Brasilianische Rochade

Beach International

Sie waren Weltmeister, Olympiasieger und World Tour Final-Gewinner. Jetzt haben Alison Cerutti und Bruno Schmidt ihre Trennung bekanntgegeben – und damit nicht nur einen Ball ins Rollen gebracht.

Ende einer Ära

2015 und 2016 dominierten Alison Cerutti und Bruno Schmidt die FIVB World Tour, in dieser Zeit gewannen sie acht Turniere, dazu kommen zwei Podiumsplätze. Sie wurden als bestes Team, als bester Offensiv-, als bester Defensiv-Spieler ausgezeichnet, auch auf der brasilianischen Tour konnte ihnen niemand das Wasser reichen.

Seit 2014 spielten sie zusammen, jetzt folgt das Aus: Das Duo trennt sich mit sofortiger Wirkung. „Wir hatten fantastische Jahre zusammen. Ich bin wirklich stolz darauf, was wir uns aufgebaut haben, dass unser Team ein Vorbild für viele andere war, aber das ist nun vorbei. Wir haben geredet und waren uns einig, dass es Zeit für uns ist nach neuen Herausforderungen zu suchen“, erklärte Alison gegenüber der Beach Major Series.

Seit dem Sieg bei ihren Heim-Spielen in Rio de Janeiro 2016 hatten Alison und sein Partner zu kämpfen; nur jeweils zwei Gold- und Bronzemedaillen holten sie seitdem.  Der dritte Platz beim 4-Sterne-Turnier in Xiamen sorgte nur kurz für gute Stimmung, zuletzt schieden sie in Huntington Beach schon in der ersten K.o.-Runde aus. Zu wenig für das erfolgsverwöhnte Duo.

Ein Paukenschlag folgt dem nächsten

Die Trennung des Duos brachte die brasilianische Beach-Volleyball-Szene ordentlich durcheinander. Die aktuellen Weltmeister Evandro/Andre trennen sich ebenfalls – weil Andre in Zukunft mit Alison an den Start gehen wird. Die Chance, mit einem der erfolgreichsten Spieler der Welt zusammenzuspielen, wollte er sich wohl nicht entgehen lassen. Mit dem Partnerwechsel geht der 23-Jährige aber auch ein Risiko ein: Nach dem Titel bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr hatten Andre und Evandro gerade erst in Itapema ihren ersten Sieg auf der World Tour geholt, beim Event in Huntington Beach waren sie Zweite geworden. 

Nun entschied Andre sich diese erfolgreiche Partnerschaft aufzulösen und zurück in seiner Heimatstadt Vitoria zu gehen, wo er wieder unter seinem früheren Trainer arbeiten wird. Und hinterlässt damit Evandro, der nun erst einmal ohne Partner dasteht. Wenig überraschend, dass der sich gegenüber Globoesporte.com enttäuscht zeigte: „Es war seine Entscheidung. Wir waren sehr gut drauf, sind besser und besser geworden. Ich bin sehr frustriert von dieser Situation, aber es ist passiert und ich muss nach vorne schauen.“ 

Etwas mehr als zwei Jahre vor den nächsten olympischen Spielen in Tokio bleibt dem 2,10 Meter großen Blockspieler aber noch genug Zeit, sich noch einmal neu aufzustellen. „Wenn es passieren sollte, ist es besser, dass es jetzt passiert ist. Ich werde mit meinen Trainern sprechen und schauen, was meine Optionen sind. Man muss nach vorne schauen, denn nichts passiert ohne Gründe“, sagte Evandro deswegen weiter.

Das Karussell dreht sich weiter

Bruno Schmidt hat unterdessen bereits einen neuen Partner gefunden. Ab sofort wird er mit dem 32-jährigen Pedro Solberg zusammenspielen. Dass die Harmonie zwischen den beiden stimmt, wissen sie aus früheren Jahren: Zwischen 2012 und 2013 traten sie auf 13 Events gemeinsam auf, mit insgesamt sechs Medaillen blieb auch da der Erfolg nicht aus. 

Pedro, der in Fort Lauderdale mit George Wanderley noch Vierter geworden war, will das aber nicht zu hoch bewerten: „Natürlich ist es gut zu wissen, dass die Chemie zwischen uns gestimmt hat. Aber das ist schon eine Weile her und wir wollen nun eine neue Geschichte schreiben. Wir müssen zeigen, dass die Chemie immer noch passt und wir müssen hart arbeiten, denn Brasilien hat momentan eine Handvoll fantastischer Athleten, die alle um Plätze für Olympia kämpfen.“

Jedes Land hat bei den olympischen Spielen maximal zwei Startplätze. Wer sich die brasilianischen am Ende sichert, wird eine der spannendsten Fragen der nächsten Jahre.

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