„Die beste WM aller Zeiten”

WM 2019: Fazit

Zehn Tage Beach-Volleyball in Hamburg hat seine Spuren hinterlassen: Weil die Weltmeisterschaft so gut lief, wird bereits über das nächste Major-Turnier 2020 verhandelt.

1,3 Millionen TV-Zuschauer sehen Thole/Wickler-Endspiel

Schon am ersten Wochenende der Beach-Volleyball Weltmeisterschaften 2019 war für Hannes Jagerhofer klar: „Der Papst wird boxen.” Da hatte sich der Chef der Beach Majors GmbH über den ersten Ansturm auf das WM-Gelände am Hamburger Rothenbaum-Stadion gefreut. Sieben Tage später klang sein Fazit eindeutig: „Das war die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten.” Und das sagt der Mann, der vor zwei Jahren in seinem Heimatland Österreich auf der Wiener Donauinsel eine überaus erfolgreiche WM organisiert hatte.

Noch unter der Woche hatten Fernsehleute wie Martin Hüsener vom ZDF ihre Bedenken gehabt, als ein deutsches Team nach dem anderen ausgeschieden war: „Wenn das so weitergeht und wir am Wochenende nur noch internationale Teams im Turnier haben, wird uns sicher die Übertragungszeit gekürzt.” Doch dann kam die Thole/Wickler-Show, die alles übertraf, die bis zum letzten Ballwechsel überhaupt dieser WM zu einem außergewöhnlichen Glanz verhalf.

„Die Jungs sind ein Geschenk des Himmels”, so Jagerhofer, sprichwörtlich alle Welt riss sich um die beiden Hamburger Helden. Die WM wurde nicht nur in Deutschland von nahezu allen TV-Sendern übertragen; weltweit wurde das Event in 75 Ländern gezeigt, in 25 davon liefen Live-Bilder, sogar in den USA zeigte NBC Bilder. „Allein in Norwegen hatten die Beach-Übertragungen einen Marktanteil von 40 Prozent”, sagt Jagerhofer. In Deutschland übertrug die ARD das Endspiel gestern live, 1,3 Millionen Menschen schalteten ein und sorgten für einen Marktanteil von 9,8 Prozent.

Was natürlich auch an den jungen Stars Mol/Sorum und Thole/Wickler lag. Die Weltranglistenersten und die WM-Zweiten aus Deutschland sind für Jagerhofer die Teams, „die die nächsten Jahre alles dominieren werden, so sie denn gesund bleiben.”

Hamburg 2020: Die Verhandlungen laufen

Der Geschäftsmann ist guter Dinge, den Erfolg der 12. Titelkämpfe weiter nutzen zu können. Mit den Verantwortlichen der Hansestadt wird bereits über die nächste Austragung eines Majors im Sommer 2020 verhandelt. Mitte August soll ein Abschluss erzielt sein, Termin könnte der Zeitraum 23. bis 29. Juni werden.

Jagerhofer war vor fünf Jahren angetreten, seine Major Series weltweit aufzubauen. Inzwischen zählen Hamburg, das Turnier in Gstaad, das in dieser Woche beginnt, und Wien zum festen Kern seiner Tour. „Ich bin guter Dinge, dass wir die Vermarktung weiter vorantreiben können”, sagt er.

Kira Walkenhorst: „Irre, was hier abgeht“

Im Gespräch sind wieder Fort Lauderdale an der Südostküste Floridas und Prag als Austragungsorte. Es ist ihm inzwischen lieber, in einer Stadt wie Hamburg zu spielen als an der Copacabana in Rio de Janeiro: „Da hast Du leider Fans, die die Gästeteams auspfeifen, und Du brauchst auch mehr Aufbauzeiten.”

In Hamburg freute er sich über den hohen Stellenwert des Fairplay unter den Fans: „Es gibt weltweit keine Stadt, wo das Publikum eine so hohe Beach-Affinität hat.” Die DJ’s mussten auch nur wenige Töne durch die Beschallungsanlage jagen und die Fans wussten, welcher Move als nächstes angesagt war.

Kira Walkenhorst, Olympiasiegerin und Weltmeisterin, hatte jahrelang die Atmosphäre auf dem Court erlebt: „Da hörst und spürst Du natürlich, was im Stadion los ist, aber Du nimmst es nicht komplett wahr.” Sie musste sich ja auch immer auf das Spiel fokussieren. Jetzt saß sie auf einem der Presseplätze hoch oben unter dem Dach des Tennisstadions und bekam ein völlig anderes Gefühl zu spüren: „Das ist ja irre, was hier abgeht.”

Sind leichtbekleidete Tänzerinnen noch zeitgemäß?

Einen Kritikpunkt gab es unter der Woche trotzdem, als sich auch Merita Berntsen Mol, Mutter von Anders Mol, über die leichtbekleideten Tänzerinnen beklagte: „Ich finde, dass wir schon weit über den Punkt mit den Tänzerinnen hinaus sein müssten”, wurde sie in einer Meldung zitiert, und weiter: „Wir haben 2019. Und mit den vielen Fällen von #metoo und der Diskriminierung von Frauen, finde ich das völlig falsch.”

Jagerhofer verweist darauf, „dass der Sport vom Strand kommt”: „Alle Indikatoren wie Spaß, Bikinis und Lifestyle haben wir von dort aus mitgenommen. Am Strand stößt sich auch keiner daran.” Er hat aber die Kritik gehört und regt ein Nachdenken an: „Wir wollen nicht, dass es provozierend wirkt. Es tut mir leid, wenn es anders wahrgenommen wurde. Das stößt bei mir nicht auf taube Ohren. Wir werden über Alternativen nachdenken.” 

Noch funktionierte in Hamburg die altbekannte Form mit Partystimmung pur. Für DVV-Präsident René Hecht war sie ein Leuchtturm im Sportkalender: „Davon brauchen wir mehr, die tun unserem Sport sehr gut.” Im Übrigen zeigen die Entwicklungen der vergangenen Jahre: Mit der Ausrichtung einer WM scheint ein Platz auf den Medaillenrängen garantiert. 2015 wurden die Niederländer Nummerdor/Varenhorst in Den Haag Zweite, 2017 die Österreicher Doppler/Horst in Wien und jetzt in Hamburg gab es Silber für zwei Hamburger Jungs. Die nächste Weltmeisterschaft 2021 wird in Italiens Hauptstadt Rom ausgetragen.

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