Borger/Sude sind Deutsche Meisterinnen 2019

Deutsche Meisterschaft 2019

Wenn auch so erfahrenen Spielerinnen die Tränen in den Augen stehen: Karla Borger und Julia Sude werden zum ersten Mal gemeinsam Deutsche Meisterinnen. Es ist die Bestätigung für den Weg, den sie seit knapp acht Monaten verfolgen. „Das gibt uns viel Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben“, sagt Borger.

Gold und 10.000 Euro Preisgeld

So richtig entscheiden konnten sich Julia Sude (31) und Karla Borger (30) erst nicht. Vor Freude durch die Gegend springen, sich in die Arme nehmen, lachen oder weinen? Schließlich war dieser Titel bei den Deutschen Meisterschaften ihr erster gemeinsamer Turniersieg, das musste gefeiert werden. Im Endspiel siegten sie gegen Laura Ludwig (33) und Margareta Kozuch (32) mit 2:1 (21:13, 24:26, 15:12), holen die Goldmedaille und werden mit 10.000 Euro Preisgeld belohnt.

Vor 6.300 Zuschauern zeigten die Stuttgarterinnen beeindruckende Comeback-Qualitäten: Zwischenzeitlich lagen sie im Tiebreak bereits mit 5:9 hinten, vieles sah nach einem Sieg für ihre Gegnerinnen aus. „Zum Glück hat Karla am Ende ein paar Asse gemacht und ich habe am Netz aufgepasst“, sagt Sude. Insgesamt schlug ihre Partnerin sechs Servicewinner – unter anderem zum Matchball.

Hinter Borger liegen komplizierte Zeiten

Der Erfolg dürfte vor allem Karla Borger guttun, die schwierige Jahre hinter sich hat. Nach den Olympischen Spielen 2016 hatte ihre damalige Partnerin Britta Büthe ihre Karriere beendet, Borger überzeugte Margareta Kozuch, es im Sand zu probieren. Ihre erste gemeinsame Saison war aber vor allem von großen Streitereien mit dem Deutschen Volleyball-Verband geprägt, was das Duo in seiner Entwicklung deutlich hemmte. Weil Borger irgendwann keinen Ausweg mehr sah, stand zwischenzeitlich sogar ein Karriereende im Raum.

Aber auch nachdem Borger/Kozuch als Nationalteam anerkannt wurden, kamen sie nicht so richtig in den Tritt, wechselten mehrmals die Trainer. Schließlich erfolgte im Wechselkarussell um Kira Walkenhorsts Rücktritt die Trennung, seit Anfang des Jahres spielen nun Karla Borger und Julia Sude zusammen. Von all den neuen Konstellationen brachte das Duo wohl die besten Startvoraussetzungen mit: Beide Spielerinnen sind sehr erfahren, noch dazu kennen sie sich persönlich schon seit Kindertagen.

Seit Januar ein Duo, nun Deutschlands Nr. 1

Für die kurze Zeit wirkt das Team schon gefestigt. Klar ist aber auch, dass noch Findungszeit benötigt wird, es gehört dazu, mal zu stolpern. Davon blieben Borger/Sude auch bei der Deutschen Meisterschaft nicht verschont, in der Gruppenphase fingen sie sich eine überraschende Niederlage ein und mussten den Umweg über das Achtelfinale nehmen. Abgesehen davon spielten die Stuttgarterinnen ein sehr abgeklärtes Turnier, schlugen auf dem Weg zum Titel sämtliche ihrer Nationalmannschafts-Kolleginnen.

Der Fokus des Teams liegt klar auf der Olympia-Qualifikation, da hilft ihnen die Meisterschaft nicht weiter. Trotzdem glaubt Sude, dass ihnen das viel Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben geben wird. In der nächsten Woche treten sie und Borger beim World Tour Final in Rom an, bei dem wertvolle Punkte im Hinblick auf Tokio vergeben werden. Bisher liegt das Duo mit Platz 18 in der Weltrangliste gut im Rennen, der Weg stimmt. Trotzdem besteht noch einiges an Verbesserungspotential. „Wir arbeiten ständig an allem, sind immer am Verbessern, am Gucken, was können wir verändern oder besser machen“, erzählt Borger, „Burkard (Sude, Trainer des Duos; d. Red.) schreibt alles auf kleine Zettel, was wir nicht gut machen – manchmal sind das so ganz kleine, manchmal ganze Rollen.“

Laura Ludwig und Margareta Kozuch nehmen unterdessen eine Silbermedaille mit ins Gepäck – und das bei einem Turnier, dass sie aufgrund der Schulterverletzung von Kozuch als Training ansehen wollten. Das bot ihnen die Gelegenheit, wertvolle Erkenntnisse zu sammeln: „Nach Rom nehmen wir mit, dass wir auch in schlechten Situationen Ruhe bewahren und gut spielen, wir hatten hier so viele enge Spiele wie noch nie“, sagt Ludwig. Gerade die 33-Jährige wurmte die Final-Niederlage trotzdem: „Den ersten Satz würde ich am liebsten aus meinem Leben streichen.“

Ludwig verpasste damit auch die Gelegenheit, bereits zum achten Mal Deutsche Meisterin zu werden. Das Podium wird komplettiert durch Kim Behrens und Cinja Tillmann, die sich im Spiel um Platz drei gegen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur durchsetzten.

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