Sotschi, Four Man und die Suche nach Glück

Die Beach-Volleyball-Qualifikation für die Olympischen Spiele neigt sich dem Ende entgegen, gegen den Präsidenten des Weltverbandes wird ermittelt und emotionale Worte in den sozialen Medien: unser Wochenausblick.

Wer spielt wann gegen wen?

Nach der Bubble von Mexiko mit drei Vier-Sterne-Turnieren am Stück steht jetzt ein Event an, dass schon fast an Vor-Pandemie-Zeiten erinnert: Am Mittwoch geht im russischen Sotschi ein Vier-Sterne-Turnier mit der Qualifikation los, einen Tag später folgt der Start des Hauptfelds, die Sieger und Siegerinnen stehen am Sonntag fest. Dazu ist die versammelte Weltelite vor Ort - beinahe könnte der Gedanke aufkommen, es ist ein ganz normales Turnier. Nicht ganz, denn für die Teams gelten weiterhin strenge Hygieneregeln: Quarantäne nach der Reise, Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, Social Distancing und regelmäßige Tests.

Aus deutscher Sicht starten Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms in der Qualifikation, Clemens Wickler gibt sein Comeback nach einer längeren Pause. Dazu kommen Nils Ehlers und Lars Flüggen, die die Resthoffnung auf einen direkten Olympia-Platz nicht aufgeben wollen. Bei den Damen sind Karla Borger/Julia Sude, Laura Ludwig/Margareta Kozuch und Victoria Bieneck/Isabel Schneider gesetzt. Erstmals findet die wieder eingeführte Country Quota des DVV am Turnierort statt, die Duos Kim Behrens/Sandra Ittlinger, Leonie Körtzinger/Sarah Schneider und Chantal Laboureur/Sarah Schulz kämpfen dann um den letzten deutschen Platz in der Qualifikation.

 

Im Fokus

Dass sich zwei Herren-Teams aus den USA für die Spiele in Tokio qualifizieren werden, steht außer Frage - die Frage ist nur, welche das sein werden. In einem umkämpften Rennen um die Tickets haben derzeit Jake Gibb und Taylor Crabb die besten Chancen. In Doha schob sich aber erstmals im gesamten Qualifikationszeitraum Blocklegende Phil Dalhausser mit Partner Nick Lucena an dem dritten US-amerikanischen Spitzenduo Trevor Crabb und Tri Bourne vorbei, die jetzt unter Zugzwang stehen. In Sotschi brauchen sie mindestens einen fünften Platz, sonst sind die WM-Vierten raus. Stattdessen würden Dalhausser und Gibb bereits zum vierten (!) Mal zu Olympischen Spielen fahren. All eyes on America.

 

Szenen-Gespräch

Ary da Silva Graça Filho, Präsident des Internationalen Volleyball-Verbandes (FIVB), wird verdächtigt, Mitglied eines Geldwäsche-Netzwerks zu sein und Gelder veruntreut zu haben. Das hat die brasilianische Staatsanwaltschaft mitgeteilt, nachdem sie das Haus des Präsidenten wie auch den Hauptsitz des brasilianischen Verbandes CBV durchsucht hatte. 

In einem Statement gegenüber dem TV-Sender Sport1 wies der FIVB die Vorwürfe zurück, wollte sich mit Verweis auf das laufenden Verfahren aber nicht weiter dazu äußern. Graça steht seit 2012 an der Spitze des Weltverbandes, von 1997 bis 2012 führte er die brasilianische Föderation an.

 

Und sonst so?

  • Das Vier-Sterne-Turnier in Gstaad soll vor Publikum stattfinden. Die Veranstaltenden rechnen im Juli mit etwa 1700 zugelassenen Zuschauer:innen am Tag.
  • Im bulgarischen Sofia fand in der vergangenen Woche ein Ein-Sterne-Turnier statt. Die Goldmedaillen gingen an die USA (Alexandra Wheeler/Corinne Quiggle) und Russland (Aleksandr Kramarenko/Maksim Hudyakov). Deutsche Teams waren nicht am Start.
  • New Beach Order 1.0: Am Donnerstag soll die dritte Ausgabe der “German Beach Trophy” in Düsseldorf starten. Teilnahmelisten sind noch nicht veröffentlicht, alle Informationen folgen auf der Turnierseite.
  • New Beach Order 2.0: Im neu geschaffenen Format “Squad Battle” duellierten sich von Donnerstag bis Montagabend vier Teams á zwei Duos im Beach-Volleyball und im Vier gegen Vier, dem sogenannten “Four Man”, mit dabei waren unter anderem David und Bennet Poniewaz sowie Alexander Walkenhorst und Sven Winter. Die Sieger stehen am Montagabend fest. #Squadgoals.

 

Gut gesagt - Zitat der Woche

“Das Leben hat mir etwas Grundlegendes gezeigt: Die Wichtigkeit von Glück im Zusammenhang mit Erfolg. (...) Du kannst so talentiert sein wie du willst, du kannst härter als alle anderen arbeiten, aber wenn du Pech hast, ist das alles nichts wert. Erfolg ist das Zusammenspiel aus Talent, harte Arbeit und eine gewisse Abhängigkeit von den Bedingungen, damit alles zusammenfällt. Profi-Sport ist gnadenlos und unsicher. (...) Ich habe mich entschieden, mich niemals wieder um die Olympischen Spiele zu kümmern. Stattdessen werde ich daran arbeiten, mein Level zu stabilisieren, damit ich mehr Spaß in den vier Jahren dazwischen habe”

Hendrik Mol in einem emotionalen Instagram-Post, nachdem sein Bruder Anders Mol falsch-positiv auf das Coronavirus getestet wurde und die Norweger deswegen nicht am Continental Cup teilnehmen konnten

 

 

Aus den sozialen Medien