Die Einstellung gewinnt

Beach International

Drei der letzten vier Turniere, an denen sie teilgenommen haben, haben Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen gewonnen. Pünktlich zur Europameisterschaft im eigenen Land finden die Niederländer zu alter Form zurück.

Mit anderer Einstellung zum Sieg

Jeder Sportler setzt sich Ziele. Kurz-, mittel- und langfristige Vorsätze sollen nicht nur dabei helfen, das Training optimal zu steuern, auch für die Motivation sind sie essentiell. Nach großen Erfolgen werden sie meist angepasst. So auch bei Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen, die kürzlich beim Podcast „Sandcast“ zu Gast waren.

„Vor Olympia war immer das Ziel, mindestens ins Halbfinale zu kommen und Medaillen zu holen. 2020 wollen wir aber Gold. Und um dort Gold zu gewinnen, ist es wichtig, auch vorher schon Turniere gewonnen zu haben. Damit man lernt, wie es ist mit der Einstellung heran zu gehen, dass man hier ist, um zu gewinnen“, sagt Brouwer, der gemeinsam mit seinem Partner 2016 die Bronzemedaille in Rio de Janeiro gewann.

Wie es ist ein Turnier zu gewinnen, erfuhr das Duo erst vor kurzem einmal mehr: 22 Jahre nach dem letzten europäischen Gold auf US-amerikanischem Boden gelang es mit Brouwer/Meeuwsen in Huntington Beach erstmals wieder einem europäischen Team, ganz oben auf dem Podium zu stehen. 2018 stehen damit bereits drei Turniersiege zu Buche, dazu kommt ein dritter Platz beim Indoor-Event in Den Haag sowie Platz fünf beim Fort Lauderdale Major. Eine Bilanz, die sie auf Platz drei der Weltrangliste katapultiert hat.

Das eigene Idol in einem Bereich übertrumpft

Mit rund 150.000 registrierten Volleyball-Spielern kommt die Sportart in den Niederlanden Brouwer zufolge erst an sechster Stelle. Sportarten wie Feldhockey oder Fußball liegen in der Gunst des Volkes deutlich höher. Was die Holländer aber nicht davon abgehalten hat, 2015 eine Weltmeisterschaft auszurichten, die für ihre Stimmung (und das sensationelle Endspiel) wohl in die Geschichte eingehen wird. 

Mit Christiaan Varenhorst und Reinder Nummerdor standen damals zwei Lokalmatadoren im Finale und begeisterten das Publikum. Nummerdor, der mittlerweile seine Karriere beendet hat, war für beide Spieler das große Vorbild ihrer Jugend. Die Liste der Erfolge des heute 41-Jährigen ist lang, in einem sind Brouwer und Meeuwsen ihrem Idol aber jetzt schon voraus. 2013 gewannen sie völlig überraschend den Weltmeistertitel – nachdem sie erst zwei Jahre zuvor zum ersten Mal überhaupt auf der internationalen Tour gespielt hatten. 

“Während des Turniers war uns nie klar, dass wir das wirklich gewinnen können. Das war wahrscheinlich das Gute daran, dass das unser erstes Event dieser Größe war. Die Erwartungen sind niedrig, du kannst dich nur auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Und das ist das Spiel“, erinnert sich Meeuwsen zurück. 

In Gutem wie im Schlechten

Vor der Weltmeisterschaft stand das Duo nicht einmal im Viertelfinale, auch im Anschluss lief es nicht rund. Die Partnerschaft zu beenden, war für beide trotzdem nie eine Option: „Für uns war klar, dass wir an uns als Team arbeiten müssen, anstatt den einfachen Weg zu gehen und den Partner zu wechseln. Es ist eine Herausforderung, auch in schlechten Momenten zusammen zu bleiben. Aber daraus geht man gestärkt hervor“, erklärt Brouwer.

Seit 2011 spielt das Team nun zusammen, bestritt insgesamt 95 Turniere gemeinsam. Eine Seltenheit im Profisport. Bisher hat sich das ausgezahlt, insgesamt sechs Mal holte das Team bereits Gold auf der World Tour, 65 Mal standen sie unter den Top10 eines Events. Neben dem WM-Titel ist die Bronzemedaille von Rio ihr bisher größter Erfolg. Das Spiel um Platz drei bezeichnen sie noch heute als das „mental schwierigste Spiel meiner Profi-Karriere“ (Brouwer). „Ein vierter Platz bei Olympia ist nichts. Es macht einen großen Unterschied, ob man dieses letzte Spiel gewinnt“, sagt Meeuwsen.

Niederländischer Power-Volleyball

Mit 1,98 Meter und 2,07 Meter gehören Brouwer/Meeuwsen zu den größten Teams auf der World Tour. Sie leben von ihren starken Aufschlägen und harten Angriffen. Kurze Bälle sind eine Seltenheit in dem Spiel der Holländer, sie werden nur zur Abwechslung eingesetzt. In den Räumlichkeiten ihres Stützpunktes in Den Haag, wo das Duo wie alle anderen niederländischen Nationalteams auch trainiert, befindet sich eine gut genutzte Aufschlagmaschine, die bei der Annahme auch von schwierigsten Bällen helfen soll. 

Weil die Aufschläge wie die des Brasilianers Evandro immer härter werden, verändert sich die Sportart. „Deswegen sieht man auch immer mehr Teams, in dem beide Spieler groß sind. Es kann reichen, einen starken Aufschlagsspieler und einen großen Blocker zu haben, um ein Spiel zu gewinnen“, sagt Brouwer, der 2017 zum besten Angreifer der World Tour ausgezeichnet wurde.

Dem Trend zum größeren und schnelleren Spiel versuchen vor allem die Polen Kantor/Losiak entgegenzuwirken, die das Spiel mit variablen Pässen zu ihren Gunsten verändern wollen. „Unsere Stärken liegen aber woanders. Es wäre wahrscheinlich nicht besonders klug, unser Spiel so umzustellen. Für die anderen Teams ist es aber ein guter Weg, etwas zu experimentieren“, ergänzt Meeuwsen.

Bei den Herren ist das Feld sehr ausgeglichen, jedem der Top8-Teams ist immer ein Turniersieg zuzutrauen. Fünf der ersten acht Duos in der Weltrangliste kommen aus Europa. Auch bei der Heim-Europameisterschaft im Juli ist also für Konkurrenz gesorgt. Aber Brouwer/Meeuwsen wissen ja jetzt, wie es ist, ein Turnier zu gewinnen.

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