Auftakt bringt neues Spielsystem

Techniker Beach Tour Münster 08.06. - 10.06.2018

Bei der Techniker Beach Tour in Münster wird mit einem neuen Turniersystem gespielt, das nach Turnierende am Sonntag schon wieder veraltet ist. Dass sich der Verband und die heftig protestierenden Athleten trotz Streikandrohung einigten, ist letztlich ein Erfolg für den Start der neuen Tour.

Dichtes Gedrängel schon am Samstag

Der Auftakt der neuen Techniker Beach Tour ist erfolgt, und der darf in Münster getrost als Erfolg bewertet werden. Schon am Samstag drängelten sich die Zuschauer auf den insgesamt 1500 Sitzplätzen auf der Tribüne und bevölkerten das Eventgelände drumherum zu Tausenden.

Doch bevor der erste Aufschlag in der Qualifikation am Freitag gespielt wurde, knirschte es gewaltig im Getriebe der ranghöchsten deutschen Turnierserie. Denn in Münster wird in einem neuen Spielsystem gespielt, das nach dem letzten gespielten Ball am Sonntag schon wieder überholt sein wird.

Grund dafür: Die Duos auf den Setzplätzen eins bis vier sind in Münster direkt im Viertelfinale gesetzt, die übrigen zwölf Teams spielten in Gruppen um den Einzug in die K.o.-Runde. In den vergangenen Wochen gab es gegen dieses System heftigen Widerstand aus dem Lager der Athleten, so heftig, dass einige Spieler mit dem Boykott des Turniers drohten.

„Wenn das System so geblieben wäre, hätte das sportlich sehr weh getan“, sagt Nationalspielerin Victoria Bieneck. Wobei die 27-Jährige mit ihrer Partnerin Isabel Schneider beinahe davon profitiert hatte: Bieneck/Schneider konnten wie die anderen gesetzten Teams ausgeruht in das am Abend angesetzte Viertelfinale gehen. Mit dem Halbfinaleinzug hat es für Bieneck/Schneider nicht gereicht (das Duo verlor 1:2 gegen Natalia Dubovcova/Andrea Strbova aus der Slowakei), insgesamt setzten sich aber in sechs von acht Spielen die gesetzten Teams durch – und nicht ihre Gegner, die vorher bei Temperaturen um die 30 Grad schon zwei Gruppenspiele in den Knochen hatten.

Athleten erreichten eine Abstimmung, die deutlich zu Gunsten eines anderen Systems ausfiel

Bieneck als gewählte Spielervertreterin war mit ihrem männlichen Kollegen Paul Becker eine der treibenden Kräfte des Widerstands. Es war ein Widerstand gegen den Deutschen Volleyball-Verband (DVV), der die Tour seit dieser Saison selbst vermarktet. Ein Widerstand mit Erfolg: Mit einem Stimmenverhältnis von 80 zu 20 Prozent haben sich die Athleten für eine Änderung ausgesprochen, auch wenn sie selbst dafür einige Entbehrungen in Kauf nehmen.

Schon beim nächsten Turnier in Dresden beginnen die Spiele in der Qualifikation am Freitagmorgen. Am Abend dann startet das Hauptfeld, in dem nun alle 16 Frauen- und Männerduos in einer Gruppenphase (vier Teams à vier Gruppen) starten und aus der drei Teams in die K.o.-Phase gehen – so wird auch auf den drei anderen noch anstehenden Stadtturnieren Nürnberg, Düsseldorf und Leipzig gespielt.

Was sportlich fairer ist, ist allerdings für einige Teams logistisch um einiges schwerer zu bewältigen.  Melanie Gernert, Deutsche Vize-Meisterin der vergangenen Saison, arbeitet 30 Stunden pro Woche. „Wenn wir Freitag anfangen zu spielen, muss ich Donnerstag noch nach der Arbeit zum Turnier fahren, das wird eine ganz schön heftige Nachtschicht“, so Gernert, die nur ein Beispiel von vielen ist. Auf der Tour gibt es einige Spieler, die nicht voll-professionell unterwegs sind. Spieler, die den Unterbau der Tour bilden und wegbrechen könnten.

Strandturniere mit einem Feld mehr als geplant

Immerhin startet bei den Events am Strand in Kühlungsborn, Zinnowitz und St. Peter Ording die Qualifikation am Freitagmittag, die Hauptfeldspiele erst am Samstag. Das ist möglich, weil bei den Strandturnieren statt drei  nun vier Spielfelder aufgebaut werden – eine Planungsänderung, die die Spieler erreichten, weil sie Druck auf den Verband ausübten.

Von dem ursprünglichen Konzept, dass der DVV den Spielern vorsetzte, war Bieneck wenig begeistert: „Als ich die Durchführungsbestimmungen gelesen habe, ist mir die Kinnlade auf den Laptop gefallen.“ Sie kritisiert vor allem die mangelnde Kommunikation seitens des Verbandes. Zwar seien sie und Becker als Spielervertreter in den Prozess mit eingebunden gewesen, wurden dann aber vor vollendete Tatsachen gestellt.

„Da ist viel in der Kommunikation schiefgelaufen, da haben wir sicherlich Fehler gemacht“, sagt Florian Stanglmeier, Der Tour-Direktor der Techniker Beach Tour sagt weiter: „Unser Ziel ist es, den Sport an eine größere Zielgruppe zu bringen. Und da versteht niemand das Double-Out-System“, so Stanglmeier. Das sei neben dem Platzmangel einer der wichtigsten Beweggründe für eine Änderung hin zum neuen Konzept gewesen.

Einigung im Sinne der Sportart

Der Verband hat nun die Aufgabe, die nationale Serie in den kommenden Jahren zu entwickeln, und der DVV ist auf dem Weg dorthin, sagt Stanglmeier: „Wir haben den festen Glauben, dass wir den Sport weiterbringen können. Und, dass die Vermarktung und Entwicklung bei uns in guten Händen ist. Was wir jetzt haben, ist ein guter Anfang, aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“

Ein guter Anfang, das ist beispielsweise eine Live-Übertragung ab Samstagnachmittag mit den ersten Viertelfinalspielen um 16.30 Uhr. Per Livestream, aber im TV-Standard. Zwar hat der Verband einen neuen Medienpartner, die Kosten für die Produktion muss er aber selbst tragen. Geld, das zusätzlich akquiriert werden muss.

Stanglmeier und der Verband wollen die Tour besser machen, möglichst das Preisgeld in den kommenden Jahren aufstocken. Das Ergebnis der Gespräche mit den Spielern ist, dass es nur mit einem offenen Umgang mit den wohl wichtigsten Protagonisten des Sports weiter geht: Den Spielern. Victoria Bieneck jedenfalls ist froh, dass es sich nun wieder um den Sport dreht. „Es waren super viele Gespräche, es hat ganz lange gedauert. Auch wenn es ein langes Hin und Her gab, war beiden Seiten bewusst, dass letztlich der Sport im Vordergrund steht“, so die Nationalspielerin.

So nutzt du deine Punktchance

In der Abwehr richtig stehen, zum Ball rennen und erfolgreich abwehren, das macht Spaß. Allerdings ist der "Job des Abwehrspielers" nicht getan, wenn man den Ball noch erwischt hat. Jetzt kommt der entscheidende Teil: die Punktchance nutzen!

Karla Borger und Maggie Kozuch machen dich fit

Athletisch und durchtrainiert - das sind Karla Borger und Maggie Kozuch. Heute zeigen dir die beiden Nationalspielerinnen eine Auswahl an Übungen, die deine wichtigsten Muskelgruppen trainieren und dir zusammen mit der richtigen Ernährung einen...

    beach-volleyball.de Partner

    • Mikasa
    • Schauinsland Reisen
    • Techniker Beach Tour
    • Die Techniker
    • sportwetten.de