Beach-Volleyballer sagt Plastikmüll den Kampf an

Techniker Beach Tour

Mantahari Oceancare: Beach-Volleyballer Tim Noack kämpft mit seinem sozialem Projekt gegen Plastikmüll in den Weltmeeren. Er verkauft Caps und Shirts, um Meeresschutzorganisationen in Indonesien zu unterstützen.

Plastikmüll lässt Tiere verenden: „Ich war erschrocken“

Wer weiß, ob es Mantahari Oceancare geben würde, wenn sich Tim Noack 2017 nicht beim Volleyball schwer verletzt hätte. Denn ein zerstörtes Sprunggelenk bedeutete damals nicht nur Schmerzen und das Aus für Beach-Volleyball auf der deutschen Tour, sondern auch wochenlanges Nichts-Tun bis zum Start der Reha. Gezwungenermaßen hatte Noack also plötzlich vor allem Zeit. Viel Zeit um nachzudenken, was er gegen die Verschmutzung der Weltmeere tun kann. Denn ihm war schon länger klar, er wollte und musste hier etwas bewegen.

Schließlich ist das Problem nicht neu und in aller Munde: Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Ozeanen, verschmutzen die Unterwasserwelt und kosten unzähligen Meerestieren das Leben. Tim Noack hatte das bereits einige Male am eigenen Leib erlebt. Denn neben Beach-Volleyball ist Tauchen seine Leidenschaft, der er seit 2016 auch als Divemaster im indonesischen Komodo nachgeht.

„Es ist traumhaft mit so friedlichen Tieren, wie den Mantarochen zu tauchen”, so Noack. „Aber gleichzeitig schwimmt man immer wieder durch jede Menge Plastikmüll, den die Tiere unweigerlich mit der Nahrung aufnehmen und daran letztlich verenden können.” Dies mit eigenen Augen zu sehen, hat dem Münchner von Anfang an zugesetzt. „Ich war erschrocken. Und ich wollte nicht einer von denen sein, die alles schrecklich finden, dann aber doch nichts machen”, erklärt Noack seine Motivation.

Anstatt sich also dem Schicksal zu ergeben und mit der schweren Verletzung zu hadern, nutzte Noack die Gunst der Stunde. Während der Zeit im Krankenbett machte er Nägel mit Köpfen und gründete Mantahari Oceancare. Ein soziales Projekt, das zwei Ziele verfolgt: Es soll weiter für das globale Plastik-Problem sensibilisieren und es soll Geld für Hilfsorganisationen in Indonesien sammeln. Schöne Idee. Aber nun stellte sich natürlich unweigerlich die Frage: Wie überhaupt an Spendengelder kommen?

Riesenerfolg in kurzer Zeit: Produkte kommen super an

Hier half der Beach-Volleyball. Mit seinem damaligen Partner Yannic Beck hatte Noack in der Saison vor der Verletzung für die deutsche Turnierserie professionelle Team-Caps herstellen lassen. „Diese Beck-Noack-Caps waren eigentlich nur als lustiger Artikel für uns, unsere Familie und Freunde gedacht”, lacht Noack. Aber sie kamen gut an und gingen weg wie warme Semmeln. Warum also nicht auch stylische Mantahari-Caps verkaufen und den Gewinn spenden, war Noacks logische Idee.

Und tatsächlich: Auch hier war die Resonanz überwältigend und die Caps wurden ihm regelrecht aus den Händen gerissen. Schnell war die Startauflage ausverkauft und Noack konnte bereits Mitte 2018 die ersten 500 Euro an die Meeresschutzorganisation „Marine Megafauna Foundation (MMF)” in Indonesien spenden. Bis Ende 2019 soll sich die Spendensumme auf rund 8.000 Euro erhöhen. „Ein Riesenerfolg, mit dem ich in so kurzer Zeit nie gerechnet hätte”, freut sich der Gründer.

#yourimpactmatters: Jeder kann etwas bewegen

Mittlerweile verkauft Noack neben Caps weitere Artikel wie Hoodies, Shirts, Longsleeves oder Seesäcke mit dem Mantahari Branding. So muss laut Noack nicht gleich jeder Ozean-Aktivist werden. Aber jeder kann mit dem Kauf eines Mantahari-Produkts etwas bewegen. Noack hofft zudem, einige Denkanstöße geben zu können, dass der Plastikkonsum grundsätzlich hinterfragt und im Idealfall reduziert wird. Ganz nach dem Motto: #yourimpactmatters.

Ein Einkommen zieht Tim Noack aus dem Projekt nicht. „Es läuft nur so gut, weil alles transparent und der Spendenanteil pro verkauftem Produkt sehr hoch ist.” So gehen derzeit beispielsweise pro Cap zwölf Euro nach Indonesien. Das soll auch in Zukunft so bleiben, wenn das Projekt ab 2020 breiter aufgestellt wird. Denn Mantahari Oceancare ist in weniger als zwei Jahren so groß geworden, dass es als One-Man-Show nicht mehr funktioniert. Um das Projekt vor Ort voran zu bringen, befindet sich Noack aktuell auch diesen Winter wieder in Indonesien. Einen vollen Shop mit neuen Produkten soll es dann spätestens im kommenden März geben.

„Die Sportverletzung war großer Mist, aber ich habe das Beste aus der Zeit gemacht”, klingt bei Noack ein wenig Stolz über das bisher Erreichte mit. Das Sprunggelenk ist nach zwei Jahren zwar wieder genesen, dennoch wird er mit Beach-Volleyball zukünftig etwas zurückstecken müssen. So wird der Münchner im Jahr 2020 nicht auf der Techniker Beach Tour spielen. „Das würde neben Vollzeitjob und Mantahari nicht klappen”, erklärt Noack. Dennoch: Seinen Meistertitel auf der Bayerischen Tour würde er gerne verteidigen.

In eigener Sache

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