Büthes Bauchgefühl

Swatch Major Series

Bei der Suche nach einer neuen Partnerin für Karla Borger hat die Ex-Mitspielerin Britta Büthe kräftig mitgeholfen. Weil sie das richtige Bauchgefühl hatte.

Ein Tipp von Büthe brachte Borger/Kozuch zusammen

Die Partnersuche ist im Beach-Volleyball kein leichtes Unterfangen. Den oder die Richtige an seiner Seite zu finden, hat schon fast etwas von der Suche nach dem Partner fürs Leben. Der Deutsche Volleyball-Verband geht dementsprechend ähnliche Wege beim Kennenlernen, und hat in dieser Woche eine Art Speed-Dating anberaumt, wo sich eine Reihe von Spielern zum Beschnuppern im Sand trifft.

Karla Borger (27) wird nicht dabei sein. Sie hat in der vergangenen Woche ihre neue Partnerschaft mit der 336-fachen Hallen-Nationalspielerin Margareta Kozuch (29) verkündet. "Ich bin so froh, dass es jetzt entschieden ist“, sagt sie. Eigentlich wollte Borger nach der Saison ein bisschen abschalten, doch abgesehen davon, dass sie bei ihrem ersten Urlaub seit Jahren erst einmal lernen musste, wie das noch einmal funktioniert, wartete sie sehnsüchtig auf eine Zusage von Kozuch, genannt  Maggie. „Dann kam eine Nachricht von ihr, dass sie gern an meiner Seite meine neue Partnerin wäre, und ich musste das Handy erst einmal weglegen, bevor ich antworten konnte, weil meine Hände so feucht geworden sind“, verrät Borger.

Einmal waren sich die beiden Athletinnen zuvor im Kraftraum am Olympiastützpunkt Stuttgart begegnet. Dass Kozuch überhaupt im Kreis der potenziellen Partnerinnen gelandet ist, hat sie ausgerechnet ihrer Vorgängerin Britta Büthe zu verdanken. Als Büthe ihr mit den Deutschen Meisterschaften am Timmendorf Strand ihr letztes Turnier spielte, hatte sie Borgers Zukunft bereits im Blick. „Als wir auf den Center Court gekommen sind, stand Maggie als Zuschauerin in der großen Schlange vor der Tribüne, und Britta hat einfach gemeint: Hier schau mal, da steht deine neue Partnerin“, sagt Borger.


Margareta Kozuch hat schon zwei Titel im Beach Volleyball


Schon in einem früheren Gespräch hatte Büthe den Namen Maggie in den Raum geworfen. „Warum, weiß ich gar nicht mehr so genau“, sagt sie. Vielleicht war es einfach ein Bauchgefühl. Die bisherigen Höhepunkte ihrer Beach-Volleyball-Karriere hatte Kozuch 2002 und 2004, als sie jeweils die Hamburger Jugend-Meisterschaft gewann. Seitdem hat die 1,88 Meter große Diagonalangreiferin die Hallenschuhe nicht mehr oft ausgezogen. „Ich muss aber sagen, ich habe es irgendwie immer in mir getragen, dass ich gerne mal Beach-Volleyball spielen wollte“, sagt sie. „Jetzt frage ich mich natürlich, ob ich es nicht selber irgendwie unbewusst dahin geführt habe.“

Als sie zum Zuschauen nach Timmendorfer Strand kam, sprach sich schnell herum, dass sie nach dem Champions-League-Sieg mit Pomi Casalmaggiore noch keinen neuen Vertrag abgeschlossen hatte. „Ich bin ein Mensch, der versucht, den Moment zu leben. Ich bin sehr offen für das, was kommt“, sagt Kozuch. Als sie wieder zurück in Italien war, kam der Anruf von Borger und Kozuch entschied sich nach kurzer Bedenkzeit für das Abenteuer im Sand. „Mir ist wichtig, dass es eine Entscheidung für den Sand und nicht gegen die Halle ist“, sagt Kozuch. Genau wie die ehemalige kanadische Hallen-Nationalspielerin Sarah Pavan, die 2013 in den Sand wechselte, kann Kozuch sich vorstellen, weiterhin im Winter in der Halle zu spielen — zum Beispiel in China, wo die Saison bereits im Februar endet. „Das wäre für mich grundsätzlich eine Option, aber das muss für das gesamte Team passen“, sagt sie.

Bereits vor Borgers Anfrage hatte sie im Sommer drei chinesische Vereine im Visier, darunter ihren alten Klub Shanghai Eastbest, doch dort bekleidet seit vergangenem Jahr eine gewisse Sarah Pavan die Diagonalposition. „Dadurch, dass sie früh verlängert hat, war das für mich keine Option“, sagt Kozuch. „Ich bin außerdem überhaupt noch nicht erfahren im Beach-Volleyball, deshalb denke ich, gerade jetzt ist es auch wichtig, dass ich die komplette Vorbereitung auf die Saison im Sand mache und darüber Erfahrung sammle.“


Alexander Brouwer versucht sich Indoor

Umgekehrt macht es gerade Alexander Brouwer. Der Holländer hat sich der Hallenmannschaft Inter Rijswijk angeschlossen. Als Außenangreifer macht er gerade die niederländische Liga unsicher, und hat sogar eine eigene Facebookseite gegründet. „Ohne den Langen“, wie er schreibt. Doch keine Panik: „Im Februar werde ich in den Sand zurückkehren, mit Robbie“, sagte er uns. Mit Robert Meeuwsen will er nach der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio auch den Weg Richtung Tokio 2020 gemeinsam bestreiten.

So weit sind Borger/Kozuch mit ihren Gedanken noch nicht. „Wenn man mir sagen würde, ich könnte bei den Olympischen Spielen sein, wäre das natürlich fantastisch“, sagt Kozuch, die die Qualifikation mit ihrem Hallen-Team dreimal verpasste. „Aber das ist gerade alles so weit weg. Der alte Olympia-Zyklus ist gerade erst zu Ende, und ich fokussiere mich jetzt erst einmal auf die neuen Aufgaben. Mal sehen, wo uns unsere Schritte hintragen.“ Borger ist zuversichtlich: "Ich glaube, ich hab mich ein bisschen verliebt. Ich weiß, dass das menschlich sehr cool wird, alles andere wird dann schon kommen.“

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