Big-Bags gegen Südwind

Deutsche Meisterschaft Timmendorfer Strand

Zwei überschwemmte Courts sorgten für eine erhebliche Verzögerung des Turnierplans bei den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand. Den Veranstaltern fehlte das Gespür der Surfer.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt"

Am Freitagmorgen hatte Anne Matthes ungeplant viel Zeit. Eigentlich hätte sie mit Anne Friedrich schon um 9 Uhr in der ersten Verliererrunde der Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand antreten sollen, doch den für das Spiel gegen Melanie Gernert und Anika Krebs vorgesehenen Court vier gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. „Das Meer hat ihn sich zurückgeholt“, schrieb Matthes auf ihrer Facebook-Seite. Tatsächlich war gut die Hälfte des Feldes vom salzigen Wasser eingenommen, das durch den Wind immer weiter Richtung Küste wanderte. Gleiches galt für Nebencourt drei.

Die Organisatoren hatten alle Hände voll zu tun, die Felder wieder in einen bespielbaren Zustand zu bringen. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Turnierorganisator Frank Mackerodt. Auch auf der Haupttribüne war Wasser über die Spundwände geschwappt. „Wir hatten schon Angst, dass die Tribüne unterspült wird und wir diese auch mehre Stunden schließen müssen. Hier fanden wir aber glücklicherweise eine Ableitung“, sagt Mackerodt. Um 5.30 Uhr traf er sich bereits mit Helfern vom Bauhof Timmendorf, dann wurden 37 Big-Bags vorbereitet und mit einem Radlader an den Strand gebracht.


Zeit zum Shoppen

Zuerst sollte der Spielbeginn lediglich um eine Stunde verlegt werden, doch dann dauerte es noch bis um 11.30 Uhr, bis die Spielfläche wieder hergestellt war. „Wir sind vielleicht auch ein bisschen naiv da rangegangen, weil wir keine Surfer sind“, sagt Mackerodt. Die hatten schon am Vorabend den kommenden Südwind ausgemacht. „Aber auch die Leute hier vor Ort vom Brauhof waren von der Stärke des Windes überrascht“, sagt Mackerodt. Die Anhängerschaft von Friedrich/Matthes, eine Gruppe bestehend aus Trainern der Beach-Academy, vertrieb sich die Wartezeit mit Einkäufen. „Braucht noch einer was von Edeka?“, fragte einer, da hatte Matthes direkt einen Wunsch parat: „Gibt´s da Siege gegen Gernert/Krebs? Dann bring mal einen mit.“ Den Sieg gab es allerdings weder im Supermarkt noch auf dem Feld.

Nachdem das Spiel mit dreistündiger Verspätung um 12 Uhr auf dem wiederhergestellten Court vier begonnen hatte, führten Friedrich/Matthes zwar im ersten Satz 20:15, doch dann begab sich Melanie Gernert an die Grundlinie und verließ diese erst wieder beim Stand von 22:20. Auch den zweiten Satz gewannen Gernert/Krebs."Es ist echt schwer reinzufinden", sagte Anika Krebs. Die Deutschen Meisterschaften sind seit fünf Wochen das erste Turnier für die Blockspielerin, die sich eine Kapselverletzung und einen Bruch des Fingers an der linken Hand zugezogen hatte. Gernert haderte eher mit den äußeren Umständen. "Es ist schon schwierig, wenn du um 6.30 Uhr aufstehst, damit du um 9 Uhr fit bist, und dann wird der Start Stunde um Stunde verschoben", sagt sie. Zwischendurch habe es geheißen, die Partie finde um 13 Uhr auf Court fünf statt. Diese Feldnummer gab es bis dahin nicht. "Wir haben schon überlegt, ob das irgendwo bei Scharbeutz ist", scherzt Gernert.

Nach dem Sieg konnte sie über die Widrigkeiten lachen. Diese bedeuten aber auch, dass die Pausen zwischen den Spielen fortan kürzer werden und die Damen wegen der Verzögerung voraussichtlich bis in die Abendstunden spielen müssen. „Das Damenfeld müssen wir heute unbedingt gemäß des Planes durchbekommen“, sagt Mackerodt. Der Veranstalter ist für die Finalspiele am Samstag an die Zeiten der TV-Übertragung gebunden.

Alle Infos rund um die Deutsche Meisterschaft findet ihr in unserem DM-Special.

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