Böckermann und Flüggen kämpfen sich zum Meistertitel

Deutsche Beach-Volleyball Meisterschaften 2016

Markus Böckermann und Lars Flüggen haben zwei aufreibende Jahre hinter sich, bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand holten sie nochmal alles aus sich heraus und belohnten sich mit dem Titelgewinn. Die Poniewaz-Zwillinge werden bei letztem Auftritt Vierte.

„Das müssen wir jetzt alles auch erstmal sacken lassen“

Vor dem ersten Spiel bei der Deutschen Beach-Volleyball Meisterschaft hatten Markus Böckermann und Lars Flüggen das goldene Trikot als Ranglistenlistenführende übergestreift, nach dem letzten Spiel in Timmendorfer Strand haben sie die Goldmedaille dazubekommen. Böckermann und Flüggen, die die deutschen Farben schon bei den Olympischen Spielen in Rio vertraten, sind die neuen Deutschen Meister 2016. Im Endspiel gewannen sie gegen den Nationalspieler Jonathan Erdmann und dessen Interimspartner Thomas Kaczmarek nach drei umkämpften Sätzen mit 2:1 (21:13, 19:21, 15:12).

Für Blockspieler Böckermann war es der zweite Titelgewinn nach 2013, als er noch mit Mischa Urbatzka triumphierte. Doch eigentlich erst seitdem der 1,98 Meter große Blockspieler sich für die Saison 2015 mit Abwehrspieler Lars Flüggen zusammengetan hat, hat die Karriere beider Spieler den entscheidenden Aufschwung bekommen. In den nur zwei gemeinsamen Karrierejahren erlebten sie so viel, wie andere Teams auf ihrem Niveau in vier Jahren: Zwei Siege und dreimal Silber auf der FIVB World Tour, Olympiaqualifikation und nun eben den Titel des Deutschen Meisters.

Es spricht einiges für eine Fortsetzung der Erfolgsstory

„Da trinken wir jetzt vielleicht einen Sekt oder ein Bierchen. Und dann müssen wir das alles jetzt auch erst einmal sacken lassen“, erzählte Böckermann erschöpft nach dem Finalspiel. Die vielen Ereignisse haben Böckermann und Flüggen viel Kraft gekostet. „Das war ein sensationelles Jahr mit vielen Emotionen, ich hab gerade auch schon ein bisschen geheult“, erzählte Flüggen. Und sein Partner Böckermann hätte „es nicht für möglich gehalten“, dass er und Flüggen nach Olympiaqualifikation und den folgenden Olympischen Spielen so viel Spannung verlieren würden. Für die Deutsche Meisterschaft hätten sie es aber geschafft, wieder auf das Niveau zu kommen, das sie im Zeitraum der Olympiaqualifikation gespielt hatten.

Dafür überzeugte er mit seinem Partner Flüggen auf dem Center Court der mit 6.000 Zuschauer überquellenden Ahmann-Hager-Arena mit den Eigenschaften, die das Hamburger Duo schon längst auszeichnet. Die Bewegungsabläufe ihrer Spielelemente sind nahe an der Perfektion, was ihrem Spiel eine Souveränität verleiht, die sie ihren Finalgegnern Erdmann/Kaczmarek voraushatten – die allerdings auch erst ihr zweites gemeinsames Turnier absolvierten. Während die restliche Männerkonkurrenz in den vergangenen Jahren und Monaten wegen vieler Verletzungen oder Partnerwechseln im Chaos und damit beinahe im internationalen Niemandsland versank, haben sie es mit ihrer Konstanz zur deutschen Nummer eins geschafft.

Und dass sie als Team weitermachen werden, dafür spricht einiges. „Wir haben es bisher geschafft, individuell und als Team das Maximum aus uns herauszuholen“, meint Böckermann. „Wir haben Spaß, sind erfolgreich – jetzt in der Euphorie würde ich locker sagen, dass wir weitermachen“, erzählt Flüggen. Da es aber auch Phasen gegeben habe, in denen er sich über seine berufliche Zukunft Gedanken mache, ist noch nichts endgültig entschieden. „Wir werden uns zusammensetzen und klären, ob wir die gleichen Ziele haben.“

 

Matysik und Walkenhorst gewinnen Bronze

Mit Edelmetall wollten Bennet und David Poniewaz ihre vierjährige Zusammenarbeit abschließen - zu einer Medaille hat es aber nicht ganz gereicht, dennoch beenden die Poniewaz-Brüder ihre sportliche Zusammenarbeit auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere. DM-Dreizehnter 2014, DM-Siebter 2015, Medaille 2016: Mit diesem Motto war das Brüder-Duo David und Bennet Poniewaz in die Deutsche Meisterschaft 2016 gegangen, die vorerst ihre letzte gemeinsame bleiben soll. Der Plan ist nicht ganz aufgegangen, doch mit diesem Abschluss können Poniewaz/Poniewaz äußerst zufrieden sein. Nicht nur, weil sie ihr Mindestziel 5. Platz übertroffen haben.

Im gesamten Turnierverlauf spielten nämlich die Brüder gelöst und enthemmt, knallten die Bälle in den Timmendorfer Sand, wirkten physisch und mental fit, jubelten, wie schon lange nicht mehr. Die Vorbereitung auf die DM mit Ralph Bergmann, dem ehemaligen Nationalspieler, Co-Trainer der Männer-Nationalmannschaft und aktuell Bundesstützpunkttrainer Beach in Münster, hat sich also gelohnt. "Er hat uns die Freude und den Spaß am Spiel, was uns also in letzter Zeit flöten gegangen war, wieder zurück gebracht", so der Abwehrspieler Bennet Poniewaz. Trotz des Erfolgs werden die Zwillinge in jedem Fall sportlich getrennte Wege gehen. "Es macht einfach Sinn", sagte Bennet Poniewaz, "das Kompetenzteam hat uns eingebläut, dass David einfach zu klein ist für einen Blockspieler."

Mit wem sie jeweils die nächste Karriere starten, steht noch nicht fest. Für die Partnersuche vorgesorgt haben David und Bennet jedenfalls in dieser Saison. Sie arbeiteten mit verschiedenen Partnern und Trainern, was ihnen sehr großen Spaß bereitet hat. Bennet hatte dabei noch mehr Glück. Er konnte zwei Turniersiege einfahren. Mit Armin Dollinger gewann er das CEV Satellite in Italien und mit Alexander Walkenhorst den smart super cup in Hamburg – im Finale gegen seinen Bruder und dessen Partner Tim Holler. "Wir haben in dieser Saison versucht, die verletzten Abwehrspieler zu ersetzen", erklärt Poniewaz.

Nach vier Jahren und dem schönen Abschluss in Timmendorfer Strand können die Zwillinge also ganz ohne Wehmut in einen neuen Karriereabschnitt starten. Nur unter einer Bedingungen würden die Brüder weiter zusammenspielen. "Wenn wir niemanden finden", so Bennet Poniewaz. Mit ihrem Auftreten bei der DM haben sie aber eine gute Visitenkarte abgegeben.

Alle Infos zur DM 2016 im Beach-Volleyball

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