Auf Umwegen zum großen Ziel

Beach National

Das erste 5-Sterne-Turnier der Saison steht an, in Fort Lauderdale werden acht Teams für Deutschland an den Start gehen. Unter ihnen auch eines, das abseits der Nationalduos seinen Weg sucht.

Golf statt Beach-Volleyball?

Die Umschulung auf Abwehrspieler, nur Platz neun in der nationalen Rangliste, schließlich die Entscheidung, den 29-Jährigen nicht länger in den zentralen Strukturen des Verbandes in Hamburg zu betreuen: Das Jahr des Jonathan Erdmann könnte man als turbulent beschreiben. Die Möglichkeit, dass der zweifache Deutsche Meister seine Karriere beenden würde, stand daher lange im Raum.

Ausschlaggebend für seinen Entschluss, dem Leistungssport treu zu bleiben, war die Einführung der Country Quota: „Die Aussage von Verbandsseite, dass Leistung sich durchsetzt, war dann ausschlaggebend. Wenn ich nicht international hätte spielen dürfen, würde ich heute wohl Golf oder sowas lernen“, erklärt Erdmann.

Nachdem sein ehemaliger Partner Armin Dollinger und er bekannt gegeben hatten, dass ihre Zusammenarbeit nach nur einer Saison wieder beendet war, musste sich Erdmann auf die Suche nach einem Mitspieler machen. Fündig wurde er schließlich im 23-jährigen Max Betzien, der im vergangenen Jahr mit seinem Spielpartner Nils Ehlers als Anschlussteam am Stützpunkt trainiert hatte. „Mit Max zusammenzuspielen, war die nahegelegenste Möglichkeit. Wir kennen uns schon lange, weil wir beide an unserem Heimatstützpunkt in Berlin trainiert haben. Er ist ein junger, talentierter Spieler“, berichtet Erdmann von der Entscheidung, die erst im November getroffen wurde.

Hohes Trainingspensum – hohe Ziele

Seitdem trainiert das Duo unter ihrem hauptamtlichen Trainer Thomas Kaczmarek, der für einige Umstellungen bei dem erfahrenen Olympioniken sorgte: „Wir haben von Anfang an viel mit dem Ball trainiert. Nach seiner Philosophie mussten wir Volleyball ein stückweit neu erlernen. Er hat Dinge abverlangt, wo mir die Kinnlade auf den Tisch fiel. Ich hoffe, dass man sehen wird, dass wir einiges anders machen“. Dafür schuftet das Duo sechs Tage die Woche, bis zu dreimal am Tag.

Nachdem er in der vergangenen Saison hauptsächlich in der Abwehr gespielt hat, ist Erdmann nun wieder zurück auf der Blockposition. Trotz allem sieht er die Umschulung nicht als Fehler an: „Es war eine Möglichkeit, neue Techniken dazuzulernen. Ich habe aber auch gemerkt, dass mir das Blocken gefehlt hat. Da hat man nur Millisekunden Zeit, Entscheidungen zu treffen. Ich glaube, dass auf Weltniveau der Block der entscheidendere Part ist.“

Erdmann hat in seiner Karriere schon viel erlebt, hat Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen. 2012 nahm er an den Olympischen Spielen in London teil – das Projekt Erdmann/Betzien ist auf eine erneute Teilnahme 2020 ausgelegt: „Ich war schon bei Olympia. Dieses Gefühl möchte ich gerne wiederhaben, das war eine große Ehre für Deutschland an den Start zu gehen. Sicherlich kommen noch viele Hindernisse auf uns zu, aber es kann klappen. Das Potenzial dafür sehe ich bei uns auf jeden Fall.“

In den Perspektivkader eingestuft

Sowohl Erdmann als auch Betzien hatten vor der vergangenen Saison ihren Lebensmittelpunkt nach Hamburg verlegt, nun sind sie beide wieder zurück in Berlin. Ab diesem Jahr gehören sie zum Perspektivkader des Deutschen Volleyball-Verbandes. Das erleichtert ihnen den Trainingsalltag erheblich: „Durch unseren Kaderstatus können wir nun glücklicherweise die Physiotherapie und Krafträume des Olympiastützpunkts Berlin nutzen. Unseren Bundeswehrplatz haben wir aber beide verloren“, sagt Erdmann. Finanzieren will sich das Duo nun hauptsächlich über Sponsoren – Erfolge auf der Tour würden aber wohl auch nicht schaden. 

 

Nur drei Teams direkt im Hauptfeld

Nach dem frühen Aus in der Qualifikation für das 3-Sterne-Event auf Kish Island, gehen Erdmann/Betzien beim ersten 5-Sterne-Turnier des Jahres in Fort Lauderdale/USA erneut in der Qualifikation an den Start. Mit ihnen auch noch drei weitere Männer-Teams: Für Markus Böckermann und Lars Flüggen markiert das Major den Saisonauftakt, sie werden sich allerdings ebenfalls erst durch die Qualifikation kämpfen müssen. Das gleiche Schicksal erwartetet auch Nils Ehlers und Lorenz Schümann sowie Clemens Wickler und Julius Thole, die sich in der Country Quota erneut gegen Yannick Harms und Phillip-Arne Bergmann durchsetzen konnten.

In der Damen-Konkurrenz starten dagegen drei der vier Duos direkt im Hauptfeld: Chantal Laboureur und Julia Sude, die im vergangenen Jahr mit Platz drei einen Traumstart in die Saison hinlegten, wie auch das neue Nationalteam Karla Borger/Margareta Kozuch werden erst am Mittwoch in der Gruppenphase in das Geschehen eingreifen. Ebenfalls für diese Phase qualifiziert ist die aktuelle Nummer drei der deutschen Rangliste: Für Sandra Ittlinger und Kim Behrens ist es der erste gemeinsame Auftritt auf einem Turnier der  höchsten Kategorie. Sich erst für das Hauptfeld qualifizieren müssen sich Victoria Bieneck und Isabel Schneider. Die Qualifikation findet sowohl für die Damen als auch für die Herren am Dienstag (27.2.) statt, die Gruppenphase startet am Mittwoch. Die Medaillen werden am Samstag (Damen) und am Sonntag (Herren) verteilt. 

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Spitzensport, spannende Ballwechsel und eine unglaubliche Stimmung – so kennt man Beach-Volleyball beispielsweise aus den TV-Übertragungen. Wer sich jetzt fragt, ob sich auch ein Besuch der nationalen Tour lohnt, dem liefern wir Antworten.

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