"Das Ziel in Rio ist eine Medaille"

Interview mit Dr. Andreas Künkler

Dr. Andreas Künkler, ehemals Headcoach des Erfolgsduos Holtwick/Semmler, ist in der Geschichte des Deutschen Volleyball-Verbandes erster Vize-Präsident Sport Beach-Volleyball. Diese Position wurde 2013 neu geschaffen. Nun verrät er im Interview mit dem DVV seine Pläne und spricht über den aktuellen Zustand des deutschen Beach-Volleyballs.

Am 23. November wurden Sie auf dem Hauptausschuss als Vize-Präsident Sport Beach-Volleyball gewählt. Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie kandidierten?


Künkler: „Angesprochen wurde ich von Jürgen Wagner und Michael Evers, die beide befürwortet haben, dass dieses vom Vorstand beschlossene neue Amt durch einen Experten aus dem operativen Geschäft besetzt werden sollte. Sie haben mich in mehreren Gesprächen über den Sommer hinweg überzeugt.“



Warum haben Sie sich zur Wahl gestellt?

„In erster Linie, um den Leistungssport Beach-Volleyball zu entwickeln und um einer Tendenz entgegen zu wirken, dass wir in Europa von einigen Nationen überholt werden. Perspektivisch werden wir den Anschluss verpassen, wenn wir nicht durch entsprechende Maßnahmen gegenarbeiten. Das muss sportpolitisch jetzt eingeleitet werden.“



Was sind als Vize-Präsident Sport Beach-Volleyball ihre Aufgaben im DVV-Vorstand und im Verband?


„Die Konzeption Leistungssport im Erwachsenensport und im Nachwuchs natürlich. Zudem eine enge Zusammenarbeit mit meinen Pendant im Hallenbereich, Michael Evers, sowie generell die Entwicklung im Beach-Volleyball und auch Personalpolitik, sprich Gesprächen mit Trainern und Amtsträgern im Beachbereich. Wir sind darauf angewiesen, dass der künftige Sportdirektor uns entlastet, weil wir derzeit viele Baustellen haben, die wir als Ehrenamt in dem Umfang nicht dauerhaft begleiten und lösen können.“



Es wurde jahrelang bemängelt, dass der Beach die großen Erfolge erzielt, aber zu wenig Lobby und Einfluss im Verband hat. Ist mit der Schaffung dieser Position Abhilfe geschaffen?


„Dies ist ein erster Schritt auf einem langen Weg bzw. Prozess. Wenn Beach-Volleyball das Aushängeschild des DVV sein soll, dann müssen auch Taten folgen.“



Haben Sie schon erste Maßnahmen ergriffen? Schließlich waren Sie kommissarisch bereits einige Zeit im Amt?


„Erste Maßnahmen waren Vertretungen des DVV bei den „Meilenstein-Gesprächen“ mit dem DOSB und dem BMI. Mein Antrittsbesuch bei der FIVB anlässlich des World Councils, Die Organisation der Sichtung „Olympia 2020“ in Hamburg am 21./22. Dezember (Bericht des DVV dazu folgt in dieser Woche, Anm. d. Red.). Und dann schwerpunktmäßig die Veränderung von Gremien im Beach-Bereich, z. B. Leitungsstab sowie viele Personalgespräche zur Umstrukturierung von Stellenbeschreibungen.“



Was sind ihre übergeordneten Ziele für ihre Amtszeit? Was wollen Sie auf den Weg bringen?


„Als übergeordnet möchte ich das duale Ausbildungskonzept umsetzen. Außerdem möchte ich, dass der deutsche Beach-Volleyball die Position, die er einst im internationalen Vergleich hatte, wieder erlangt. Da sehe ich vor allem mit einiger Sorge auf den Männer-Spitzenbereich."

Ist es wirklich so schlecht um den Männer-Bereich bestellt?


„Ja! Die Medaillen, die wir in diesem Jahr bei der WM in Polen gemacht haben, täuschen ein wenig über das derzeitige Leistungsvermögen hinweg. Im Frauenbereich sind wir bis 2016 noch sehr gut aufgestellt, im Männerbereich haben wir absolut den Anschluss verpasst - Jonathan Erdmann/Kay Matysik bilden da eine positive Ausnahme.“



Sie sind noch Trainer des Top-Duos Katrin Holtwick/Ilka Semmler und auch im Leitungsstab Beach als Trainervertreter involviert. Besteht da nicht ein Interessenskonflikt?


„Nein, weil ich bei Holtwick/Semmler den Mentorenpart übernommen habe, sprich für die Organisation im Hintergrund zuständig bin und nicht mehr im Tagesgeschehen aktiv sein werde. Im Leitungsstab Beach habe ich mein Amt als Trainervertreter zur Verfügung gestellt und bin dabei, einen Nachfolger zu suchen, der dann natürlich per Abstimmung gewählt werden muss.“

Ziehen Sie sich denn ganz aus dem täglichen Spitzensport zurück?


„Nein, ich werde im neuen Männer-Team Windscheif/Walkenhorst als Head Coach fungieren. Ich sehe aber keinen Konflikt, weil ich durch die Umstrukturierung von bestimmten Gremien viele Entscheidungen durch ein neu gebildetes „Kompetenzteam“ treffen lassen möchte. Dieses leite ich, bin aber in Gesellschaft von verschiedenen Trainern und Koryphäen und sehe mich als Vertreter von verschiedenen Meinungen von Top-Trainern aus dem internationalen Spitzenbereich wie Hans Voigt, Bernd Schlesinger, Jürgen Wagner, Markus Dieckmann, Vertreter Nachwuchs-Bundestrainer, der zukünftige Sportdirektor, Beach-Koordinator Raimund Wenning plus Jonas Reckermann als Experte.“



Auf dem Hauptausschuss wurde ein kritischer Blick auf den Leistungssport-Nachwuchs geworfen, der in erster Linie dem Hallenbereich galt. Wie sieht es damit im Beach-Bereich aus, der in der Vergangenheit traditionell eine Medaillen-Bank war!?


„Auch im Beach-Bereich sind wir auf dem absteigenden Ast gegenüber den vergangenen Jahren. Andere Nationen wie Polen sind deutlich besser strukturiert und aufgestellt als wir. Insbesondere die Bundestrainerstelle U18/U19 muss dringend besetzt werden.“



Dagegen sind Sie der Meinung, für 2016 stark aufgestellt zu sein. Was sind in Rio de Janeiro die Ziele?


„Natürlich peilen wir an, mit dem Maximum von vier Teams in Rio zu sein. Das Ziel für Rio ist eine Medaille im Beach-Volleyball zu gewinnen. Das ist im Frauenbereich aktuell realistischer, aber ich traue den Männer-Teams auch zu, dass sie in der zur Verfügung stehenden Zeit eine entsprechende Entwicklung vollziehen, und ich würde mich natürlich über zwei Medaillen noch mehr freuen. Die Männer müssen definitiv noch viel Boden gut machen, aber über qualitativ gute Arbeit ist das möglich.“

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