Deutsche Meisterschaft mit oder ohne Kaczmarek/Walkenhorst?

Deutsche Meisterschaft Timmendorfer Strand

Mit einem Sonderantrag hoffen Thomas Kaczmarek und Alexander Walkenhorst bei den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand dabei sein zu können. Das Regelwerk lässt eine Teilnahme beider Athleten eigentlich nicht zu - dennoch ist es weiter offen, ob sie starten werden.

Niederlage per E-Mail

Für Thomas Kaczmarek und Alexander Walkenhorst setzte es in dieser Woche bereits eine Niederlage. Anders aber, als man es bei zwei Beach-Volleyball Profis vermutet, erfolgte sie nicht auf dem Feld, sondern per E-Mail. Nach der Auflösung ihrer vorherigen Teamkonstellationen stellten sie beim Beach-Volleyball-Ausschuss (BVA) des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) einen Sonderantrag und hofften, so bei den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand starten zu können.

Am Mittwoch aber kam die schriftliche Mitteilung, dass der Antrag abgelehnt wurde. „Ein Scheiß-Gefühl“, sagte Walkenhorst kurz nach Erhalt der Nachricht am Mittwoch, der trotz der Enttäuschung am Telefon noch recht gefasst wirkte. Mittlerweile aber kann Walkenhorst wieder zuversichtlicher sein. Denn die Frage, ob er mit Kaczmarek als Interimspartner bei der DM starten darf, ist wieder in Bewegung gekommen. Es scheint, als hätte ein Fehlen beider Athleten bei der DM - Walkenhorst ist aktuell Ranglistenerster und Kaczmarek Meisterschaftszweiter der Vorsaison - hinter den Kulissen Wellen geschlagen.


Der Ausschuss hielt sich an das Regelwerk - und stimmte dagegen

Jedenfalls hat die Entscheidung, die den Athleten mitgeteilt wurde, vorerst ihre Endgültigkeit verloren. „Das laufende Verfahren liegt jetzt dem Vorstand vor“, erklärt Rüdiger Sauer heute, der als Referent Veranstaltungen Beach-Volleyball beim DVV mit im Beach-Volleyball Ausschuss saß, als die Entscheidung über den Sonderantrag getroffen wurde. Der BVA stimmte dagegen, weil das Regelwerk vorgibt, dass ein Team mindestens zwei Turniere der smart beach tour oder einer höherwertigen Turnierserie gemeinsam gespielt haben muss, um bei der Deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand dabei sein zu dürfen.

Während Walkenhorsts Ex-Partner Stefan Windscheif gerade mit seinem neuen Partner Sebastian Fuchs beim Grand Slam in Olszytn den zweiten gemeinsamen Einsatz hat, spielte Walkenhorst lediglich ein CEV-Turnier mit Clemens Wickler. Da es für den Sonderfall einer Teamtrennung keine klaren Regularien gibt, gab der BVA den Fall mit seiner Empfehlung an den Vorstand des Verbandes weiter - der überstimmte sein Gremium nicht, was den Athleten so mitgeteilt wurde. Dass es nun weiter offen ist, ob Kaczmarek und Walkenhorst starten dürfen, liegt wohl daran, dass in der Kürze der Zeit nicht alle Vorstandsmitglieder abgestimmt hatten.


Auch andere Teams in Wartestellung

Bis spätestens Dienstag will der achtköpfige DVV-Vorstand über den Fall entscheiden, ein Mehrheitsbeschluss ist dabei notwendig - in Präsident Thomas Krohne, den Vize-Präsidenten Andreas Künkler und Hubert Martens sowie Generalsekretär Jörg Ziegler gelten zumindest vier davon als Beach-Volleyball-affin. Der Ausgang des Beschlusses scheint dennoch offen, denn die vertrakte Situation brachte BVA-Mitglied Rüdiger Sauer schon am Mittwoch in einem Statement auf den Punkt, als er die BVA-Empfehlung erläuterte: „Das war eine schwierige Entscheidung - viele aus dem Ausschuss kennen die Spieler persönlich und aus sportlicher Sicht müssten beide eigentlich dabei sein. Wir mussten uns aber an das Regelwerk halten“, so Sauer.

Außerdem sah sich der BVA noch mit einem weiteren Problem konfrontiert: „Machen wir eine Ausnahme, sehen wir die Gefahr, dass da in Zukunft eine Antragsflut kommt. Der Sport lebt nun mal von den Regeln“, erklärte Sauer weiter. Auch schloss er nicht aus, dass in Zukunft die Durchführungsbestimmungen um eine weitere Passage erweitert werden könnten. „Man lernt ja aus den Fällen und versucht, das Regelwerk auch zu erweitern. Aber in der Saison daran etwas zu ändern, das ist schwierig.“ Davon haben Kaczmarek/Walkenhorst erst einmal nichts, sie müssen warten, wie entschieden wird - genauso im Übrigen wie die Teams Betzien/Schneider und Rudolf/Wernitz, von denen eins durch eine Entscheidung Pro Kaczmarek/Walkenhorst noch aus dem Starterfeld rausfallen könnte.

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