Das Beach-Turnier

Feiern konnten wir dann nicht so lange, denn um 5.30 Uhr ging bereits wieder der Wecker, denn um 7.30 Uhr sollte endlich das Beachturnier beginnen, am skurrilen Strand von Coney Island mit dem ältesten Vergnügungspark der Welt. Nadja und ich hatten es in unserer Gruppe mit Finnland, China, Frankreich und Canada zu tun. Noch voller Silber-Glücksgefühlen verloren wir dann drei der vier Gruppenspiele jeweils knapp zu 19 bzw. zu 18 und kamen  nicht in die Endrunde, was aber völlig ok war, denn damit hatten wir einen freien Tag gewonnen.

Am Freitag dann endlich mal ausschlafen und noch ein wenig Sightseeing – war das herrlich. Nachmittags zog es uns dann wieder an den Strand, denn zwei deutsche Teams waren noch im Rennen: Falk Reissig und Roland Steinke, sowie Roland Bongarz und Phillip Rumpf. Nachdem sich Roland und Falk  mit einem super 4. Platz aus dem Turnier verabschieden mussten, holten „Bongo“ und Phillip völlig überraschend nach überragender Leistung die Bronzemedaille hinter der Highway-Patrol  San Diego (Gold)  und den Kollegen aus Florida (Silber).
Am letzten Wettkampftag stand Mixed-Beachvolleyball auf dem Plan, das hieß wieder 5.30 Uhr aufstehen, um gegen 8 Uhr in Coney Island am Strand zu stehen. Durch den Tag Pause war ich gut erholt und guter Dinge, bei schönstem heißen Wetter mein erstes Turnier mit Roland Steinke zu spielen, der schließlich Schuld hatte, dass wir in New York geflogen sind. Nachdem ihm seine Mixed-Partnerin abgesagt hatte, bekam ich nämlich eine Mail von Roland mit der Frage, ob wir „Alten“ nicht die Welt verhauen oder zumindest ein wenig ärgern wollen. Natürlich wollte ich und so traten wir als älteste Team mit zusammen zarten 88 Jahren an, um es der Welt, die mit 45 Mixed-Teams vertreten war) zu zeigen. Gott sei Dank hatte sich Roland beim Herrenturnier etwas „geschont“, so dass seine Schmerzen vom Hallenevent und Beachen nicht mehr ganz so heftig waren. Unsere Gruppenspiele fanden auf Court 4 statt, den „mein“ Gunnar vorher in harter Arbeit von den vielen vielen Glasscherben befreite. Das war nämlich das einzige Manko dieses Strandes: Glasscherben so weit das Auge reicht. Leider haben sich auch viele Spieler durch Schnitte verletzt.

Unseren ersten gemeinsamen Satz überhaupt spielten wir dann gleich gegen die Goldmedaillen-Franzosen „Hans“ und Partnerin. Mit Blick auf meinen blauen Oberschenkel gelang uns eine deutliche Revanche, wobei uns die WPFG-Mixed-Regeln (Mixed-Netzhöhe, Männer dürfen nicht blocken und nur Hinterfeld bzw. unterhalb des Netzes angreifen) sehr entgegen kamen. Auch Österreich und Canada konnten wir mehr oder weniger deutlich schlagen. Da es darum ging mit einem guten Ball-Punkteverhältnis weit oben im 18er-Singleout gesetzt zu sein, um möglichst spät auf die sehr guten Finnenteams zu treffen, mussten wir die Chinesen hoch schlagen. Roland hat sich deshalb bei der Wahl für den Aufschlag entschieden und ganze 21 davon sehr gezielt auf die gegnerische Seite gebracht – es war uns sehr unangenehme, aber es ging nicht anders…und sollte sich später auszahlen, denn dadurch waren wir an Platz Zwei  gesetzt.
Im Achtelfinale trafen wir auf Frankreich. Inzwischen war der Sand fast zu heiß zum Spielen und die  Luft heiß. Vor lauter Hitze und Anspannung bekam ich kaum Luft, was mir aber half viel ruhiger und konzentrierter auf dem Feld zu agieren. Roland hat mich super gut „gecoacht“ und wie in jedem Spiel die Taktik vorgegeben, mit der wir auch dieses Spiel dann 25:21 gewinnen konnten.
Danach kamen wir im Viertelfinale nicht um die ersten Finnen herum: Anton (der 2008 zusammen mit seinem Partner Yuri im Club Kastalia bei Marvin Polte trainiert hat) und seine Partnerin die sich am Tag zuvor mit Partnerin Laura die Goldmedaille bei den Frauen geholt hatte, warteten auf uns. Mit einer guten Taktik, einem goldenen Händchen von Roland, dem “Coach“ an meiner Seite und einem sehr konzentrierten und fehlerlosen Spiel meinerseits, waren diese Finnen dann kein großes Problem für uns und wir standen plötzlich mit drei finnischen Teams im Halbfinale!
Das Halbfinale gegen Goldmedaillen Laura und ihren Partner war dann unerwartet „einfach“. Mit einer super guten Annahme und noch besseren Abwehrleistung und einigen sehr platzierten ersten und zweiten Bällen von Roland zogen wir zum einen dem Gegner schnell den Zahn und zum anderen ins Finale ein!!!
Dort wartete dann der härteste Brocken: Yuri und Maria aus Finnland. Roland erzählte mit dann gleich mal beim Warmmachen, dass Yuri schon das ein oder andere CEV-Turnier und FIVB-Quali gespielt hätte und Maria in der 1. und 2. Liga in Finnland spielt. Die Chancen standen nicht so gut, dennoch wollten wir wenigstens die vielen Fans und Zuschauern ein würdiges Finale bieten, was uns dann auch gut gelungen ist. Nachdem die Finnen einen furiosen Start hinlegten und mit 4:1 in Führung gingen, konnten wir zum 7:7 ausgleichen. Die vorher so erfolgreichen „schmutzigen“ zweiten Bälle von Roland fanden jetzt nicht immer den Weg in den Sand, sondern wurden von Yuri, der die Spielweise von Roland zu kennen schien, das eine und andere mal abgefangen. Dennoch blieben wir immer gut an den Finnen dran und konnten mit spektakulären Ballwechseln mithalten und für super Stimmung sorgen. Dass wir am Ende mit 20:25 verloren haben, war mir persönlich so was von egal – ich habe Dank Roland den schönsten Tag in meinem Beach-Volleyballleben erleben dürfen, der am Ende auf dem Treppchen mit Silber „vergoldet“ wurde.

Am Abend haben wir mit allen Finnen zusammen auf deren Dachterrasse über den Dächern von Brooklyn gefeiert und Yuri erzählte mir, dass er sehr froh sei, dass die Coaches der Beach-Academy ihn so trainiert hätten, dass es gegen uns gereicht hat. Er hatte Angst vor dem Finale, weil er Roland mit seiner Spielweise kennt und er über mich von den anderen Finnen gehört hätte: Passt auf, die wehrt alles ab und macht keine Fehler! Kann es ein besseres Kompliment geben?!?
Nun habe ich zwei Jahre Zeit, um in weiteren  Camps der Beach-Academy noch besser zu werden und bei den WPFG 2013 in Belfast 2013 noch mal anzugreifen…. vielleicht mit Roland, wenn er sich dann mit einer 50-jährigen zusammen noch aufs Feld traut ;-)

Eure
Meike

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