Bergmann/Harms müssen einen großen Schritt machen

Nationalteams

Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms können mit ihrer Entwicklung nicht zufrieden sein. Dabei könnten ihre Leistungen für Beach-Volleyball-Deutschland entscheidend werden: Falls es beim Continental Cup noch um einen zweiten Olympia-Platz gehen sollte.

Ohne Vorbereitung geht nichts

Philipp Arne Bergmann ist sich der besonderen Bedeutung durchaus bewusst: “Es geht darum, für Deutschland einen zweiten Platz zu holen. Davon hängen viele Förderungsgelder ab”, sagt Bergmann. Der Verband setzt auf ihn und und seinen Partner Yannick Harms, sollte sich Deutschland beim Continental Cup Ende Juni bei den Herren noch einen zweiten Platz für die Olympischen Spiele sichern müssen. Derzeit liegen Nils Ehlers und Lars Flüggen zwar in Reichweite zu einem der direkten Qualifikationsplätze, sicher ist aber noch lange nichts. Eine wichtige Rolle für Bergmann und Harms, die auf zwei schwierige Jahre zurückblicken. Dabei spielt die Saison 2020 gar nicht die größte Rolle, es sind vielmehr die Ergebnisse aus dem Jahr zuvor, die dem Duo Sorgen bereiten.

2019 kamen Bergmann/Hars nur selten über ihre Einstiegsrunde bei internationalen Turnieren hinaus, oft scheiterten sie an Gegnern, die sie 2018 noch im Griff hatten. Die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften war zwar ein versöhnlicher Abschluss, über den Rest hinwegtäuschen konnte sie nicht. Yannick Harms plagte sich lange mit einer Handgelenksverletzung herum, war die ganze Saison beeinträchtigt. Viel gravierender aber war die laut Bergmann dadurch erschwerte Vorbereitung: “In den vorherigen Saisonpausen konnten wir immer perfekt arbeiten und uns weiterentwickeln. 2019 haben uns zwei Monate in der Vorbereitungsphase gefehlt, das macht sich gerade zum Ende der Saison bemerkbar. Das kann man einfach nicht mehr aufholen.”

Nicht wirklich Teil des DVV-Systems

Dazu kamen einschneidende Veränderungen im Umfeld des Teams. Zwar trainierten Bergmann/Harms auch 2019 am Stützpunkt in Hamburg. Im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation hatte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) aber entschieden, seine Trainer-Kräfte auf die zwei Teams zu bündeln, auf die sie die größte Hoffnung setzen. Obwohl man im Verband grundsätzlich mit der Entwicklung von Bergmann und Harms zufrieden war, hatte sich deren Position nun schlagartig geändert. “Das war ein großer Bruch, der so nicht zu erwarten war. Das war eine stressige Zeit”, so Bergmann.

Sie organisierten sich mit Bernd Schlesinger und Fabian Tobias neue Trainer, die ebenfalls am Stützpunkt angestellt waren. Dadurch sparte das Team Geld, aber Schlesinger und Tobias waren durch ihre Aufgaben in Hamburg gebunden. In Zeiten, in denen die Teams um die Spieler herum immer wichtiger und größer werden, fehlte ihnen die engmaschige Turnierbetreuung ihrer eigenen Trainer, auch wenn sie vor Ort oft von den Bundestrainern unterstützt wurden. “Aber letztlich haben wir Bernd und Fabien in sechs Wochen dreimal gesehen. Das reicht nicht, so sind wir nicht konkurrenzfähig”, bekräftigt Bergmann. Er gibt Fehler in der Turnierplanung zu, sie hätten zu viel gespielt, wo an manchen Stellen Trainingsblöcke sinnvoller gewesen wären.

Bergmann und Harms stagnierten, machten vielleicht sogar einen Rückschritt. Für keinen der Beteiligten eine zufriedenstellende Situation. Bei Bergmann hat das dazu geführt, dass er sich selbst und die Entwicklungen noch mehr reflektiert hat. “Was ist passiert, wo brauche ich Veränderungen, damit ich das Maximum aus mir raushole. Dabei geht kein Vorwurf an Bernd und Fabian, sie haben das Beste daraus gemacht”, sagt er. Vor Kurzem wurde das Duo als drittes Nationalteam nominiert und werden bereits seit Anfang des Jahres auch wieder durchgängig von Eric Koreng und Martin Oljenak betreut.

Das Ziel ist der Continental Cup

Nach einer Knie-Operation ist Yannick Harms wieder fit, das Duo steht mitten in der Saisonvorbereitung. Mitte Januar soll es planmäßig für ein Trainingslager nach Fuerteventura gehen. “Unser Fokus wird wohl eher auf dem Continental Cup liegen, weil wir nicht wissen, wie viele Turniere es überhaupt geben wird”, sagt er. Derzeit sind Bergmann und Harms zwar weit von der Spitze entfernt - echte Alternativen für eine etwaige Teilnahme am Continental Cup hat der DVV aber nicht. Es gibt keine Teams, die international so viel Erfahrung haben oder in der Form sind, dass sie direkt helfen können. Für die Qualität in der Breite der deutschen Herren ist das kein gutes Zeichen.

Auch wenn er das nicht ausspricht: Bei einem Erfolg wären Bergmann/Harms wohl nicht das Duo, das nach Tokio fliegen würde, der Platz geht unter normalen Umständen an Ehlers/Flüggen. Trotzdem will Bergmann die Hoffnung nicht aufgeben: “Sonst bräuchte ich nicht trainieren und dort antreten. Aber wir wollen auch einfach so gut arbeiten, dass wir nach dem durchwachsenen Jahr 2019 bessere Ergebnisse erzielen.”

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