Sandra Ittlinger: Als Universalspielerin gehandelt

Nationalteams

Warum die Beach-Volleyball-Nationalspielern Sandra Ittlinger zum Kreis der besten Block- und Abwehrspielerinnen zählt - und damit für Olympia 2024 und 2028 in Frage kommt.

Geburtstag zuhause statt Reisen rund um den Globus

Der letzte Geburtstag zu Hause im Kreise der Familie? „Auf jeden Fall schon lange her”, sagt Sandra Ittlinger. „Normalerweise bin ich im Sommer ja immer bei Turnieren unterwegs.” In diesem Jahr aber ist alles anders. Die Corona-Pandemie sorgte für die Absage aller Turniere, die der Techniker Beach Tour, wie die der World Tour, bei denen die Nationalspielerin zusammen mit Chantal Laboureur eigentlich in den Kampf um ein Olympiaticket eingreifen wollte. Es eröffnete aber auch den Freiraum, ihren 26. Geburtstag in München verbringen zu können.

Die gewonnene Zeit nutzte sie auch, um Anfang Juni einer Einladung zur Sichtung der Perspektivspielerinnen für Olympia 2024 und 2028 zum Olympiastützpunkt Hamburg zu folgen. Auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Auf den zweiten jedoch schon, waren doch zu dem viertägigen Lehrgang außer Sandra Ittlinger ausschließlich Abwehrspezialistinnen geladen. „Die Einladung kam nicht überraschend“, sagt sie. „Es ist kein Geheimnis, dass ich als Universalspielerin gehandelt werde.”

Groß – aber irgendwie nicht groß genug

„Als Blockspielerin hat Sandra schon bewiesen, dass sie international Top-Ten-Ergebnisse abliefern kann. Ein Vier- oder Fünf-Sterne-Turnier zu gewinnen, das ist ihr noch nicht gelungen”, sagt DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand. „Unser Ziel für 2024 ist eine Olympische Medaille. Es bleibt abzuwarten, ob Sandra das Potenzial dafür hat.” Bei der Zukunftsplanung, so betont er, orientiere man sich an der absoluten Weltspitze und das bedeute „Gardemaß plus Handlungshöhe”. Und da hapert es. Mit 1,81 Meter ist die Wahl-Berlinerin zwar hoch gewachsen, aber eben auch nicht außergewöhnlich groß. Dafür, so Hildebrand, „ist sie eine spielstarke Blockspielerin”.

Sandra Ittlinger selbst sagt, sie sei grundsätzlich offen für beide Optionen – wie bisher als Blockspielerin zu agieren oder aber auf Abwehr umzuschulen. „Ich habe da keine Präferenz”, versichert sie. Derzeit spreche die Expertise zwar für den Block, aber man müsse die Situation und die Konkurrenz realistisch betrachten. „Und da bin ich derzeit die einzige Spielerin, die auf beiden Positionen spielen kann. Schauen wir, was passiert.”

Ohnehin aber ist das noch Zukunftsmusik. Denn während beim DVV bereits die Planspiele für den nächsten Olympiazyklus vorangetrieben werden, gilt Sandra Ittlingers volle Aufmerksamkeit dem gemeinsamen Projekt mit Chantal Laboureur und dem Ziel Qualifikation für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio. Sportlich stellte das Duo beim Qualifikationsturnier im vergangenen September in China bereits unter Beweis, dass mit ihm zu rechnen ist. Knapp mit 1:2 verloren Ittlinger/Laboureur damals das entscheidende Spiel gegen die Spanierinnen Lili/Elsa und schrammten hauchdünn am Olympiaspot für Deutschland vorbei.

In Timmendorfer Strand muss die Konkurrenz mit ihnen rechnen

Nach der Schulteroperation von Chantal Laboureur im Dezember verschaffte die Corona-Krise dem Team nun sogar unverhofft mehr Zeit. Die Abwehrspezialistin hatte für Einsätze zwar grünes Licht von den Ärzten erhalten, befindet sich aber noch in der Aufbauphase. „Um die Konkurrenz zu überholen, braucht man 100 Prozent. Und die hätte Chantal noch nicht gehabt”, sagt Sandra Ittlinger. „Dementsprechend spielt uns die Krise eigentlich in die Karten.”

Bei der Deutschen Meisterschaft Anfang September in Timmendorfer Strand sei mit ihnen trotzdem zu rechnen. „Ich habe die ganze Zeit durchtrainiert und bin fit”, sagt sie. „Unser Ziel ist es, auf jeden Fall eine Medaille zu holen.”

Wer wo spielt (17. - 19.7.)

Auf den beiden Turnierseiten findest du alle Infos.

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