Als Mutter zurück auf der Tour

Beach-EM 2018, 15. – 22.07.2018

Liliana Fernandez Steiner lebt das Leben, was Laura Ludwig und auch Kira Walkenhorst demnächst führen werden: „Lili“ ist Beach-Volleyball-Profi und Mutter eines Sohnes.

Sie ist nicht alleine 

Die Brasilianerin Maria Clara Salgado hat die Erfahrung einmal hinter sich, Kerri Walsh-Jennings aus den USA sogar schon dreimal, demnächst wird sich auch Laura Ludwig einreihen: Spielerinnen, die nach der Geburt ihres Kindes in den professionellen Beach-Volleyball-Zirkus zurückkehren.

Was früher meist das Karriereende bedeutete, kann heutzutage nur eine (längere) Pause sein. Für die Spanierin Liliana Fernandez Steiner war es das jedenfalls: „Ich wollte meine Karriere definitiv nicht beenden, aber ich wollte auch eine Familie haben.“ Nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, wo sie gemeinsam mit Partnerin Elsa Baquerizo McMillan wie schon in London 2012 den neunten Platz belegte, war dafür die Zeit gekommen: Ende 2017 kam ihr Sohn Saul auf die Welt.

Im Endeffekt also gerade genug Zeit, um für den neuen Qualifikationszyklus für Tokio 2020 wieder fit zu werden. „Aber es ist ja nicht so, dass man eine Schwangerschaft planen könnte. Wir hatten also auch viel Glück, dass das relativ schnell geklappt hat“, sagte sie.

Pause nach den größten Erfolgen

Dabei hatten Lili/Elsa 2016 gerade die beste Saison ihrer Karriere hinter sich gebracht, standen insgesamt dreimal auf dem Podium, kamen dazu noch achtmal unter die besten zehn Teams. Auch ein Grund dafür, warum ihre Elsa auf ihre Partnerin gewartet hat. Zwar spielte sie auch mit anderen Partnerinnen, es war aber immer klar, dass Lili zu ihr zurückkehren würde.  

Wann das der Fall sein würde, konnte man nicht einschätzen. „Wir waren nicht sicher, wann ich wieder bei 100 Prozent sein würde oder ob ich es überhaupt schaffen könnte. Aber ich habe mich viel mit anderen Müttern auf der Tour unterhalten, die haben mir Tipps gegeben. Dazu hatte ich von den Ärzten sowohl für die Zeit vor als auch nach der Geburt genaue Protokolle“, erzählt Lili.

Zwei Schritte zurück

Bis zum achten Monat habe sie sich fit gehalten, Ende Januar ist sie dann wieder voll ins Training eingestiegen. Die Zwischenzeit hat sie genutzt, um ihr Tourismus-Studium abzuschließen. Sich wieder auf das Beach-Volleyball-Leben einzustellen, war nicht immer leicht, gerade körperlich hatte sie zu kämpfen: „Mein Körper war in keinem guten Zustand. Ich musste zwei Schritte zurückgehen, viele Bereiche wieder komplett neu aufbauen. Fast wie in der Reha“, sagt sie. 

Unterstützung bekommt sie von ihrem Ehemann, der teilweise mit auf die Turniere reist, Sohn Saul ist dann auch dabei. Einen geregelten Tagesablauf gibt es als Beach-Volleyball-Profi nicht immer, auch für die Familien ist es schwer, sich darauf einzustellen. „Manche Sachen muss man für den Sport opfern, manche Momente verpasst man“, sagt die 31-Jährige. Gleichzeitig kann die Organisation als Berufstätige unter Umständen noch schwieriger sein.

Achtbare Ergebnisse

Jetzt ist sind Lili/Elsa zurück auf der Tour. Bisher standen sie viermal in den Top10, bei den Europameisterschaften haben sie ihre Gruppe als Erste abgeschlossen. „Ich habe nicht das Gefühl, eine Saison verloren zu haben, weil ich trotzdem viele Spiele gesehen habe. Trotzdem konnten wir nicht erwarten, direkt wieder so einzusteigen“, betont Lili. Der Traum ist eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. Was danach ansteht, dafür hat Liliana Fernandez noch keine Pläne.

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