Business as usual – Der harte Weg durch die Distanzen

Techniker Beach Tour

Die Top-Teams der deutschen Tour freuen sich über das sportliche Treiben am Wochenende. Aber unter der Woche zeigen sich die Nebenwirkungen.

„Wir sind beide Zockerinnen”, sagt Natascha Niemczyk. „Und faken können wir auch noch”, schiebt Melanie Gernert hinterher. Und wenn man dann noch vielseitig einsetzbar ist, werden sie noch unangenehmer als Gegnerinnen auf dem Feld. Melanie Gernert und Natascha Niemczyk gehören seit Jahren zu den Top-Spielerinnen der deutschen Tour. Vor allem Gernert: In Fehmarn gewann sie ihren zwölften Titel – mit der insgesamt siebten Partnerin. „Echt? Wusste ich gar nicht.” Sie ist selbst überrascht. Vielseitiger geht es kaum noch. Auf Fehmarn wurde sie zudem von Niemczyk immer wieder mal in die Position der Blockerin geschoben: „Sie kann es eben einfach”, so Niemczyk.

Ihre eigentlichen Partnerinnen hatten am Südstrand aus unterschiedlichen Gründen nicht spielen können. Sabrina Karnbaum war auf einer Hochzeit eingeladen und Gernerts Teamkollegin Elena Kiesling war beruflich verhindert. 

Die Qual der Wahl zwischen Job und Sport

Die beruflichen Erfordernisse werden in diesen Wochen für viele Teams zu einer Herausforderung. An vier Wochenenden hintereinander sind die Top-Teams der deutschen Szene derzeit on tour: St. Peter-Ording, jetzt Fehmarn, dann Zinnowitz und schließlich Kühlungsborn, die vier Strandturniere sind direkt hintereinander terminiert. Dann wird ihnen eine zweiwöchige Pause gewährt bis zu den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand.

Viele Protagonisten arbeiten hauptberuflich. Karnbaum ist Architektin,  Niemczyk arbeitet im Vertrieb eines Teamware-Herstellers und darf sich per home office Zeit und Arbeit einteilen. „Das macht mich recht flexibel.” Trotzdem musste sie überlegen, ob sie noch am Sonntag Abend wenige Stunden nach dem Finale zurück fahren wollte oder doch erst nach einer Nacht mit ein paar Stunden Schlaf.

Für die Sieger des Männer-Turniers stellte sich diese Frage nicht. Bennet und David Poniewaz sind noch am Abend in die Heimat zurückgekehrt. Was natürlich Folgen hat. „Nach so einem Wochenende sitze ich wie benommen an meinem Arbeitsplatz”, sagt Bennet. Das dürfen in diesem Fall die Arbeitgeber durchaus wissen, denn sie verfolgen intensiv die sportlichen Darbietungen ihrer Mitarbeiter. „Anders wäre das auch nicht möglich.” Montags und Dienstags arbeiten, dann das erste Training, Mittwoch Kraft, Donnerstag Training und dann wieder Abreise zum nächsten Event. In vier Tagen werden die Poniewaz-Twins nach Zinnowitz fahren. „Du musst immer die richtige Balance finden zwischen Training, Belastung und Regeneration”, so David. In ihrem Fall haben sie das Glück, von einem erfahrenen Coach wie Axel Büring begleitet zu werden, der macht die Planung und Steuerung der Trainingsinhalte. Auch wenn der Münsteraner bei den Schüttorfern nicht immer persönlich anwesend sein kann, funktioniert das Teamworking. Die Erfolge sprechen für sich. Weder das Poniewaz-Gespann noch Gernert oder Niemczyk müssen sich Gedanken um die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand Gedanken müssen. Die ist ihnen aufgrund der zahlreichen Ranglistenpunkte und Erfolge gewiss.

Der bange Blick auf die Zulassungslisten

Bei den Teams auf den Positionen zwischen zwölf und achtzehn der Rangliste sieht das anders aus. Die müssen sich noch den Anfordernissen der offiziellen Zulassungsliste der Deutschen Beach-Volleyball-Meisterschaften der Männer und Frauen stellen. Montag mittag gegen zwölf Uhr wird der neueste Stand veröffentlicht auf der Website des Deutschen Volleyball-Verbandes. Am 5. August wird sie besondere Beachtung erfahren: „Dann ist sie bereinigt und man kann davon ausgehen, dass die Liste die Teams abbildet, die auch bei der DM wird spielen können“, sagt Rüdiger Sauer, Referent Veranstaltungen Beach-Volleyball bei der Deutschen Volleyball-Sport GmbH in Frankfurt.

Dann wird es sicher die ein oder andere Enttäuschung und Ernüchterung geben. Auf Fehmarn gab es beispielsweise das Duell Krebs/Welsch gegen Bieneck/Stautz, zwei Duos, denen die letzten Punkte für Timmendorf fehlen. Vorteil Bieneck/Stautz nach dem Sieg in zwei Sätzen.

Nachteil Melanie Höppner und Julia Laggner, die am Südstrand nicht über die Pool Matches hinauskamen. „Wir sind eben keine Profis und haben nicht die Unterstützung durch einen großen Betreuerstab”, sagt Höppner. Sie ist Lehrerin an einer Schule in Berlin-Kreuzberg. Dort ist seit diesem Wochenende wieder Schulbetrieb und sie muss sehen, ob sie sich Zeit freischaufeln kann, um wieder in Zinnowitz zu spielen. „Durch Vorarbeit oder eine entsprechende Stundenplangestaltung”, sagt sie, sei das möglich. Doch am Ende wird es wahrscheinlich nicht reichen, um das Highlight in Timmendorfer Strand erleben zu können. Auch im letzten Jahr haben Höppner/Laggner knapp den Sprung zur DM verpasst. Aber sie wollen noch nicht aufgeben, denn „Spaß macht es trotzdem.”

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