Das ist der Stand im Olympia-Ranking

Einige Top-Teams können die letzten Turniere vor den Olympischen Spielen als Standortbestimmung nutzen. Für andere Duos wie Nils Ehlers und Lars Flüggen beginnt dagegen ein harter Kampf.

Das Qualifikationssystem

Zu den olympischen Spielen kommen die Teams über verschiedene Wege: So sichern die Weltmeister:innen ihrem Verband direkt einen Platz und 2019 wurden bereits zwei Tickets pro Geschlecht bei einem Olympia-Qualifikationsturnier ausgespielt. Ende Juni diesen Jahres wird sich eine Nation pro Kontinent bei den Continental Cups einen Platz in Tokio verdienen können. Und darüber hinaus spielen 15 weitere Duos bei den Spielen mit, die sich über das sogenannte olympische Ranking qualifizieren.

Für das Ranking werden die besten zwölf Turnierergebnisse eines Teams seit der Saison 2018 zusammengezählt. Erspielt sich ein Duo mit seinem 13. (14. /15. /usw.) Turnier ein besseres Ergebnis als bei ihrem bis dahin schlechtesten Turnier, wird dieses gestrichen und das neue Turnier wird mit eingerechnet. So kurz vor dem Ende des Qualifikationszeitraums haben alle Teams schon mindestens zwölf Turniere gespielt. Möchte man also wissen, welches Ergebnis ein Team braucht, um sich in der Rangliste verbessern zu können, reicht es auf das zwölftbeste Ergebnis dieses Teams, das sogenannte “Streichergebnis”, zu schauen.

 

  • 1. Platz - 800 Punkte
  • 2. Platz - 720 Punkte
  • 3. Platz - 640 Punkte
  • 4. Platz - 560 Punkte
  • 5. Platz - 480 Punkte
  • 9. Platz - 400 Punkte
  • 17. Platz - 320 Punkte

Herren

Das 15. Team, das derzeit über das Ranking ein Ticket für Tokio inne hat, sind Martins Plavins und Edgars Tocs aus Lettland mit 6000 Punkten und einem 320 Punkte-Streichergebnis. Wer also wie unter anderem Nils Ehlers und Lars Flüggen weniger Punkte hat, muss mindestens an den Letten vorbei. Hinter der magischen 6000 Punkte-Grenze befinden sich derzeit fünf Duos, die es rein rechnerisch schaffen könnten, sich noch für Olympia zu qualifizieren. Dazu gibt es zwei Duos, die zwar aktuell auf einem Qualifikationsrang liegen, denen aber noch der Platz streitig gemacht werden kann. 

Auf die Herausforderer wartet eine doppelte Aufgabe: Zum einen müssen sie sich vor all ihren Konkurrenten platzieren, zum anderen müssen sie mit Top-Ergebnissen genügend Punkte holen, um ihre Streichergebnisse zu verbessern. Ein Beispiel: Piotr Kantor und Bartosz Losiak haben nur 100 Punkte Rückstand auf Platz 15. Doch selbst wenn sie bei beiden Turnieren alle anderen Herausforderer hinter sich ließen, würden zwei 9. Plätze (400 Punkte) nicht reichen, um sich zu verbessern.

 

5540 Punkte / Streichergebnisse 300 und 320

Rückstand auf Platz 15: 500 Punkte

 

5700 Punkte / Streichergebnisse 300 und 320

Rückstand auf Platz 15: 300 Punkte

Lars Flüggen kennt die Drucksituation in der Olympia-Qualifikation bestens. Schon 2016 musste er nach langer Verletzungspause bis zum letzten Turnier um die Teilnahme in Rio de Janeiro bangen. Auch vor Tokio hat sein Körper ihm und Nils Ehlers immer wieder Steine in den Weg gelegt. Bei den Vier-Sterne-Turnieren in Cancun haben sie Ansätze ihrer Klasse gezeigt, die fehlende Konstanz war aber genauso deutlich erkennbar. In Sotschi und Ostrava könnte nun jeweils ein fünfter Platz reichen, wenn die anderen Teams hinter ihnen bleiben. Eine Medaille in Sotschi hätte einen ähnlichen Effekt und wäre besser für das Selbstbewusstsein in Ostrava sowie die Nerven der Fans.

Sollte es über das Ranking nicht klappen, haben die beiden Hamburger noch eine zweite, letzte Chance: Beim Continental Cup Finale in den Niederlanden vom 23. bis 26. Juni wird das allerletzte Olympia-Ticket ausgespielt. Mitfavoriten hier sind zum Beispiel die Österreicher, deren zwei Top-Teams Robin Seidl/Philipp Waller und Martin Ermacora/Moritz Pristauz noch nicht für Olympia qualifiziert sind und daher beide antreten dürfen. An der Seite von Ehlers/Flüggen werden aller Voraussicht nach Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms, die nach langer Verletzungspause in Sotschi erstmals wieder in der Qualifikation antreten, starten.

 

5700 Punkte / Streichergebnisse 400 und 400

Rückstand auf Platz 15: 300 Punkte

Den Kanadiern fehlt hingegen das eine Spitzenergebnis, um in Reichweite von Olympia zu gelangen. Seit 2018 haben sie bei vielen Turnieren zwischen 400 und 600 Punkten gesammelt, aber ein Ausreißer nach oben fehlt in der Rangliste. Platz 17, 25 und ein Quali-Aus zeugen leider auch von Startproblemen nach der Corona-Pause.

5800 Punkte / Streichergebnisse 320 und 320

Rückstand auf Platz 15: 200 Punkte

Die Punkte und die Streichergebnisse lassen hoffen, der Blick auf die aktuelle Formkurve dürfte den Schweizern allerdings weniger gefallen. Rang 25 - 9 - 17 lauten die Ergebnisse für Mirco Gerson und Adrian Heidrich in Mexiko. Um in der Nähe der Tickets zu bleiben, muss mindestens ein Top-10 und danach ein Viertelfinal-Ergebnis fallen.

 

5940 Punkte / Streichergebnisse 400 und 400

Rückstand auf Platz 15: 100 Punkte

In Cancun haben Piotr Kantor und Bartosz Losiak zweimal den fünften Platz erreicht. Zwei weitere Viertelfinalteilnahmen sind die Mindestanforderung, um sich in die Top 15 zu spielen - vorausgesetzt, die anderen Herausforderer bleiben hinter ihnen.

 


Stand jetzt qualifiziert:

6040 Punkte / Streichergebnisse 400 und 400

Platz 15

Sie sind die gejagten in Sotschi und Ostrava. Mit ihren 400 Punkte Streichergebnissen haben sie eine große Aufgabe vor sich. Der Blick auf die Setzliste macht keinen großen Mut auf das nötige Viertelfinale, um sich im Ranking zu verbessern. Kaum ein Top 10 Team lässt sich das Turnier entgehen und mit Setzlistenplatz 21 warten bereits in der Gruppe starke Gegner auf die Letten.

 

6120 Punkte / Streichergebnisse 300 und 320

Vorsprung zu Platz 16: 180

Für die Italiener Carambula/Rossi sieht es sehr gut aus. In Cancun haben sie mit zwei Halbfinalteilnahmen und einem 5. Platz durchweg eine starke Form bewiesen. Durch ihre niedrigen Streichergebnisse könnten sie mit einem 9. Platz schon fast ihre Tickets buchen

6140 Punkte / Streichergebnisse 400 und 400

Vorsprung zu Platz 16: 200

 

Damen

Aus deutscher Sicht ist der Blick auf das Olympia-Ranking deutlich entspannter als bei den männlichen Kollegen. Aber auch hier ist noch nichts in trockenen Tüchern.

6120 Punkte / Streichergebnisse: 400 und 400

Vorsprung zu Platz 16: 760

Das Streichergebnis von 400 Punkten zeugt von der soliden Arbeit, die Karla Borger und Julia Sude seit 2019 geleistet haben. Für das bestgesetzte deutsche Team geht es jetzt noch darum, ihre gute Form zu halten und für Olympia die letzten Prozente herauszuholen. 

5900 Punkte / Streichergebnisse: 300 und 320

Vorsprung zu Platz 16: 540

Licht- und Schattenmomente prägen die vergangenen zwei Jahre der amtierenden Olympiasiegerin Laura Ludwig und ihrer Partnerin Margareta Kozuch. Die Goldmedaille beim World Tour Final in Rom bringt sie in eine komfortable Situation in der Rangliste. Nicht nur um auf eventuelle Spitzenergebnisse der Verfolgerinnen vorbereitet zu sein, sondern auch fürs eigene Selbstbewusstsein wären zwei Top10-Ergebnisse in Sotschi und Ostrava wichtig.

 

5620 Punkte / Streichergebnisse: 320 und 320

Platz 15

Die Italienerinnen Marta Menegatti und Viktoria Orsi Toth befinden sich derzeit am Platz der Sonne des olympischen Rankings. Nachdem sie in Cancun Pause gemacht haben, dürften sie genug Kraft haben, um mit zwei Top-10 Ergebnissen den Teams hinter sich die Rechnungen auf den Kopf zu stellen.


5360 Punkte / Streichergebnisse: 320 und 320

Abstand auf Platz 15: 260

Joy Stubbe spielt aufgrund ihrer Schwangerschaft die Qualifikation zu den olympischen Spielen nicht aus. Das beach-volleyball.de Team wünscht der werdenden Mutter alles Gute für die kommende Zeit!

 

5360 Punkte / Streichergebnisse: 320 und 240

Abstand auf Platz 15: 260

Die Slowakinnen haben seit dem World Tour Finale 2019, dass sie auf dem 17. Platz abgeschlossen haben, an keinem Turnier der Weltserie mehr teilgenommen. Da sie weder in Sotschi noch in Ostrava starten, ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen über das Olympic Ranking nicht mehr möglich.

4960 Punkte / Streichergebnisse: 320 und 320

Abstand auf Platz 15: 660

Aufgrund der Regel, dass maximal zwei Teams pro Nation an dem olympischen Turnier teilnehmen dürfen, müssen Bieneck/Schneider nicht Platz 15 überholen, sondern ein anderes deutsches Team. Einzig mögliches Szenario: Bieneck/Schneider gewinnen in Sotschi und Ostrava jeweils die Goldmedaille und Ludwig/Kozuch scheitern in der Gruppenphase.

4940 Punkte / Streichergebnisse: 240 und 300

Abstand auf Platz 15: 680

Es müssten in Sotschi und Ostrava zwei Medaillen werden, um noch, zumindest auf dem Taschenrechner, eine Chance auf Olympia zu haben.

4700 Punkte / Streichergebnisse: 320 und 320

Abstand auf Platz 15: 920

Die Polinnen Katarzyna Kociolek und Kinga Wojtasik haben eine ähnliche Mission wie Bieneck/Schneider: Allein zweimal Gold und das Scheitern anderer Teams führt zu Olympia.

4600 Punkte / Streichergebnisse: 240 und 240

Abstand auf Platz 15: 102

Die routinierten Russinen haben zwar weniger Punkte als die Konkurrentinnen aus Polen, wegen ihrer niedrigeren Streichergebnisse könnte ihnen allerdings schon einmal Gold und einmal Silber reichen.

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