Auftakt nach Maß?

Nationalteams

2017 markierte das Turnier der Major Series in Fort Lauderdale den Beginn einer bemerkenswerten Saison für Julia Sude und Chantal Laboureur. Auch für 2018 hat sich das Nationalteam hohe Ziele gesetzt – am liebsten wollen sie schon in Florida mit deren Umsetzung beginnen.

Die Welt der Rituale

Serena Williams trägt während eines Turniers immer die gleichen Socken, Michael Jordan hatte unter seinen Shorts auch immer noch die Hosen seines College-Teams an, Michael Phelps schwingt seine Arme vor dem Startblock exakt drei Mal: Aberglaube und Rituale sind in der Sportler-Welt weit verbreitete Phänomene. Ob Chantal Laboureur und Julia Sude auch daran glauben? Nun, zumindest wohnen tun sie schon mal an dem Ort, den sie auch schon vergangenes Jahr in Fort Lauderdale als Unterkunft gewählt hatten. Damals gab es die Bronzemedaille. 

Ein Erfolg, an den sie gerne anknüpfen würden: „Beim ersten großen Turnier des Jahres ist es zunächst einmal interessant zu sehen, wo man steht. Trotzdem gehen wir hier klar mit dem Ziel heran, ins Halbfinale kommen zu wollen“, erklärt Chantal Laboureur, die gemeinsam mit ihrer Partnerin schon seit zehn Tagen in Florida trainiert und sich auf ihren Saisonauftakt vorbereitet. Zum Start treffen sie auf zwei Lokalmatadorinnen: Um 15.50 Uhr deutscher Zeit geht es gegen Emily Day und Brittany Hochevar. Da in Fort Lauderdale erstmals eine modifizierte Gruppenphase gespielt wird, steht der Sieger des Duells bereits sicher in der nächsten Runde.

Pause für den Kopf

Nach dem emotionalen Sieg bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand war aber erst einmal ein Monat Pause angesagt, danach stieg man wieder ins Krafttraining ein, Anfang Dezember ging es wieder an den Ball. Im Januar trainierten Laboureur/Sude zwei Wochen auf Teneriffa – fünf Tage davon verbrachte Julia Sude aber auf einem anderen Kontinent: In diesem Zeitraum spielte sie auf der derzeit qualitativ wohl besten nationalen Turnierserie der Welt, in Brasilien. 

Wie sich rausstellen sollte, ist es ein Vorteil, mit Ricardo Brunale de Andrade einen brasilianischen Cheftrainer an seiner Seite zu haben. Als sich Elize Secomandi Maia, Partnerin von Taiana de Souza Lima, Anfang Januar am Knie verletzte, klopfte man auf der Suche nach einem Ersatz für Limas Heimturnier bei „Vento“ an. Ein paar Tage später saß Sude im Flieger gen Brasilien. Ein Ausflug, der sich nicht nur wegen der gewonnenen Bronzemedaille gelohnt hat. 


Schwer zu toppen

Ergebnis der langen Vorbereitung: „Wir haben noch Potenzial nach oben – aber das würde wahrscheinlich jeder Sportler sagen. Aber an sich fühlen wir uns wieder sehr wohl auf dem Feld und sind absolut spielbereit“, so das Fazit der Winterpause 2017/18.  Zuvor haben Laboureur/Sude die bisher wohl beste Saison ihrer Karriere gespielt. Der Sieg des 5-Sterne-Turniers in Gstaad, die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft und schlussendlich der erste gemeinsame Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Und das sind nur die Highlights einer sehr konstanten Saison. 

Dennoch will das Team mehr: „Nach Bronze möchten wir bei der Europameisterschaft eine Medaille in einer anderen Farbe. Als amtierender Deutscher Meister wollen wir unseren Titel natürlich verteidigen, ansonsten stehen die 5-Sterne-Turniere in unserem Fokus“, erklärt Laboureur. 


Beach Major Series wird immer wichtiger

Die Bedeutung der großen Wettkämpfe ist mit der Umstellung der Turnierkategorien noch einmal gestiegen: Die Zahl der Turniere ging im 2017 Vergleich zu 2016 deutlich zurück, die Preisgelder ebenfalls. Nicht nur sportlich sind die 5-Sterne-Veranstaltungen daher die reizvollsten. 

Flüge, Unterkünfte, Startgelder etc. – die Liste an Aufwendungen einer international startenden Beach-Volleyballerin ist lang. Da kommen schnell Zahlen im höheren fünfstelligen Bereich zusammen, dass das Team stemmen muss. 2017 schlossen Laboureur/Sude dank der konstant guten Ergebnisse im Plus ab, 2016 lief es finanziell trotz „schwächerer“ Ergebnisse sogar noch besser. Insofern kommt der World Tour-Kalender nun den Sportlern wieder entgegen, denn inklusive des bereits durchgeführten Turniers in Den Haag stehen alleine elf 4-Sterne-Wettkämpfe an, die nach den Events der Beach Major Series am höchsten dotierten Wettbewerbe.


Deutsche Nummer Eins

Nachdem Ende Juli 2017 bekannt geworden war, dass Laboureur/Sude von nun an als Nationalteam auflaufen würden, ist die aktuelle Saison nun die erste vollständige mit diesem Status. Eine Situation, die vor allem neben dem Feld für Veränderung gesorgt hat. „Letztes Jahr um diese Zeit waren wir durch die vielen Gespräche mental schon belastet. Da ist es nun deutlich angenehmer, zumal uns im Vorfeld des Turniers viel Organisatorisches von unserem Management abgenommen wurde. Ansonsten haben wir uns darüber aber wenig Gedanken gemacht“, erzählt Laboureur.

Nach der angekündigten Pause von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst gehen Julia Sude und Chantal Laboureur als klare Nummer eins Deutschlands in die Saison. Ein Fakt, den Laboureur lieber zur Seite schiebt: „Wir wollen uns immer auf uns konzentrieren, egal wer noch an den Start geht. Bisher haben wir ohnehin noch keinen großen Unterschied in der Aufmerksamkeit bemerkt, allerdings ist die Saison ja noch sehr jung.“

Einiges auf dem Plan hat das Duo trotzdem schon zu stehen: Für die in Stuttgart trainierenden Weltranglisten-Dritten ist vor allem das Turnier im schweizerischen Gstaad ein `kleines Highlight`, so Laboureur. Für Familie und Freunde ist der Weg dorthin meist kürzer als beispielsweise der nach Hamburg, dem Austragungsort des World Tour Finals. Für Unterstützung ist dort aber auch gesorgt: „Mein Bruder lebt in Hamburg, der wird auf jeden Fall vorbeikommen“, zeigt sich die 28-Jährige schon jetzt voller Vorfreude auf das Heimturnier.

Aber auch beim Auftakt der nationalen Beachserie in Münster wird das Duo dabei sein, andere Stopps schließt Laboureur zumindest nicht vollständig aus. Zunächst steht nun aber das Turnier in Fort Lauderdale an. 2017 erwischten sie ihren Flieger nach dem Gewinn der Bronzemedaille nur knapp. Dieses Jahr haben sie die Flüge für den Tag nach dem Frauenfinale gebucht. Sicher ist sicher.

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