"Das Festival wird mir fehlen"

Beachline Festival

Das Beachline Festival ist das weltweit größte Beachcamp und eine Klasse für sich. Tobias Heinze, seit zehn Jahren Festivalfotograf, hat einen besonderen Blick auf das Festival. Anlässlich seines Abschieds erinnert er sich für uns an die Highlights und eine aufregende Zeit.

Tobias Heinze hat in den vergangen zehn Jahren die Fotos beim Beachline Festival in Riccione gemacht. Dieses Jahr ist er nicht mehr dabei - Zeit also für einen kleinen  Rückblick auf eine aufregende Zeit. Wir haben uns mit Tobi über seine Arbeit am Adria-Strand unterhalten.
 
Tobi, du warst jetzt eine lange Zeit Fotograf des Beachline Festivals. Kannst du dich noch an die Anfänge erinnern? Wie seid ihr, das Festival und du, zusammengekommen?
Ich habe damals zusammen mit Ralf Esser, einem der Gründer des Festivals, in einer Volleyballmannschaft gespielt. Als man dann auf der Suche nach einem neuen Fotografen war, bot ich meine Dienste an und erhielt den Job. Für mich war das damals der erste Auftrag im Ausland, also eine sehr aufregende Sache.
 
Was war dein erster Gedanke, als du in Riccione ankamst?
Riesig. Ich konnte mir die unglaublichen Dimensionen des Festivals nicht vorstellen, bis ich das alles dann mit eigenen Augen sah. Als ich bei meinem ersten Event vor zehn Jahren den Strand vom ersten bis zum letzten Feld abgelaufen war, hatte ich ein gutes Gefühl für die Größe der Veranstaltung. Das war echt beeindruckend.
 
Wie viele Fotos machst du während eines Festivals?
Beach-Volleyball ist eine sehr schnelle Sportart. Ich habe schon Fußball, Handball, Eishockey und Basketball fotografiert, aber beim Beach-Volleyball ist es besonders schwer, den richtigen Moment zu erwischen. Dementsprechend viele Fotos benötige ich, bis ich erfolgreich bin. Während des Festivals entstehen daher rund 4000 Bilder, von denen ich am Ende etwa 400 in die Auswahl nehme.
 
Was waren deine Highlights in deiner Zeit beim Festival?
Da gab es natürlich viele außergewöhnliche Momente: Zunächst fallen mir die vielen National-Teams ein, die ich fotografieren konnte. Ich hatte auch mal einen Hut, auf dem ich jeden Profi, der beim Festival trainierte, unterschreiben ließ. Der Hut war dann nach drei Festivals restlos voll mit Unterschriften, also musste ich damit wieder aufhören.
Außerdem erinnere ich mich noch an einen Flug mit einer kleinen, einmotorigen Maschine für Luftaufnahmen vom Festival. Das war schon sehr aufregend, da der italienische Pilot - vom Aussehen her eine Mischung aus Mac Gyver und italienischem James Bond - besonders tief flog, damit ich einen guten Blick auf den Strand hatte.
 
In den letzten zehn Jahren hat sich das Beachline Festival ständig weiter entwickelt. Wie hast du diese Entwicklung wahrgenommen?
Zu Beginn habe ich etwa 40 Trainingsgruppen fotografiert, im vergangenen Jahr waren es glaube ich 82. Zudem gibt es vor dem Festival u.a. Schulungen für Trainer, die Veranstaltungstechnik hat sich weiterentwickelt und die Organisation rund um Teilnehmer und Trainer wurde von Jahr zu Jahr besser. Alles ist viel professioneller geworden und trotzdem hat das Festival nicht den Charme seiner ersten Jahre verloren. Das fand ich in meiner Zeit dort immer sehr angenehm.
 
Was ist in deinen Augen das Besondere am Beachline Festival?
Es gibt Teilnehmer, die habe ich als Kinder im Future-Camp fotografiert. Einige Jahre später erkenne ich sie dann z.B. beim Durchsehen der Fotos von einem Herren-Eins-Turnier. Ich sehe an solchen Dingen, dass die Festivalbesucher Riccione sehr treu sind. Ich habe dort jedes Jahr eine Gemeinschaft mir großem Zusammenhalt erlebt. Das zeigte sich auch immer bei den Gruppenfotos der einzelnen Trainingsgruppen. Die haben sich teilweise ein Jahr lang überlegt, was sie für das Gruppenbild auf die Beine stellen wollen, wirklich toll.
 
Das Festival 2015 war für dich Nummer zehn und leider vorerst das letzte Festival. Wird es mit dir überhaupt kein Wiedersehen mehr am Strand von Riccione geben?
Über die Jahre habe ich viele tolle Momente beim Festival erlebt und viele Freundschaften geschlossen. Ich bezeichne die Leute dort gerne als die große Beachline-Familie, die sich einmal im Jahr trifft und den Sport, den Strand und ein bisschen auch das Leben feiert. Das wird mir natürlich schon auch alles fehlen und daher wäre ich ja verrückt, wenn ich einen Festival-Auftrag in der Zukunft ausschließen würde. Aber im Moment möchte ich mich mehr um die Familie kümmern und da ist dann leider kein Raum mehr für eine Veranstaltung dieses Ausmaßes.

Die Verantwortlichen des Festivals möchten sich an dieser Stelle ganz ausdrücklich für den großartigen Einsatz und das Engagement von Tobi bedanken!

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