Die Klagenfurt-Kopie

World Tour Final - Fort Lauderdale, USA

Hannes Jagerhofer trat mit dem Ziel an, Beach-Volleyball auf ein neues Level zu heben. Das World Tour Finale in Fort Lauderdale ist dabei Höhepunkt der neu geschaffenen Major Series. Doch Jagerhofer selbst ist skeptisch, ob das Konzept auch in den USA aufgeht.

100.000 US-Dollar - so viel gab es noch nie

Hannes Jagerhofer versucht mal wieder, sich selbst zu übertreffen. In Fort Lauderdale, dem sogenannten Venedig Amerikas, veranstaltet der Österreicher in diesem Jahr zum ersten Mal das FIVB World Tour Finale, das den Höhepunkt der internationalen Turnierserie darstellt. Im Februar stellte Jagerhofer, CEO der Beach Majors Company, zusammen mit FIVB-Präsident Ary Graca und Partner Swatch die neue Major Serie vor, die sich von den übrigen Grand Slams der World Tour abheben soll. Nach den Stationen Porec, Stavanger und Gstaad soll die Serie nun mit dem ersten World Tour Final, das von Dienstag bis Sonntag in US-Amerikanischen Bundesstaat Florida stattfindet, ihren spektakulären Abschluss finden.

Für die zwanzig besten Teams der Welt geht es um insgesamt eine halbe Million US-Dollar, die Siegerteams erhalten jeweils 100.000 US-Dollar – so ein hohes Preisgeld gab es noch nie. Nur die punktbesten acht Duos der Rangliste (jeweils Männer und Frauen) haben sich qualifiziert, wobei nicht mehr als zwei Teams der gleichen Nationen teilnehmen dürfen. Mit dabei sind aus deutscher Sicht Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sowie Chantal Laboureur und Julia Sude. Bei den Männern gibt es keine deutschen Vertreter, auch nicht unter den zwei Wild Cards, die der Veranstalter pro Geschlecht austeilte. 


Ausgestattet mit Tankgutscheinen

Jagerhofer trat mit dem Ziel an, das erfolgreiche Konzept des populären Turnierortes Klagenfurt um den Globus zu transportieren und Beach-Volleyball auf ein neues Level zu heben. Bislang ist das gut gelungen, vor allem der neue Standort in Porec in Kroatien kam bei Spielern und Besuchern gut an.

Dort konnte Jagerhofer allerdings auch vieles aus Klagenfurt importieren, angefangen beim Stadion bis hin zu den Besuchern, die der umtriebige Geschäftsmann mit Benzingutscheinen aus dem nur wenige hundert Kilometer entfernten Österreich ins Nachbarland lockte. Auch an die Küste Floridas wollte er die Botschafter aus Österreich transportieren, damit sie auf den Rängen des 4.000 Besucher fassenden Stadions für Stimmung sorgen. Doch aufgrund der Entfernung wird das dieses Mal nicht so einfach sein. Insgesamt werden 30.000 Besucher für die Laufzeit der Veranstaltung erwartet, doch Jagerhofer ist skeptisch: „Ich kann überhaupt keine Prognosen abgeben, wie es laufen wird“, sagt er.


Die Unterhaltung muss stimmen

Bislang lief nicht alles nach Plan. Um die Besucher bestmöglich zu unterhalten, vergab Jagerhofer zum Beispiel eine Wild Card an Adrian Carambula und Alex Ranghieri. Die beiden Italiener, die gerade erst Gold beim CEV Masters in Mailand gewannen, sind bekannt für ihre spektakuläre Spielweise. Die Skyballl-Aufschläge von Carambula entzücken seit Monaten die Beach-Volleyball-Fans. In Fort Lauderdale wird es aber nicht dazu kommen. Carambula, der in den USA geboren wurde, nun aber die italienische Staatsbürgerschaft besitzt (> weiterlesen), bekommt kein Visum für seine alte Heimat. Stattdessen kommt nun das italienische Duo Daniele Lupo und Paolo Nicolai nach Florida.

Schwer wiegt für den Veranstalter auch die Abwesenheit von Kerri Walsh-Jennings. Die dreifache Olympiasiegerin und populärste Beach-Volleyballerin der USA muss wegen ihrer Schulterverletzung passen. Ihre Partnerin April Ross wird mit Lauren Fendrick an den Start gehen, deren Partnerin Brooke Sweat, die aus Florida stammt, ebenfalls wegen einer gerade erst überstandenen Schulteroperation ausfällt. „Es wird hart, dort zu sitzen und zuzusehen, vielleicht gehe ich lieber gar nicht erst hin“, sagt sie. Fendrick/Ross erhielten eine Wild Card, ebenso Emily Day und Jennifer Kessy sowie Phil Dalhausser und Nick Lucena, die sich zwar nicht über die Rangliste qualifizierten, dafür aber  am vergangenen Wochenende Markus Böckermann und Lars Flüggen im Finale beim Open in Xiamen besiegten.


„Wir haben ein Problem, wenn das das Produkt hier keiner versteht“

Jagerhofer braucht die amerikanischen Stars, um das neue Produkt zu etablieren, das so anders und viel größer ist als die bekannte AVP-Tour, die amerikanische Turnierserie. Es geht auch um Businesskontakte, außerdem sind die Organisatoren darauf angewiesen, dass viele VIP-Tickets verkauft werden. „Es ist eine teure Produktion“, sagt Jagerhofer.

Das Stadion wurde extra errichtet, zudem sind die Spieler- und VIP-Bereiche hochwertig ausgestattet, hinzukommt die technische Ausrüstung mit High-Speed Cameras am Center Court für die TV-Übertragung (NBC zeigt die Finalspiele live). „Wir haben ein Problem, wenn das das Produkt hier keiner versteht“, sagt Jagerhofer. „Am Anfang konnte sich keiner vorstellen, wovon wir sprechen.“ Doch das kennt der Österreicher ja aus seiner Heimat. Zu Beginn blickten viele skeptisch auf das neue Produkt in Klagenfurt, nun strömen jährlich um die 100.000 Besucher in Kärntens Landeshauptstadt, wenn dort internationaler Beach-Volleyball gespielt wird. Nur wenn Jagerhofer sich selbst übertreffen kann, wird das Event in Fort Lauderdale funktionieren.

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