Alison und Bruno machen Brasilien mit Olympiagold glücklich

Olympische Spiele - Finale Herren

Das Mammut und der Panda jubeln. Alison Cerutti und Bruno Oscar Schmidt behalten in einem packenden Endspiel gegen Italien die Nerven und gewinnen die olympische Goldmedaille im Beach-Volleyball für ihr Heimatland Brasilien.

Panda und Mammut halten dem Druck stand

Man musste sich kurzzeitig Sorgen um Bruno Oscar Schmidt machen. Der 1,85 Meter große und 29 Jahre alte Abwehrspieler stand neben seinem Vater auf der Tribüne, die Gefühle übermannten ihn, Tränen liefen über sein Gesicht. Und wäre nicht das Geländer vor ihm gewesen, der Brasilianer wäre wohl vor Erschöpfung, Freude und Erleichterung einfach vorne übergekippt. Mit einem letzten Kraftakt kletterte er wieder zurück in die Beach-Volleyball Arena an der Copacabana, wo ihn unten sein Partner Alison Cerutti (30) empfing. Mammut und Panda drückten sich innig, soeben hatten die aktuellen Weltmeister in einem packenden Endspiel die Italiener Daniele Lupo und Paolo Nicolai mit 2:0 (21:19, 21:17) besiegt und für ihr Heimatland Brasilien auch Gold bei den Olympischen Spielen gewonnen. Vier Jahre, nachdem Alison in London dramatisch im Finale gegen die Deutschen Brink/Reckermann verlor.

„Wir können den Druck nicht leugnen. Es ist toll, dass wir die Unterstützung haben, aber dieser Druck wiegt schwer auf unseren Schultern. Das Gute an uns beiden ist, dass wir solche Situationen mögen. Wir sind dann konzentrierter, treiben uns gegenseitig an. Wenn man so eine Situation haben will mit Olympischen Spielen zu Hause und das wollen wir ja, dann muss man auch mit dem Druck umgehen können“, hatte Bruno vor den Olympischen Spielen in einem Interview mit beach-volleyball.de erzählt. Der Druck war allgegenwärtig, aber sie haben ihm standgehalten. Sie spielten kein so komplett überzeugendes Turnier wie Laura Ludwig und Kira Walkenhorst bei den Frauen, aber sie wollten diese Goldmedaille unbedingt und schafften es, ihre individuellen Stärken auf den Punkt auszuspielen, auch und vor allem in diesem Endspiel.


Regen in der Mitternachts-Session

Hatten die vier Athletinnen gestern beim Gold-Match mit starkem Wind zu kämpfen, so waren die Herren strömendem Regen ausgesetzt. Der Stimmung in der mit 12.000 Zuschauern voll besetzten Arena tat das keinen Abbruch, sie klatschten, sangen und jubelten so sehr, als wollten sie die ersehnte brasilianische Goldmedaille im Alleingang holen. Früh ging Italien in Führung (1:6), Abwehrspieler Lupo strahlte eine unheimliche Spielfreude aus, rannte wie aufgezogen durch das Feld und kratzte fast jeden Ball aus dem nassen Sand. Doch Alison brachte sein Team mit einer Aufschlagserie wieder ran (4:6). Beim 11:10 war Brasilien im Vorteil, weil Alison im Block richtig präsent war und jede noch so kleine Ungenauigkeit der Italiener im Zuspiel bestrafte - bis zum Satzende hielt der Vorsprung (20:19). Mit einem Block gegen Lupo tütete das Mammut den ersten Satz ein (21:19).

Im zweiten Satz startete wieder Italien besser (4:6) und hielten den Vorsprung diesmal auch länger (8:11). Doch bis zum 14:14 holten die Gastgeber wieder auf und zündeten mit zwei weiteren Punkten in der Block-Abwehr wieder den Party-Modus auf den Rängen (16:14). Dann drehte Abwehrspieler Bruno richtig auf, holte spektakuläre Bälle in der Verteidigung und verwandelte diese auch (19:16). Der Satzgewinn war nur noch Formsache, Alison und Bruno gewannen mit 21:17 und wie schon beim Weltmeisterschafts-Titelgewinn vor einem Jahr in Holland wussten die Sieger nicht so richtig wohin mit ihren Gefühlen, Alison rannte quer durch die Arena, Bruno suchte seine Familie.


Erste Olympiamedaille für Holland

Ein paar Stunden zuvor gewannen Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen das Spiel um Platz drei gegen Viacheslav Krasilnikov und Konstantin Semenov aus Russland mit 2:0 (22:20, 23:21) und damit die erste Olympische Medaille für Holland im Beach-Volleyball überhaupt. „Ich bin sehr glücklich, dass wir hier Bronze geholt haben. Das ist eine großartige Sache für unser Land. Unsere WM-Goldmedaille 2013 war schon ein großer Schritt im Beach-Volleyball und dann die WM in unserem Land im vergangenen Jahr ebenfalls. Diese Medaille wird unseren Sport in den Niederlanden wieder einen Schritt nach vorn bringen“, so Brouwer nach dem Spiel.

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