Das klassische erste Spiel

Deutsche Meisterschaft Timmendorfer Strand

"Das erste Spiel in Timmendorf ist immer – wie soll ich sagen – anders", suchte Blockspielerin Victoria Bieneck nach einer adäquten Beschreibung der besonderen Umstände zum Start der Deutschen Meisterschaft, "es war ein großer Tanz."

"Ein großer Tanz"

"Zwei Tage vorher merkt man, dass die Spannung steigt, alle sind aufgeregt", erklärt Julia Großner. Die Beachprofis sind das ganze Jahr über unterwegs, egal ob hierzulande oder in der großen weiten Welt. Nun sind alle - Fans, Familie, Freunde, ehemalige Beach-Größen, Sponsoren, Medien - versammelt, es gilt, sich gut zu präsentieren, keiner will sich hier die Blöße geben. Viele Augenpaare beobachten schließlich die sportlichen Darbietungen, denn die Tribünen sind bereits am Donnerstag gefüllt. Die "Underdogs" haben nichts zu verlieren, können die Favoriten ärgern. Dann kommt noch der liebe Wind zu der ganzen Aufregung dazu. Und nicht selten springt in solch einem typischen ersten Spiel die eine oder andere Überraschung heraus. All das macht das erste Spiel in Timmendorf eben besonders.

Die große Überraschung blieb in der ersten Runde der Frauen zwar aus, dennoch gab es zahlreiche "Beweise" für die Besonderheit des ersten Spiels. So mussten die Titelaspirantinnen Katrin Holtwick/Ilka Semmler einen 17:19-Rückstand aufholen und einen Satzball gegen die an 15 gesetzten Underdogs Florentina Büttner/Valeria Fedosova abwehren. Die Bayerinnen hatten sich etwas Pfiffiges für ihr Match gegen Holtwick/Semmler einfallen lassen: "Wir wussten, wir haben eine Chance, das Spiel eng zu gestalten, nur wenn die beiden nicht mehr als 70% ihrer Leistung abrufen und wir im Spiel etwas anderes machen", verriet Florentina Büttner. Der Plan ging auf. Büttner/Fedosova spielten ungewohnte Bälle, wie zum Beispiel den selten eingesetzten Rainbowshot (diagonal im hohen Bogen über den Abwehrspieler hinweg gespielter Shot). Insgesamt versuchten sie eher hoch und weit nach hinten ins Feld von Holtwick/Semmler zu spielen. "Außerdem haben wir jeden Ball gefeiert, egal wie er war", so Büttner, die auch schon mit Julia Sude in einigen Nachwuchshöhepunkten erfolgreich spielte. Sie holten Bronze bei der U18-Weltmeisterschaft 2004 und wurden im selben Jahr U18-Vize-Europameisterinnen.

Victoria Bieneck/Julia Großner, an fünf gesetzt, hatten gegen Kim Behrens/Jenny Heinemann, an 12 gesetzt, im ersten Satz ordentlich mit sich zu hadern. Sie zeigten ihre Unzufriedenheit mit der Schiedsrichterleistung und gerieten mit 8:13 in den Rückstand. "Es war ein großer Tanz mit vielen Breaks auf jeder Seite, wir sind happy, dass wir es am Ende gemacht haben", so Bieneck. Auch die Europameisterin Laura Ludwig zeigte Anzeichen von Nervosität. Sie startete mit einem ungewohnt zaghaften Aufschlag in ihr erstes Meisterschaftsspiel, welcher dann auch fehlerhaft war.

"Der große Tanz" geht am morgigen Freitag weiter. Um 9 Uhr spielen die Frauen ihre zweite Runde aus. Die Männer dürfen länger schlafen und bestreiten ihr "erstes Timmendorf-Spiel" um 11 Uhr. Mal sehen, wie sich die Herren der Schöpfung mit den "besonderen Meisterschaftsumständen" arrangieren.

Alle Infos rund um die Deutsche Meisterschaft findet ihr in unserem DM-Special.

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