Beach-Fidel liefert ab

Jan Romund: „Es war noch mal mehr los als letztes Jahr. Das hat vor der Kulisse schon Spaß gemacht“

von: Westfälische Nachrichten

Beim Finale der Münsteraner Stadtmeisterschaften am vergangenen Sonntag hat Carla Fuchs die Tribüne noch zum Anfeuern animiert. Rund eine Woche später beim Picture-Premium-Cup, dem großen Highlight der Münster-BeachDays, stand sie an der Seite ihrer Schwester Jula (USC) auf dem Feld und sorgte abermals für mächtig Stimmung. Als die Erstliga-Zuspielerin des USC Münster in der Partie gegen Emilia Simon (FCJ Köln) und Lotta Surwehme (TB Höntrop) mit dem Wind spielte und den Schlagabtausch mit einem Netzkantenass zum 2:0 beendete, setzte es von den zahlreichen Zuschauern und USC-Kapitänin Esther Spöler Szenenapplaus. Ein Bild, das sich häufte – Münsters Beachduos spielten in Berg Fidel groß auf.

Beeindruckend war auch das, was Veteran Jan Romund mit seinem Partner Moritz Lembeck (beide Beach&Volley e.V.) noch immer in den Sand stemmte. Bei seinem eigenen Turnier kämpfte sich der 42-jährige Ausrichter über die Verliererrunde bis ins Viertelfinale. Dort war erst gegen die an Position eins gesetzten Favoriten Manuel Harms (Rhein-Sieg Volleys) und Richard Peemüller (Beach me e.V.) Schluss. „Es war noch mal mehr los als letztes Jahr. Das hat vor der Kulisse schon Spaß gemacht“, sagte Romund.

Erfolgreiche Lokalmatador:innen

Noch besser schlugen sich die beiden Lokalmatadorinnen Anna Siebert (USC) und Sunna Milz (VCO Münster), die bis ins Halbfinale vorpreschten. Dort mussten sie sich den späteren Zweitplatzierten Josefine Schäkel (1. BC Kiel) und Mila Jancar (Eintracht Spontent) geschlagen geben. Der Sieg bei einem der wertvollsten Turniere NRWs ging an Nele Schmitt (TuSa Düsseldorf) und Nina Interwies (Beach me e.V.). „Das ist total cool gemacht hier. Zuschauer können richtig nah dabei sein. Das macht das Event aus“, sagte Siebert, die als Dritte vor den beiden Fuchs-Schwestern (9. Platz) und VCO-Talent Helena Klemm mit Sarah Overländer (Bayer Leverkusen/9.) gelandet war.

Für das sportliche Highlight aus Münsteraner Sicht sorgte das Herren-Duo Lucas Ovelhey und Lukas Salimi (beide Beach&Volley e.V.). Ovelhey, der seine Jugend beim TSC Münster-Gievenbeck verbrachte und nach langer Leidenszeit im Mai beim Urlaubsguru-Cup auf Norderney seinen größten Sand-Erfolg feierte, zog mit Salimi ins Endspiel ein. Beim krönenden Abschluss spielten sie im Finale groß auf, mussten sich Janik Sambale und Jonas Kaminski (beide BeachVolley United) jedoch knapp mit 0:2 (14:21, 22:24) beugen. „Es hat sich hier sehr heimisch angefühlt“, sagte Ovelhey, der künftig mit Yannick Biebelriether (SV Schwaig) um Punkte für die Deutsche Meisterschaft in Dortmund (27. bis 30. August) spielt.


Längst ein Fixpunkt in Münster

Als die erfolgreichen Duos auf dem Siegerpodest den verdienten Erfolg aufsogen, hatte Jan Romund Zeit für einen kurzen Plausch mit Tilman Fuchs, tauschte sich mit dem Oberbürgermeister und gleichzeitig Schirmherr der Münster BeachDays aus. Auch der Turnierorganisator hatte vernommen und daher sich beim ersten Mann der Stadt bedankt, dass dieser lobende Worte für die Woche voller Beachvolleyball mit den Stadtmeisterschaften, den Events für Schüler und Unternehmen sowie mit dem abschließenden Picture-Premium-Cup gefunden hatte.


Das tat gut und war der Lohn für die viele Arbeit, die Romund mit seinem Mitorganisator Thomas Öing und vielen anderen Helfern nicht nur im Vorfeld, sondern auch am Sonntag noch bis 23 Uhr beim Abbau der Anlage am Berg Fidel geleistet hatte. „Aber es hat sich gelohnt. Wir hatten 750 Sportlerinnen und Sportler hier, vom Grundschüler bis zum Profi. Insgesamt war es sehr gut, es gab viel positive Resonanz“, sagte Romund.
Die Turnierwoche mit dem ganz besonderen Charakter hat sich zu einem Fixpunkt in Münsters Sport-Kalender entwickelt, ist den Kinderschuhen entwachsen. Noch vor vier Jahren als Turnier der Kategorie A+ auf der Anlage des HSP an nur einem Tag, nun mittlerweile mit vier Feldern und Tribünen mindestens mehr als eine Nummer größer. Noch auf dem Court bei der Siegerehrung gab Lars Algemissen vom Titelsponsor des Picture-Premium-Cups die Zusage für 2026, zudem haben „viele weitere Partner schon angekündigt weiterzumachen“, so Romund, der die Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt noch einmal betonte. „Das Sportamt hat uns immer unterstützt und an die Veranstaltung geglaubt.“

Abschiedsturnier für Ovelhey/Salimi


Sportlich hielt der mit 10.000 Euro dotierte Premium-Cup das, was er versprochen hatte. Packende Duelle boten die Aktiven den Zuschauern, die im Herren-Finale gerne eine Zugabe gesehen hätten. Das Lokal-Duo Lukas Salimi und Lucas Ovelhey hatten im zweiten Durchgang Satzbälle gegen Janik Sambale und Jonas Kaminski, unterlagen den Bayern aber letztlich 14:21, 22:24.
Es war wohl der letzte gemeinsame Auftritt von Salimi und Ovelhey, der nun mit Yannick Biebelriether spielen wird. „Er hat mich auf Noderney gefragt. Dann habe ich noch eins, zwei Wochen gewartet und bin zu dem Entschluss gekommen, dass das eine gute Entscheidung ist“, sagte Ovelhey.   
Einst war er in Münster für den TSC Gievenbeck in der Jugend aktiv, wohnte lange Zeit im Münsterland. „Deswegen fühlt es sich sehr heimisch hier an“, sagt Ovelhey, der nun aber nach Bochum gezogen ist, um dort unter Olympiasieger-Trainer Hans Voigt in Witten zu trainieren.
Nach einer schweren Zeit mit schmerzenden Knien und zwei Schulter-Operationen ist er zurück in der Spur, gewann Pfingsten das Turnier auf Norderney mit Luis Henrichs. Mit Biebelriehter schielt er auf die DM. „Wenn es klappt, wäre es schön. Wenn nicht, wäre das auch nicht schlimm“, sagte Ovelhey, den Salimi nur ungern, aber nicht im Unfrieden ziehen lässt. „Wenn das mit den beiden funktioniert, ist doch alles gut.“

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