AVP in den USA, Corona-Genesung in Brasilien

International

Größer könnten die Unterschiede kaum sein. Während sich in den USA die Top-Teams um immense Preisgelder duellieren, kommen Beach-Stars aus Brasilien glimpflich mit dem Corona-Virus davon: Die Beach-Volleyball-Lage in Brasilien und den USA.

USA

Alles auf Stopp lautete zunächst auch das Motto in den Vereinigten Staaten. Die 2020 AVP Pro season wurde komplett gestrichen. Dafür wurde am 18. Juni die dreiteilige AVP Champions Cup Serie mit dem Monster Hydro Cup am vergangenen Wochenende, dem Wilson Cup am 25. / 26. Juli und dem Third Cup am 1. / 2. August in Long Beach aus der Taufe gehoben. Als Sponsor wurde unter anderem der deutsche Autohersteller Porsche gewonnen. Bei jedem Turnier werden 200.000 US-Dollar Preisgeld ausgespielt. Zusätzlich gibt es einen Bonustopf mit noch einmal 100.000 US-Dollar für die Duos mit den besten Platzierungen. 

Gespielt wird mit einem pro Geschlecht acht Teams umfassenden Hauptfeld nach dem Double-Out-Prinzip. Sechs sind gemäß AVP-Rangliste gesetzt, zwei werden in einer zwölf Teams umfassenden Qualifikation ausgespielt. Zuschauer sind nicht zugelassen. Allerdings werden die Spiele live bei Amazon Prime Video gezeigt. Zusätzlich überträgt NBC ausgewählte Partien. 

Kein Wunder also, dass sich die US-amerikanischen und auch kanadischen Topteams die lukrativen Events in Kalifornien nicht entgehen lassen. Das „Who is Who” hatte bereits beim Auftaktevent gemeldet. Den Titel bei den Frauen sicherten sich die topgesetzten Alix Klineman/April Ross, die sich im Finale mit 2:0 (24:22, 21:19) gegen Sara Hughes und die Kanadierin Brandie Wilkerson durchsetzten. Klineman/Ross hatten zuvor ein packendes Halbfinale gegen die Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes aus Kanada für sich entschieden. Bei den Männern holten sich die Routiniers Phil Dalhausser/Nick Lucena durch ein 2:1 (21:19, 13:21, 15:13) über Taylor Crabb/Jake Gibb den Sieg. Im Halbfinale hatten Dalhausser/Lucena gegen Tri Bourne/Trevor Crabb und Crabb/Gibb gegen Chase Budinger/Chaim Schalk gewonnen.

Videos AVP Champions Cup Series:

 

→ Recap Monster Hydro Cup auf Instagram

→ Rally Klineman/Ross gegen Pavan/Humana-Paredes auf Instagram

 

Brasilien

Bereits Mitte März setzte Brasiliens Volleyball Verband alle laufenden Wettbewerbe mit sofortiger Wirkung aus. Am 12. Mai wurde beschlossen, die ranghöchste nationale Tour, den Circuito Brasileiro de vôlei de praia, abzubrechen und die beiden noch ausstehenden Turniere in Rio de Janeiro und Itapema auf die neue Saison 2020/21 zu verschieben. Zu Brasiliens Meistern 2020 wurden die Führenden der Rangliste ernannt, André Stein und George bei den Männern sowie Ana Patrícia und Rebecca bei den Frauen. Die Tour 20/21 soll neun Open und ein Super-Praia umfassen. 

Derweil trainieren die Spieler entweder individuell oder aber im Team. Sofern dies möglich ist. Denn auch sie blieben vom Corona-Virus nicht verschont. Álvaro Filho, 2013 zusammen mit Ricardo Santos WM-Zweiter und derzeit zusammen mit Alison Cerutti eine der größten Medaillenhoffnungen Brasiliens für die Olympischen Spiele, hatte sich im Mai infiziert. 30 Tage dauerte sein Kampf gegen das Virus – mit glücklichem Ende. Danach spendete der 29-Jährige Blutplasma und rief zu weiteren Spenden auf, um anderen Erkrankten zu helfen.

Weit schlimmer traf es Márcio Araújo, Weltmeister 2005 und mit Fábio Luiz Olympiasilbergewinner 2008. Auch er erkrankte an Covid19 und musste mehrmals ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo er die dramatischen Zustände und überfüllten Kliniken hautnah erlebte. Denn auch für Márcio Araújo war es trotz kritischer Situation äußerst schwierig, noch ein freies Bett auf einer Intensivstation zu bekommen. Mittlerweile ist der 46-Jährige nicht nur genesen, sondern stolzer Vater von Tochter Mariana geworden.

Auf andere Weise erlebt Juliana Felisberta da Silva die Corona-Krise in ihrem Land. Die Weltmeisterin 2011 und Olympia-Bronze-Gewinnerin 2012 lebt in Natal im Westen des Landes. Dort verbrachte sie mittlerweile nicht nur mehr als 100 Tage mit ihrer Familie in Quasi-Quarantäne, in der sie fast ausschließlich zwischen dem Beachplatz an ihrem Haus und der zum Kraftraum umfunktionierten Garage pendelte. Was aber vor allem bemerkenswert ist: Mit einem Freund sammelt Juliana Spenden für Bedürftige und das mit überwältigendem Erfolg. Spenden für 350 Pakete als Grundversorgung kamen zusammen. Einen Teil verteilte sie in São Pedro, dem Städtchen, aus dem ihre Eltern stammen, andere gingen an ein Zentrum für Alkohol- und Drogenabhängige oder eine Kirchengemeinde, die Bedürftigen mit einer Suppenküche hilft.

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