„Balsam für deutsches Beach-Volleyball”: Deutsche Teams glänzen bei Olympia-Generalprobe

FIVB-Weltserie, Olympia 2020

Nils Ehlers und Lars Flüggen sowie Karla Borger und Julia Sude feierten beim FIVB-Turnier in Tokio ihre besten gemeinsamen Platzierungen. Ein positives Signal für Olympia 2020 an gleicher Stelle.

Die Stewardessen im Flieger von Tokio in Richtung Wien werden sich möglicherweise über die gut gelaunten, schlafenden Passagiere gewundert haben. „Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, aber wir werden heute mit einem breiten Grinsen im Flieger schlafen”, kündigte Nils Ehlers an, bevor er in Japan ins Flugzeug stieg. Diesen glücklichen Schlaf haben sich Ehlers und sein Partner Lars Flüggen mehr als verdient. Beim FIVB-Vier-Sterne-Turnier in Tokio feierte das HSV-Duo seinen größten gemeinsamen Erfolg. Erst im Finale wurde der Sensations-Lauf der Qualifikanten bis ins Endspiel von den Weltranglisten-Ersten Mol/Sorum gestoppt. Doch auch bei der 0:2 (17:21, 18:21)-Niederlage im Finale verlangten die gebürtigen Berliner den Überfliegern aus Norwegen alles ab.

Zuvor in Viertel- und Halbfinals gegen die starken brasilianischen Teams war das Duo nervenstark geblieben und hatte zweimal im Tiebreak triumphiert. Ein märchenhafter und völlig unerwarteter Flow. „Ich glaube, dass wir aus jedem Spiel etwas gelernt haben und uns so in einen Rausch spielen konnten”, sagt Ehlers. „Unser Wille bis zum letzten Punkt um jeden Ball zu kämpfen, war phänomenal. Und dass wir uns in jeder Situation unterstützt haben.” Ein Befreiungsschlag für Blockspieler Ehlers und Abwehrwühler Flüggen, die auch wegen einer nun überwundenen Knieverletzung von Ehlers äußerst zäh in die Saison gefunden hatten.

DVV-Beach-Direktor Hildebrand: „Wir kommen wieder”

Und auch für den Deutschen Volleyballverband (DVV) und die Olympia-Ambitionen der deutschen Teams war das Turnier in Tokio ein dringend benötigtes Ausrufezeichen. Ausgerechnet auf den Courts im Shiokaze-Park in der Bucht von Tokio, wo im kommenden Jahr die Olympischen Spiele stattfinden, feierten die Teams in den schwarz-rot-goldenen Farben eine Auferstehung. Bei der Olympia-Generalprobe an diesem Wochenende erzielten die DVV-Teams nicht nur in der Spitze, sondern als Mannschaft überhaupt ihr bestes Saisonergebnis.

Denn auch bei den Frauen kämpfte ein deutsches Team um die Medaillen. Karla Borger und Julia Sude verpassten denkbar knapp das Finale und errangen schließlich Rang vier. Dazu holten Bergmann/Harms und Bieneck/Schneider zwei neunte Ränge. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis”, sagte DVV-Beach-Sportdirektor Niclas Hildebrand. „Für die Moral der Nationalteams ist das Balsam auf die Seele des deutschen Beach-Volleyballs.” Dass er beispielsweise auf Ehlers/Flüggen gesetzt und beide gegen Kritiker immer verteidigt habe, bestätigt ihn in seiner Strategie. Seit der WM in Hamburg erkennt er einen deutlichen Aufwärtstrend. „Es dauert, und wir machen kleine Schritte, aber wir kommen wieder”, so der Beach-Chef im Verband. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir niemanden abschreiben dürfen. Wir haben nach wie vor die Chance, mit je zwei Teams bei Männern und Frauen bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.”

Karla Borger: „Großen Schritt in Richtung Olympia 2020 gemacht”

Und genau zu diesem Ereignis wollen Karla Borger und Julia Sude in einem Jahr zurück in Tokio sein. „Klar sind wir ein bisschen enttäuscht und wären lieber mit einer Medaille nach Hause gekommen”, sagt Karla Borger. „Aber wir haben wieder einen großen Schritt in Richtung Olympia 2020 gemacht.” Die Bedingungen in Japan liegen dem derzeit besten deutschen Duo. „Wir kommen gut mit der Hitze und auch der hohen Luftfeuchtigkeit klar, und das verschafft uns in manchen Spielen schon einen großen Vorteil”, sagt Karla Borger. „Der Wind war in den letzten Tagen ziemlich böig und schwer vorauszusehen, aber auch das ist eine Stärke von uns, weil wir es mögen im Wind zu spielen.”

Vor alle mental und kämpferisch pushte sich das Team von der TuSa Düsseldorf zu Höchstleistungen. „Wir haben es geschafft, in drei Spielen einen 0:1 Satzrückstand in einen Sieg für uns zu wandeln”, freute sich Julia Sude. Und das gegen Topteams wie Barbara/Fernanda und Keizer/Meppelink. „Das zeigt, welches Potenzial in unserem Team steckt.”

Im Halbfinale gegen die Vize-Weltmeisterinnen Klinemann/Ross entschieden nur Kleinigkeiten – ein am Netz hängengebliebener Ball oder ein Block-Touch. Im Spiel um Platz drei gegen die Kanadierinnen Bansley/Brandie verpasste es das deutsche Duo, den ersten Satz für sich zu entscheiden. „Wenn du einige Punktchancen nicht machst, nimmst Du Dir dadurch die Fahrt und gibst das Spiel aus der Hand”, sagte Trainer Burkhard Sude, der jedoch ein sehr positives Gesamtfazit zog. „Wir haben mit Topteams nicht nur mitgehalten, sondern sie auch geschlagen. Da sieht man, wie nah die Weltspitze beisammen ist.“ Das Auftreten seines Teams sei „kein Vergleich zu den vergangenen Turnieren” gewesen. „Die beiden haben sich wirklich reingehängt und nach Bällen geworfen und so Spiele noch gedreht, die eigentlich schon verloren schienen. Das war gut für die Psyche.”

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