Essen, trainieren und ab ins Zimmer

Über das Leben in einer “Corona-Bubble”, die deutschen Beach-Volleyball-Teams und Livestreams: unser Turnierausblick zum ersten Vier-Sterne-Turnier in Mexiko.

Das ist der sportliche Zeitplan

Es ist ein ganz besonderes Event: An diesem Freitag startet das erste von insgesamt drei Vier-Sterne-Turnieren im mexikanischen Cancun. Dann finden erstmals mehrere Turniere hintereinander an einem Ort coronabedingt in einer “Bubble” statt. Aus deutscher Sicht sind bereits fünf deutsche Teams im Hauptfeld gesetzt und drücken am Nachmittag Sandra Ittlinger und Kim Behrens die Daumen, die noch nachziehen wollen. Auf Seed zwei der Qualifikation gesetzt, treffen sie um 19:00 Uhr deutscher Zeit in der ersten Runde auf die Lokalmatadorinnen Paulette Cruz und Danna Mideli Cortes Sánchez, die mit einer Wildcard ausgestattet wurden. Gewinnen Behrens/Ittlinger die Partie, geht es um 01:00 Uhr weiter.

Bei den Damen warten Margareta Kozuch/Laura Ludwig, Karla Borger/Julia Sude und das Interimsduo Chantal Laboureur/Cinja Tillmann auf ihren ersten Einsatz in der mexikanischen Hitze am Samstag. Die Gruppeneinteilung wird am Ende des Qualifikationstages vorgenommen, wegen der sechs Stunden Zeitverschiebung ist mit genauen Informationen erst am frühen Samstagmorgen zu rechnen.

Während es bei den Damen schon absehbar ist, wer zu den Olympischen Spielen fährt, befinden sich Nils Ehlers und Lars Flüggen noch mitten im Kampf um einen begehrten Platz für Tokio. Nach einer verletzungsbedingten Pause kann das Hamburger Duo endlich wieder auf Punktejagd gehen. Das Nationalteam liegt derzeit auf Platz 18 im olympischen Ranking und darf nun von einem komfortablen Setzlistenplatz fünf am Samstag in das Turnier starten. Auch im Hauptfeld, aber mit deutlich weniger Druck, stehen Julius Thole und Yannick Harms zum ersten Mal zusammen auf internationalem Boden. Für Clemens Wickler kam das Event zu früh nach einer Blinddarm-Operation, stattdessen ist Yannick Harms an der Seite von Thole nach Cancun gereist. “Für mich geht es darum, nach der langen Pause wieder in den Wettkampfmodus zu kommen,” so Harms.

Alle Spiele live auf Youtube

Nach dem vergangenen Turnier in Doha waren trotz Hygienekonzept einige Beteiligte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Verantwortlichen mussten deswegen an der Umsetzung der “Bubble” nacharbeiten. Yannick Harms berichtet von vor Ort: “Wir dürfen die Maske hier nur ausziehen, wenn wir essen oder wenn wir draußen trainieren. Es wird auch penibel darauf geachtet, dass wir nur innerhalb unseres Teams miteinander essen gehen oder Kontakt haben.” Selbst die vier Krafträume, die nur in einem vorher vereinbarten Zeitraum genutzt werden dürfen, wurden extra im Freien eingerichtet.

Auch wenn die deutschen Teams sich wegen der Kontaktbeschränkungen nicht gegenseitig unterstützen dürfen, werden sie ebenso wenig wie die Fans zuhause auf das Zuschauen verzichten müssen. Auf Youtube werden die Spiele von allen vier Courts ab der Qualifikation am Freitag live übertragen. Während der kommenden fünf Tage spielen dann 32 Teams pro Geschlecht um 150.000 US Dollar und wertvolle Punkte für das Olympia-Ranking. Der Weg führt die Teams durch eine modifizierte Gruppenphase und einer anschließenden K.o.-Runde. 

Auf die Frage, wer seiner Meinung nach Turnierfavorit ist, verrät Yannick Harms: “Hier ist es nicht nur extrem schwül, sondern auch sehr, sehr windig. Das macht das Spiel besonders unberechenbar. Natürlich sind Anders Mol und Christian Sorum immer heiße Kandidaten auf den Sieg, allerdings sollte man bei diesem Turnier vor allem die guten Windteams aus Brasilien, USA und Polen im Blick haben!”

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