„Das Team hinter den Profis“

Techniker Beach Tour Düsseldorf 22.06. - 24.06.2018

Sabrina Karnbaum (27) und Natascha Niemczyk (28) finden sich momentan auf dem siebten Platz der deutschen Beach-Volleyball-Rangliste wieder – so gut wie noch nie! Dennoch könnte nach dieser Saison Schluss sein für‘s „Bavaria Beachteam“.

Mit zwei fünften Plätzen auf der Techniker Beach Tour in Münster und Dresden sind die Münchnerinnen Sabrina Karnbaum und Natascha Niemczyk in ihre Saison gestartet. „In Münster haben wir nicht damit gerechnet aus der Gruppe rauszukommen, dann erst im Viertelfinale an Laboureur/Sude zu scheitern ist total in Ordnung. Gegen Borger/Kozuch in Dresden haben wir nicht unseren besten Tag gehabt, da wäre vielleicht mehr drin gewesen“, lässt Karnbaum die ersten zwei Tour-Stopps noch einmal Revue passieren.

„Wir bewegen uns in Richtung 'normales Leben'“

Dass sie sich immer wieder so gut schlagen ist überraschend. Karnbaum arbeitet Vollzeit in einem Architekturbüro und Niemczyk ist im Munich Beach Resort als Teilzeitkraft (Training, Bar, Event) angestellt. "Wir bereiten uns mit viel weniger Aufwand vor als die anderen Teams und auch als wir selbst in den vergangenen Jahren. Wir trainieren nur zwei Mal in der Woche. Das ist als würden wir uns in die Richtung 'normales Leben' bewegen", sagt Karnbaum. Ihr Schlüssel zum Erfolg ist ihre ‚Eingespieltheit‘: "Wir sind jetzt in unserer vierten gemeinsamen Saison, viele halten es so lange gar nicht mal mit einem Partner aus, davon profitieren wir. Trotzdem muss man sagen, dass wir ganz klar das Team hinter den Profis sind."

Durch das Arbeitsverhältnis merken beide jedoch, dass es immer schwieriger wird Anschluss zu halten. Die Münchnerinnen planen nur bis zu den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand. Was danach passiert? "Das werden wir dann sehen", sagt Niemczyk, die wie Karnbaum im Winter auch in der Halle Volleyball spielt (2. Bundesliga: AllgäuStrom Volleys Sonthofen). Den Gedanken eines von beiden oder gar beides, zumindest auf diesem Leistungsniveau, nach der Saison aufzugeben, treibt beide Spielerinnen um. Insofern könnte das sogar ihr letztes gemeinsames Jahr werden.

In Düsseldorf ist das Team an zwei gesetzt. "Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir an eins gesetzt sind, aber Walkenhorst/Körtzinger waren dann doch noch ein paar Punkte vor uns. Das hat uns gefreut, wir sind nicht so gerne der Favorit", stellt Karnbaum klar.

Das bayerische Nationalteam

In den vergangenen Jahren waren mit Yannic Beck/Tim Noack und Bene Doranth/Julius Höfer oft zwei weitere bayerische Duos mit auf der höchsten deutschen Tour unterwegs. Inzwischen spielen Höfer und Noack zusammen und selten die höchste Tour. "Wir haben früher mit den zwei Teams immer Scherze gemacht, dass wir die bayerischen Nationalteams sind. Und da die jetzt nicht mehr richtig dabei sind, sind wir jetzt das Bavaria Beachteam", erzählt Niemczyk.

In den internationalen Sand haben sich Karnbaum/Niemczyk erst einmal gewagt. Im vergangenen Jahr spielten sie ein CEV-Satellite in Vilnius. Mit dem vierten Platz verpassten sie dort das Podium denkbar knapp. "In den ersten beiden Saisons haben wir gar nicht mal darüber nachgedacht international zu spielen. Das kam erst in der vergangenen Saison auf, aber wir sind auch nur durch Zufall an dieses Turnier gekommen, weil ein Team kurzfristig zurückgezogen hatte. In Deutschland ist es extrem schwierig zu internationalen Turnieren zu kommen", sagt Niemczyk. Karnbaum ergänzt: "Außerdem ist es uns immer wichtig das Preisgeld auch als solches zu sehen und es nicht dafür zu verwenden, um bei einem anderen Turnier an den Start gehen zu können." Das finanzielle Risiko sei zu hoch für Teams, die nicht vom Verband oder zahlungskräftigen Sponsoren unterstützt werden.

Timmendorf letztes großes Turnier gemeinsam?

Ihr womöglich letztes großes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft in Timmendorfer Strand in diesem Jahr. Als siebtbestes Team haben sie allerbeste Chancen dieses Ziel zu erreichen. Womöglich schaffen sie es bei den Deutschen Beach-Volleyball-Meisterschaften sogar ins Viertelfinale (was ihr bestes Ergebnis bedeuten würde) und überlegen es sich dann doch nochmal ob sie wirklich aufhören wollen. Denn eines ist klar: dieses spaßige bayerische Team würde dem deutschen Beach-Volleyball fehlen.

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