Alison auf der Jagd nach dem Olympischen Triple

Beach International

Man nennt ihn das Mammut. Seine Leidenschaft: Olympische Medaillen jagen.

Aus dem Spitznamen wurde ein Markenzeichen

Beach-Volleyball Legende Alison Cerutti aus Brasilien ist der amtierende Titelverteidiger der Olympia-Goldmedaille und hofft mit seinem neuen Partner Álvaro Filho bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 seine dritte Olympische Medaille in Folge zu gewinnen.

Als Alison mit 16 Jahren mit Beach-Volleyball anfing und als 18-Jähriger schließlich endgültig vom Indoor-Volleyball in den Sand gewechselt ist, wurde er zuerst von Freunden scherzhaft „Mammut“ genannt, da er sich auf dem Feld sehr langsam bewegt habe.

Mittlerweile ist Alisons Spitzname zu seinem Markenzeichen geworden, das er sich auch auf den Oberkörper tätowiert hat. Bei einem Blick auf seine Karriere zeigt sich der zweifache Weltmeister jedoch keinesfalls so friedliebend wie sein Schutztier früher: Auf der Jagd nach Medaillen hat sich Alison über die Jahre hinweg nicht nur direkt in die Weltspitze gespielt, sondern konstant seinen Rang verteidigt.

"Die Dinge sind etwas außer Kontrolle geraten"

Bisher konnte der 33-jährige Brasilianer bei jeder Teilnahme an den Olympischen Spielen einen Platz auf dem Podium ergattern. 2012 erspielte er sich die silberne Medaille in London mit Emanuel Rego (und verlor dort gegen die Deutschen Brink/Reckermann), vier Jahre später holte er mit Bruno Oscar Schmidt die Goldene in seiner Heimat an der Copacabana.

Dass Alison nun erneut vom Verband nominiert wurde, um für Brasilien bei den Olympischen Spielen anzutreten, war jedoch nicht selbstverständlich, sondern harte Arbeit für den Blockspieler. „Das war der erste Olympische Zirkel, in dem die Dinge für mich etwas außer Kontrolle geraten sind“, gestand Alison gegenüber dem Volleyball-Weltverband FIVB.

Nachdem er sich 2017 von Bruno getrennt und kurzzeitig mit André Loyola verpartnert hatte, sind Alison und sein derzeitiger Partner Álvaro erst seit März 2019 ein festes Team. Den beiden blieben nur wenige Wochen, um sich einzuspielen, bevor sie sich bereits in den ersten Turnieren bewähren mussten.

„Wir wussten, wir konnten uns keine Fehler erlauben“, sagte Alison. „Als Álvaro und ich uns im März zusammengetan haben, kam teilweise Angst auf, dass wir es nicht schaffen würden, uns zu qualifizieren (der brasilianische Verband hat einen internen Qualifikationsmodus durchgeführt, d. Red.). Aber als wir uns dann besser kennen gelernt und als Team auch entwickelt haben, ist diese Angst langsam verflogen. Es war schwer, aber mit Sicherheit auch eine Zeit, in der ich am meisten gereift bin.“

 

 

Nur dabei sein? Das reicht ihm nicht

Konstante harte Arbeit, Zuversicht und sein Coaching Team zahlten sich für den brasilianischen Profisportler schließlich aus. „Das ist Evolution“, sagte Alison über seine vergangenen Siege, als er mit Álvaro das Podium in Espinho im Juli 2019 bestieg und anschließend viele weitere ausschlaggebende Medaillen davontrug, die ihm den Weg nach Tokio ebneten.

Lediglich bei den Olympischen Spielen wieder dabei zu sein, reicht dem Mammut allerdings nicht. „Wir haben zehn Monate bis die Spiele starten und das ist mehr als genug Zeit, um uns so gut wie möglich vorzubereiten,“ sagte Alison. „Unser erstes Ziel war diesen Platz zu bekommen und jetzt wollen wir alles dafür tun, um nächstes Jahr unser bestmögliches Spiel abzuliefern.“

Die Jagdvorbereitungen für Alisons dritte Medaille sind in vollem Gange, und auch das vorläufige Olympia Ranking lässt Hoffnungen für sein „Olympisches Triple“ zu. Derzeit befinden sich Alison und Ávaro auf Platz drei mit 7.400 Punkten und sind damit als erstes brasilianisches Team für die Spiele nominiert, dicht gefolgt von Alisons ehemaligen Partner Bruno, der mit Evandro Goncalves Platz vier mit 7.080 Punkten belegt.

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