„Das Blitzlichtgewitter ist schön, aber auch unheimlich kräfteraubend“

Interview mit Laura Ludwig und Kira Walkenhorst

Als Olympiasiegerinnen und amtierende Deutsche Meister gehen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst als die Top-Favoriten ins Rennen bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand. Im Interview mit beach-volleyball.de sprechen sie über den PR-Marathon und den Versuch, trotzdem den Trainingsalltag zu bewältigen.

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Bei den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand steht ihr das erste Mal nach Olympiagold wieder auf dem Feld. Wir schwer ist es, den Schalter nach vielen Medaillen-Partys und PR-Terminen wieder umzulegen?
Walkenhorst: „Die Belastung der PR-Aktionen hatten wir wirklich unterschätzt. Im Blitzlichtgewitter zu stehen ist schön, spannend, aber auch unheimlich kräfteraubend. Deshalb haben wir in der Zeit direkt vor Timmendorf fast alle Termine abgesagt.“

Nach eurem Finalsieg seid ihr ins Olympische Dorf gezogen. Habt ihr da angefangen die Olympischen Spiele so richtig zu erleben? Was waren die stärksten Eindrücke und Begegnungen?
Walkenhorst: „Das Dorf war aufregend und hatte eine gewisse Faszination, aber unsere Olympischen Spiele fanden in Ipanema und an der Copacabana statt. Dort hatten wir Appartements, in denen wir uns super wohl gefühlt haben.“

Ihr habt vier Jahre auf Olympia hingearbeitet, euch völlig darauf fokussiert. Und dann wacht ihr morgens auf und das Ziel ist zwar weg, aber die Goldmedaille da. Fällt man dann in ein Loch oder schwebt man eher auf Wolke sieben?
Ludwig: „Eher auf Wolke sieben. Es ist immer noch so unwirklich. Klar beginnt jetzt auch wieder ein neuer Lebensabschnitt, es wird neu geplant und Entscheidungen müssen getroffen werden - aber das alles mit einer Goldmedaille um den Hals.“

Was hat euch am meisten überrascht, verwundert oder bewegt im Zusammenhang mit den TV-Auftritten z.B. bei Markus Lanz oder dem Aktuellen Sportstudio?
Ludwig: „Es hat mich positiv überrascht, wie interessiert die Leute an unserer Sportart sind, das ist genial. Das wäre natürlich der Hammer, wenn wir dabei helfen können, unsere Sportart in einen größeren Fokus zu stellen.“

In der vergangenen Woche habt ihr den Sportbild Award gewonnen und euch erneut in prominenter Umgebung befunden. Die Medien vor Ort und auch andere Sportler scheinen euch derzeit nicht mehr loslassen zu wollen.
Walkenhorst: „Wir brauchten auf dem roten Teppich eine Stunde, um dreißig Meter hinter uns zu bringen. Ich denke, das sagt alles.“

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„Es wäre natürlich der Hammer, wenn wir dabei helfen können, unsere Sportart in einen größeren Fokus zu stellen."

Laura Ludwig

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Ihr werdet jetzt in einem Atemzug mit Sportlern genannt, zu denen ihr vorher vielleicht aufgeschaut habt. Wie geht man damit um?

Ludwig: „Ich kann es immer noch nicht fassen… So langsam realisiert man mehr und mehr, was wir eigentlich erreicht haben.“
Walkenhorst: „Wir können auf jeden Fall nicht mehr unerkannt abends auf den Kiez gehen.(lacht)

Ihr startet am Wochenende als Titelverteidigerinnen bei der Deutschen Meisterschaft. Wie sehr beeinflusst der derzeitige PR-Marathon euren Trainings-Rhythmus?
Walkenhorst: „Unser Fokus liegt auch weiterhin ganz klar auf dem sportlichen Bereich. Wir mussten jetzt extrem viele Anfragen von großen Tageszeitungen und TV-Sendern wie ZDF, RTL, SAT1 und dem NDR absagen, um den Trainingsalltag beizubehalten. Der Sport steht einfach im Vordergrund. Trotzdem bleiben die wenigen Auftritte und Interviews, die wir geben, natürlich eine Zusatzbelastung und eine ganz neue Art der Anstrengung für uns, aber auch sehr interessant.“

Bei so einem Medienhype blieben doofe Fragen nicht aus. Welche hat am meisten genervt oder wurde am häufigsten gestellt?
Ludwig: „Habt Ihr es schon realisiert?“

Welche Frage hättet ihr denn gerne mal gehört nach dem Olympiasieg?
Walkenhorst: „Ich denke, wir wurden schon so viel gefragt, da wünscht man sich nicht noch eine...“

Und mal ehrlich: Wie viel Geld habt ihr selbst schon in das Crowdfunding-Projekt von ‚Die Norm‘ gesteckt, damit der Film über euch auch wirklich in den Kinos zu sehen sein wird?
Ludwig: „Wir stecken da vor allem Liebe und Zeit mit uns rein.“ (lacht)

 

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