"Tholes Aufschlag soll eine neue Qualität für die Olympia-Saison werden"

Die Sieger und Siegerinnen des Nations Clashs stehen fest, aber was sagen eigentlich die Trainer zu dem sportlichen Niveau nach einer so langen Wettkampfpause? Drei Protokolle.

Martin Olejnák, Chef-Bundestrainer der deutschen Herren, hauptverantwortlich für Julius Thole und Clemens Wickler

“Das sportliche Niveau war in den ersten Tagen sehr interessant, es waren viele Teams aus der breiteren Weltspitze da. Zum Ende wurden die Spieler aber etwas müde. Ich kann mir vorstellen, dass die Teams gerne an solchen Turnieren teilnehmen werden, sollten sie noch einmal veranstaltet werden. In einer bestimmten Phase der Vorbereitung kann es sehr hilfreich sein. Wir haben jetzt einen groben Rahmen bis zu den Olympischen Spielen und wissen, wo wir Höhepunkte setzen wollen. Wir wissen aber letztlich nur, was in welchen Wochen passieren kann und müssen immer wieder kurzfristig reagieren.

Das Turnier war eine große Hilfe für uns, weil wir damit zum Ende der Vorbereitungsphase die Option hatten, einen richtigen Wettkampf zu haben - Trainingsspiele sind schließlich immer etwas anderes. Natürlich haben wir uns den sportlichen Teil anders vorgestellt, Clemens konnte ja nur die letzten zwei Spiele bestreiten. Aber da können wir nichts machen. Nach dem Trainingslager hat er leichte Schmerzen im Knie gespürt. Weil ihn das an eine alte Verletzung erinnert hat, wollte er kein Risiko eingehen. Bei Lars Flüggen ist es etwas anders. Er ist zwar bald wieder einsatzfähig, hat jetzt aber für längere Zeit ausgesetzt. Momentan sieht es so aus, als würde er nicht in Doha antreten können, weil er dafür dann nicht gut genug vorbereitet ist. Danach sollte er aber fit sein, es ist nichts ernsthaftes.

Es war klar, dass die Gegner im Interimsduo Thole/John viel mehr auf Dan John spielen werden. Für Julius war das eine gute Gelegenheit, sein Zuspiel unter Wettkampfbedingungen zu verifizieren, da waren wir auch äußerst zufrieden mit ihm. Er konnte auch viel in seinen harten Sprungaufschlag investieren, das soll eine neue Qualität für die Olympia-Saison werden. Wir wollen, dass er mehr Optionen im Aufschlag hat. Damit können wir noch bessere Chancen gegen andere Top-Teams haben.”

Christoph Dieckmann, verantwortlich für Nina Betschart/Tanja Hüberli und Esmeé Böbner/Zoé Vergé-Dépré (SUI)

“Das Turnier hatte eine Wettkampfs-Atmosphäre. Zwar war es vor Ort ohne Publikum ruhig, aber mit dem Wissen, dass einige Leute online zuschauen, und durch die Spiele gegen internationale Konkurrenz kam es einem Wettkampf schon sehr nahe. Gerade bei den Damen hatten die Teams ein hohes Level. Und Katja Stam und Raisa Schoon haben gezeigt, dass sie sehr bald auch Teil der Weltspitze sein können.

Mit dem Ergebnis von Nina und Tanja bin ich zufrieden. Von der Konstellation her war es nicht ideal, gleich im ersten Spiel auf die Holländerinnen zu treffen, die vor Ort sicherlich das beste Team waren. Es wäre spannend gewesen, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal gegen sie zu spielen. Die deutliche Niederlage hat aber dazu geführt, dass Nina und Tanja zeigen wollten, was sie können und noch konsequenter aufgetreten sind. Im Training waren sie vielleicht noch konstanter, das Zusammenspiel in der Block-Feldabwehr wird immer besser. Wir wollen zu Olympia hin noch an einigen Schrauben drehen, um das Niveau noch weiter zu steigern.

Für Esmeé und Zoé kam die Teilnahme überraschend. Von der Belastung hat es eigentlich nicht gepasst, aber es war eine gute Gelegenheit, sich auf so einem Niveau zu messen und eine gesicherte Anzahl an Spielen gegen Top-Teams zu haben. Am Anfang hat man gemerkt, dass der Abstand noch groß ist. Aber wir haben dann etwas umgestellt. Wenn die Gegnerinnen dann noch nicht ihre beste Leistung bringen, können sie mitspielen. Wir waren etwas überrascht, dass sie Spiele gewinnen konnten, sind also sehr zufrieden. Nach einem Trainingslager sollen sie in der Qualifikation in Doha spielen, alles andere muss man abwarten. Aber das wird gut, um zu sehen, wo sie im internationalen Vergleich stehen.”

Florian Karl, verantwortlich für Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré (SUI)

“Für uns war das Turnier ein spannender Trainingsreiz, der uns spielerisch, athletisch und mental herausgefordert und weitergebracht hat. Wir haben gut gearbeitet und sind wichtige Schritte weitergekommen. Das Turnier war für uns ein wunderbare Möglichkeit, an Dingen zu arbeiten, die man im Training nicht simulieren kann.

Bei den Damen haben es die Organisierenden geschafft, die fünf besten europäischen Teams der Weltrangliste nach Düsseldorf zu lotsen. Leider musste das beste tschechische Team noch kurzfristig absagen. Sowohl das junge holländische als auch das junge Schweizer Team haben diese Lücke aber sehr gut gefüllt. Unser Fokus liegt jetzt klar auf unserer Entwicklung für den Sommer. Was müssen wir jetzt angehen, um im Sommer alles getan zu haben, um zu performen? Das ist die einzige Frage, die uns zur Zeit interessiert. Dafür geht es für uns Ende Februar nochmal nach Teneriffa und dann weiter nach Doha.”

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