Anne Matthes und Markus Böckermann: Zwei Routiniers lassen ihre Karrieren auf der deutschen Tour ausklingen

Techniker Beach Tour

Anne Matthes war Vize-Europameisterin in der Halle, Markus Böckermann Olympia-Teilnehmer und Deutscher Meister im Sand. Bei der Techniker Tour in Dresden waren beide mal wieder am Start und können neben sportlichen Erkenntnissen auch davon berichten, wie sie ambitioniertes Beach-Volleyball, Berufliches und Privates unter einen Hut bringen.

Markus Böckermanns Comeback auf der deutschen Tour verlief bislang anders als geplant. Vor 14 Tagen bei der Techniker Beach Tour in Nürnberg hatte der Deutsche Meister und Olympia-Teilnehmer von 2016, der im vergangenen Jahr seine Leistungssport-Karriere beendet hatte, mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen und konnte nicht antreten. Die 550 Kilometer von Hamburg nach Franken waren er und Partner Max-Jonas Karpa umsonst angereist. In Dresden nun quälte sich der 1,98-Meter-Mann bei 40 Grad Hitze gegen die 13 Jahre jüngeren Frankfurter Youngster Brand/Reinhardt über eine Stunde lang, und unterlag letztlich 1:2. Kurz darauf war das Turnier für den 33-Jährigen nach einer weiteren Niederlage (0:2) im Achtelfinale gegen Wernitz/Rudolf auf dem Center Court beendet.

Markus Böckermann: „Werden nicht mehr zu de Topteams zählen”

„Wir kommen um Spaß zu haben, und trotzdem haben wir den Anspruch, gegen die Teams zu gewinnen, die man noch vor ein, zwei Jahren locker weggesteckt hat, und oben mitzuspielen”, sagt Böckermann im Gespräch mit beach-volleyball.de. „Diesen Anspruch müssen wir ablegen. Wir werden nicht mehr zu den absoluten Topteams zählen, zu denen ich die letzten fünf, sechs Jahre gezählt habe.”

Eine realistische Erkenntnis. Denn Markus Böckermann hat längst andere Schwerpunkte in seinem Leben gesetzt als Beach-Volleyball. Vor zwei Jahren wurde er Vater und meisterte den Übergang ins Berufsleben. Seit Anfang des Jahres arbeitet der Wirtschaftsingenieur bei Siemens Gamesa im Bereich erneuerbare Energien. Ein Vollzeitjob, der neben den familiären Verpflichtungen keinen Leistungssport mehr zulässt. „Das ist sehr intensiv. Ich bin froh, wenn ich es noch zwei, drei Mal die Woche zum Sport schaffe”, sagt der Hamburger.

Noch aber ist sein Name ein klangvoller auf der an prominenten Gesichtern armen deutschen Tour. Auch Gegner wie Niklas Rudolf sind besonders motiviert gegen Böckermann zu gewinnen. „Ich weiß noch, wie ich vor vier Jahren das erste Mal gegen ihn gespielt habe. Jetzt gegen ihn zu gewinnen – auch wenn er nicht mehr bei 100 Prozent ist –, ist schon cool”, sagt Rudolf. Böckermann sagt dazu nur verschmitzt: „Vielleicht sind die Gegner noch motiviert gegen mich zu spielen, aber das wird sich recht zügig legen.”

Den Anspruch, am Ende der Saison bei den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand teilzunehmen, haben die Routiniers dennoch. „Wir wollen uns qualifizieren, was unheimlich schwer werden wird. Aber wir werden uns in den nächsten Turnieren noch besser zusammenfinden”, kündigt er an.

Anne Matthes ist ambitionierte Malerin

Das Ziel Timmendorf hat Anne Matthes bewusst abgehakt, als sie sich im Januar dagegen entschied, den Sommer komplett mit Training und auf Turnieren zu verbringen. Die frühere Dresdner Hallen-Bundesligaspielerin und -Nationalspielerin ging in ihrer Dresdner Heimat ebenfalls zum ersten Mal in diesem Jahr bei der deutschen Tour an den Start. „Beach-Volleyball ist für mich inzwischen ein ambitioniertes Hobby. Aber wenn ich es in der Woche mal nur ein, oder zwei Mal in den Sand schaffe, ist das kein Problem”, sagt sie.

Ihre Profi-Karriere in der Halle hatte sie bereits 2013 beendet, im Sand 2015. Beruflich ist die 34-Jährige, 2007 Deutsche Meisterin und 2011 Vize-Europameisterin in der Halle, seit drei Jahren als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache tätig. Sie wohnt mittlerweile in Potsdam und arbeitet in Berlin. In ihrer Freizeit widmet sie sich realistischer Malerei und betreibt das recht ambitioniert.

Auch auf dem Beach-Court hat sie noch Ambitionen, will mit ihrer eigentlichen Partnerin Tina Rübensam gegen Ende der Saison noch einige Techniker Tour-Teilnahmen schaffen. „Und wenn nicht, spielen wir 1+-Turniere”, sagt Matthes entspannt. In Dresden trat sie mit Viktoria Seeber an, und verlor zweimal knapp. „Dann ärgert man sich fünf Minuten, aber genießt dann das Wochenende”, sagt Matthes entspannt. „Es macht Spaß, wenn ich sehe, dass ich meine Leistung noch aufs Feld bringe und hier noch ganz gut mitspielen kann”, sagt sie.

So sind Markus Böckermann und Anne Matthes zwei gute Beispiele dafür, wie nach jahrelangen Leistungssport-Laufbahnen im Volleyball und Beachvolleyball der Übergang ins Berufs- und Privatleben gelingen kann. Auch das macht die deutsche Tour aus, wenn einst erfolgreiche Routiniers mit weniger Trainingsumfängen auf aufstrebende Youngster treffen. In Dresden gewannen die Jüngeren.

Aktuelle Berichterstattung über die Techniker Beach Tour in Dresden lesen Sie hier

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