lasst. Wenn ihr euch unsicher seid, ob ihre eure Schulter bzw. deren Muskelgruppen richtig trainiert, lasst euch von einem Experten dabei beraten. Wenn die Probleme schlimmer werden bin ich davon überzeugt, dass ihr einen Arzt aufsuchen solltet, der einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt.


Fazit


Es gibt viele Gründe, warum ein Gelenk oder ein Muskel Probleme machen kann. Eine Überlastung aus dem Nichts ist nahezu nie die Ursache. Vielmehr gilt es den Grund zu finden, warum die Bewegung, die immer funktionierte und das Gelenk, das immer belastbar war, nun plötzlich dieser Belastung nicht mehr gewachsen sein sollte.

Gelenkschäden sind Folge einer langdauernden Fehlfunktion mit Mikroverletzungen, die sich addieren und schließlich zum Versagen des Gewebes führen. Diese Schäden sind es, die man im Bild sieht, und die nun als Ursache ausgemacht werden. Dabei sind sie eigentlich die Folge von vorher aufgetretenen und nicht wahrgenommenen oder nicht ernst genommenen Funktionsstörungen, die wiederum ihre Ursache irgendwo im Körper haben können. Leider ist mit dem kaputten Gelenk wirklich eine Funktionsstörung aufgetreten und nur selten kann man die Normalfunktion mit verletzter Struktur wieder erreichen. In so fern sind die durchgeführten Operationen keineswegs immer sinnlos oder falsch. Aber oft wird zu früh und zu viel operiert.

Ich habe einige Beispiele gegeben und versucht zu erklären, wie man mit gesundem Menschenverstand die Sache sehen kann. Klar dürfte werden, dass Mediziner einer Fachrichtung bei der Gesamtheit der möglichen Ursachen in der Regel überfordert sind und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, wie wir sie in unserem Therapeutikum in Hamburg realisiert haben, eher zum Ziel führt.

Mein abschließender Tipp daher:

1. Nimm leichte Funktionsstörungen ernst und lasse die Ursache klären. Je früher das Problem erkannt wird, desto besser

2. Suche dir den behandelnden Arzt entsprechend seiner Ausbildungen und seines Ansatzes gut aus.


Wir bedanken uns ausdrücklich bei Dr. Michael Tank
Therapeutikum Hamburg
Zentrum für ganzheitliche Medizin und Sportmedizin
www.therapeutikum-hamburg.de

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