Borger/Sude: Schlüssel wird die Gruppenphase

Karla Borger und Julia Sude stehen erstmals im japanischen Sand bei den Olympischen Sommerspielen. Anspruchsvoll wird das Turnier für die Beach-Volleyballerinnen nicht nur wegen der hohen Temperaturen. 

32 Grad im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent: Die US-Amerikanerinnen April Ross und Alix Klineman kleiden sich noch am Trainingsort in Tokio mit Kühlwesten ein, Laura Ludwig nimmt regelmäßig Eisbäder und beim Testturnier von 2019 musste ein Schiedsrichter hitzebedingt ersetzt werden: Nicht umsonst spricht der Internationale Volleyball-Verband (FIVB) von den heißesten Spielen der Geschichte. 

Julia Sude und Karla Borger aber wollen sich auch von den extremen Wetterbedingungen in der japanischen Hauptstadt nicht abschrecken lassen. "Je heißer, desto besser. Das liegt uns", sagt Sude, "Die Bedingungen sind genauso wie damals beim olympischen Vorbereitungsturnier. Wir haben bei solchen Situationen unsere erfolgreichsten Turniere gespielt." Nach dem ersten 45 Minuten-Training ergänzt ihr Trainer Thomas Kaczmarek: "Hier sind genau die Bedingungen, die wir erwartet haben und darauf sind wir vorbereitet. Überhaupt muss man mal auch festhalten, wie dankbar wir sein können, dass die Spiele überhaupt stattfinden."

Ein vager Ausblick auf die Gruppenphase 

Ähnlich hart im Nehmen zeigen sich Sude und Borger, wenn es um die Gruppenauslosung geht. Mit den Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Parades, den Europameisterinnen Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré und den Newcomerinnen Katja Stam/Raïsa Schoon erwischten sie die wohl härteste Gruppe des Turniers. “Wir haben schon bewiesen, dass wir jeden aus unserer Gruppe schlagen können. Olympia hat seine eigenen Regeln. Wer macht sich den meisten Druck? Wer kommt am besten mit der Situation vor Ort klar? Das sind alles Faktoren, die zusätzlich ins Spiel kommen", sagt Borger.

Auch wenn sich die Teams nach den vergangenen Monaten bereits an leere Tribünen gewöhnt haben, ist das große Stadion mit 12.000 Sitzplätzen, die große Hitze, überdimensionale Medienpräsenz und der Druck eine neue Dimension, mit der alle Spieler:innen erst einmal umgehen müssen. "Wenn wir die Gruppe schaffen, wissen wir, dass wir vorne mitspielen können". Nach den ersten Tagen vor Ort begeistert besonders die Stadionatmosphäre Spielerinnen wie Trainer: "Viele haben Jahre dafür investiert, hier einmal spielen zu können. Dann ist es schön, so belohnt zu werden”, sagt Kaczmarek. “Und gerade deshalb, ist es auch egal, gegen wen man spielt." 

Ein klares Ziel will das Team nicht ausgeben: "Wir haben kein Ziel an konkreten Medaillenrängen fest gemacht. Wir möchten unser bestes Beach-Volleyball auf den Court bringen”, so Borger. “Dass wir theoretisch alle schlagen können, haben wir schon oft genug auf der Tour bewiesen. Jetzt heißt es, die Leistungen der Vergangenheit in einem Turnier abzurufen." Knackpunkt sei, auch für das Selbstbewusstsein, das Überstehen der Gruppenphase. Sude führt an, dass sie die Underdog-Position durchaus als Vorteil sieht. Zudem sei der Modus mit Spielen an jedem zweiten Tag günstig, um so mit frischer Energie das Spiel zu dem eigenen zu machen. Und ohnehin gilt ja bekannterweise: Bei Olympia ist alles möglich.

“Manchmal sind es auch Nuancen, die die beiden auf ein komplett anderes Niveau beamen können.” - Thomas Kaczmarek, Trainer von Borger/Sude

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