Die „Beach-Omi” greift wieder an – Tatjana Zautys will es noch einmal wissen

Techniker Beach Tour

Mit 39 Jahren ist sie die älteste Spielerin der Tour, doch die wirkt wie ein Jungbrunnen: Tatjana Zautys genießt Center Court-Atmosphäre und träumt von der zehnten DM-Teilnahme

Als sich am Donnerstag abend Tatjana Zautys und Frank Ehrich am Rande der Aufbauarbeiten am Zinnowitzer Sportstrand trafen, flachsten die beiden „Alt-Profis” der Techniker Beach Tour miteinander. Zautys, die Spielerin, die seit 2004 mitmischt, fragte Ehrich, den Veranstalter und einer der Urväter der deutschen Serien: „Sag mal, Frankie, ich könnte doch als Ballroller auf dem Center Court eingesetzt werden, dann kann ich diese Atmosphäre mal wieder genießen.” Ehrich hätte ihr gern den Wunsch erfüllt. Aber was beide zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnten: Nicht ganze 48 Stunden später hatte sich Tatjana Zautys mit Partnerin Lisa Arnhold sportlich den Weg geebnet, auf dem Center Court spielen zu können. Im Achtelfinale trafen sie auf Christine Aulenbrock und Sandra Ferger, und sie hatten sogar ab 14:12 bis zum 17:16 vier Matchbälle. Doch am Ende hieß es 16:18 gegen sie, was Platz neun bei der siebten Station der Tour 2019 bedeutet.

Gänsehaut beim Gedanken an die DM 2017

Tatjana Zautys kennt die Stimmung auf dem Center Court bestens, zuletzt stand sie auf einem solchen 2017 gegen Laboureur/Sude im Finale der Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand und gewann Silber. Danach sagte sie Tschüss: „Einen besseren Zeitpunkt konnte es nicht gegen, ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich an die DM denke.” Und: „Ich hatte das Glück, über all die Jahre mein Hobby zum Beruf machen zu können, ich möchte die Zeit nicht missen.”

Andere Dinge rückten erst einmal in den Fokus: Hausbau mit Ehemann Markus in Schondorf, der Job im Marketing der Firma ROS Deutschland, alles abseits vom Sport. Volleyball gab es nur noch in der Hobby-Mixed-Mannschaft beim SV Winnenden Krutzkamboo. Krutzkamboo ist eine vereinseigene Wortschöpfung, quasi die eingedeutschte Version eines spanischen Bieres, „weil wir eine sehr feuchtfröhliche Truppe sind.”

Wenn die Sehnsucht wieder da ist

Aber ohne Beachen in der Spitze hielt sie es nur anderthalb Jahre aus, „dann merkte ich, dass mir was fehlt.” Ohne den Sport und ohne seine emotionalen Momente, die sie dort erfahren hat, wollte sie nicht mehr sein. Zu dem Zeitpunkt, als sie sich entschloss, wieder einzusteigen, waren alle Wunschpartnerinnen längst vergeben und „ich wollte mich nicht irgendwo reinzicken”. Jetzt spielt sie mit Partnerinnen, die auch noch jemanden an ihrer Seite suchen und kurzfristig frei waren. In Fehmarn landete sie mit Caroline Eggert auf Rang 13, in Zinnowitz mit Lisa Arnhold auf neun und in Kühlungsborn wird sie mit Sandra Ferger spielen.

Mit 39 Jahren ist sie die Omi der Tour: „Die auf der anderen Seite sind zusammen manchmal nicht so alt wie ich allein.” Aber es gilt das Motto: „Man ist nur so alt, wie man sich fühlt.” Und Tatjana Zautys scheint in einen Jungbrunnen gesprungen zu sein.

Nicht alles hat sich zum Guten verändert

Neun Deutsche Meisterschaften hat sie erlebt, 2016 Platz vier, ein Jahr später Silber zum Abschluss. Die meiste Zeit hat sie mit vier Partnerinnen verbracht: Stefanie Lammers, Leonie Müller, Melanie Gernert und Claudia Lehmann. Angefangen hat es mit Lammers, die sie zu Zweitligazeiten in der Halle in Sinsheim zum Strand geschleppt hat. „Es ist ganz viel Wert, sich zu gut zu verstehen”, sagt sie, „das ist etwas, was viele Bundestrainer noch nicht verstanden haben.” Zumindest bei jungen Spielerinnen auf der deutschen Tour merkt sie immer wieder, dass „die ihre Wohlfühlzonen brauchen und das wird oft vernachlässigt.” Mit der Maschinerie, die heute hinter vielen Teams steckt, und dem Einpressen in Sichtungs- und Zentralisierungsstrukturen, ist sie nicht einverstanden. „Klar, als junger Spieler muss ich mich diesem System anpassen und auf die Bundestrainer hören, sonst ist man schneller raus als man gucken kann.” Aber es ist und war nie ihr Ding: „Ich konnte immer meinen eigenen Weg gehen, auch, weil ich schon immer zu alt war.” Am Strand war ohnehin Selbständigkeit angesagt, alles muss selbst organisiert werden. Einen Trainer, den sie bezahlen konnte, hatte sie nie. „Es war auch immer von Vorteil, alles selbst entscheiden zu können.”

Anders als in der Halle, wo alles geregelt und vorgegeben ist. Zautys spielte in der Halle als Außenangreiferin in Sinsheim, Leverkusen, Münster, Stuttgart und Vilsbiburg. „Eigentlich habe ich nur positive Erinnerungen an die Zeit, bis auf das eine Jahr in Vilsbiburg, da gab es viel Mobbing von Trainerseite her, das hat keinen Spaß gemacht.” Am Ende hatten Anwälte das Wort, um die vertragliche Verknüpfung aufzulösen.

Schon jetzt Bock auf die nächste Saison

Mit 30 war sie in der Saison 2009/2010 Topscorerin der Bundesliga und erhielt 2010 eine Einladung zur Nationalmannschaft. „Laut statistischen Werten hatte ich die Nase vorn, aber am Ende hat sich Bundestrainer Giovanni Guidetti für eine jüngere Spielerin entschieden.” Das Los der frühen Geburt. Es war trotzdem ein schöner Sommer, sie hat viel erlebt, viele Orte gesehen, an die sie jetzt nicht mehr kommt. Jetzt heißen die Stationen Fehmarn, Zinnowitz, Kühlungsborn, mit Blick in die Zukunft: „Ich habe große Lust, nächstes Jahr wieder richtig einzusteigen.” Mit wem ist offen: „Wenn Kira Walkenhorst wieder einsteigt, dreht sich erneut das Personalkarussell, wer weiß, was sich dann ergibt.” Vielleicht reicht es dann auch zur zehnten Runde bei den Deutschen Meisterschaften. Notfalls auch als Ballrollerin…

 

 

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