Deutsche Nachwuchsduos wollen bei U18 EM stark aufspielen

Junioren

Die deutschen Teams, die Trainer, der Turnierort und die Geschichte: Was du für die Europameisterschaft der unter 18-Jährigen wissen musst.

Zwei Teams für Deutschland

Die U18-Europameisterschaften in Baden, Österreich setzen den Startschuss für die internationalen Jugendturniere des Jahres 2019. Jeweils 32 Männer- und Frauenteams der Jahrgänge 2002 und jünger treffen hier aufeinander, um die Titel der Europameister auszuspielen. Die deutsche Delegation reist mit Elea Beutel/Paula Schürholz und Leon Meier/Lui Wüst an – sie werden in Baden die deutschen Farben vertreten.

Das Frauen-Team: Elea Beutel/Paula Schürholz

Vorweg: Das Team Elea Beutel und Paula Schürholz ist eine Interimslösung. Schürholz wurde ursprünglich zusammen mit Tessa Hassenstein für die EM nominiert, Hassenstein kugelte sich allerdings am vergangenen Wochenende beim Training den Daumen aus und wurde von den Ärzten für spielunfähig erklärt. Und so nominierten die Trainer kurzfristig Elena Beutel nach. Beutel, die als Blockspielerin im Team agieren wird, spielt in der Halle beim SC Potsdam und kann als jüngerer Jahrgang (2003) auch noch nächstes Jahr bei den unter 18-Jährigen antreten. Paula Schürholz hat in diesem Jahr ihr Abitur abgeschlossen und wird nach der EM an den OSP Stuttgart wechseln, um dort unter Jörg Ahmann zu trainieren. Ihre größte Stärke ist ihre Schnelligkeit in der Abwehr.

Schürholz sagt voller Vorfreude: „Ich freue mich auf das Event, die Erfahrung sammeln zu dürfen, natürlich die Klamotten, empfinde es aber auch als Ehre, für mein eigenes Land spielen zu dürfen und auf andere Nationen zu treffen. Mein Ziel ist eigentlich meine Leistung aus dem Training ins Spiel zu bringen und da nicht unter meinem Niveau zu spielen. Mein Traum ist eine Medaille.“

Klare Favoritinnen im Frauenturnier sind die Russinnen Bocharova/Gaudina. Mariia Bocharova zählt zu den größten Überfliegerinnen im weiblichen Nachwuchs Beach-Volleyball. Mit Maria Voronina hat sie bereits viele Nachwuchsturniere in den älteren Jahrgängen (u.a. die Youth Olympic Games 2018) gewonnen und im selben Jahr bereits an der Europameisterschaft der Erwachsenen teilgenommen.

Übrigens: Einen der wenigen Titel, die sie nicht gewinnen konnte, war die U18 EM im letzten Jahr, als sie dem deutschen Duo Svenja Müller/Lea Kunst im Endspiel unterlag. Der Rest des Teilnehmerfeldes ist unbekannt; es bleibt abzuwarten, ob die beiden deutschen Talente ihren Traum zur Realität machen können.

Das Männer-Team: Leon Meier/Lui Wüst

Die Nominierung des Herrenteams Leon Meier/Lui Wüst stand bereits vor Beginn der Saison fest. Leon Meier, der in Friedrichshafen in der Halle trainiert, ist der einzige der deutschen Athleten mit internationaler Erfahrung. Bereits im vergangenen Jahr belegte er mit Simon Pfretzschner bei der U18 EM in Brünn den fünften Platz. Lui Wüst, der in Berlin unter Herren-Nachwuchstrainer Kay Matysik trainiert, gilt nach dem derzeit am Knie verletzten Pfretzschner als das größte deutsche Abwehrtalent seines Jahrgangs.

Seit Anfang Mai bereiten sich Meier und Wüst zusammen auf die EM vor – dafür bekamen sie zwei Wildcards für die Techniker Beach Tour, bei der sie trotz zweimal Platz 13 einen guten Eindruck hinterließen. Am vergangenen Wochenende gewannen sie zudem ein Turnier der U20 MEVZA (Mitteleuropäische Volleyball-Liga) im slowenischen Novo Mesto.

Lui Wüst sagt im Hinblick auf die EM: „Ich freue mich auf das Erlebnis. Es ist bestimmt nochmal etwas Anderes, ein internationales Turnier zu spielen als eine Jugend DM. Außerdem ist es cool, Deutschland zu vertreten. Leon und ich haben uns kein festes Ergebnis als Ziel vorgenommen, da wir die Stärke der anderen Teams nicht kennen. Wir werden uns zunächst darauf konzentrieren, unser bestes Volleyball zu spielen und dann gucken wir, was geht.“

Im international eher unbekannten Männerfeld gibt es einen Namen, der den Beach-Volleyball-Kennern bekannt ist: Für Norwegen startet Matthias Mol, der jüngere Bruder von Anders Mol, der aktuell zusammen mit Christian Sorum den ersten Platz in der Weltrangliste belegt. Die Trainer sind sich sicher: Wenn die beiden deutschen Jungs ihr Können abrufen, ist ihnen sicherlich eine gute Platzierung zuzutrauen.

Das Trainerteam

Betreut werden die beiden Duos vor Ort von Alexander Prietzel, Leonard Waligora und Tobias Rex. Besonders für Prietzel wird die EM in Baden ein besonderes Turnier sein, da es sein erstes Turnier als deutscher Nachwuchstrainer ist und gleich in seinem Heimatland stattfindet. Der Österreicher schildert seine Erwartungen: „Ein wichtiges Ziel für das Turnier ist, dass stets unsere eigene Leistung im Vordergrund steht. Natürlich ist es auch unser Ziel, die Gruppenphase gut abzuschließen und die K.o.-Runde zu erreichen. Ab da beginnt dann eigentlich ein neues Turnier.“

Turnierort

Prietzel berichtet: „Baden ist eine kleine, schöne Stadt bei Wien. Seit 15 Jahren werden hier internationale Beach-Volleyball Turniere ausgerichtet, zuletzt das FIVB 1-Star am vergangenen Wochenende. Das Strandbad ist ein extrem schönes Ambiente und der Center Court birgt Platz für 2.000 Zuschauer. Als U18-Spieler vor 2.000 Volleyball-begeisterten Zuschauern zu spielen, ist etwas sehr Besonderes und kann die Athleten sicherlich motivieren, weiter im Leistungssport zu bleiben.“

Spielmodus

Beide Teams beginnen am Donnerstag in der Gruppenphase. Es gibt acht Gruppen, die bis Freitag ausgespielt werden. Die ersten drei Team der Gruppen qualifizieren sich für die nächste Runde. Hier werden dann im Single-Out-Modus am Samstag die Round of 24, das Achtelfinale und Viertelfinale, am Sonntag das Halbfinale und Finale gespielt.

Geschichte

Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren bei den U18-Europameisterschaften häufig sehr gut verkauft. In den letzten fünf Jahren wurden sogar vier Europameistertitel geholt: 2014 siegten Leonie Klinke/Lena Ottens und Julius Thole/Sven Winter, 2016 Robin Sowa/Lukas Pfretzschner und 2018 Svenja Müller/Lea Kunst. Alles Namen, die mittlerweile bekannt im deutschen Beach-Volleyball sind. Und wer weiß: Vielleicht sind in einigen Jahren auch die Namen Beutel, Schürholz, Meier und Wüst keine Unbekannten mehr.

→ Alle Infos zur U18-Europameisterschaft 2019

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