Die neue Nummer eins für Deutschland

Deutsche Meisterschaften 30.08. – 02.09.2018

Mit dem Deutschen Meistertitel in Timmendorfer Strand zeigen Julius Thole und Clemens Wickler nicht nur, dass sie derzeit Deutschlands bestes Team sind – ihr Saisonverlauf beweist auch, dass sie auf einem guten Weg in Richtung Weltspitze sind.

Wenn der WG-Partner das Bad putzen muss

Es scheint so, als habe sich Clemens Wickler vorgenommen, in der deutschen Beach-Volleyball-Szene einfach mal neue Maßstäbe zu setzen. Der jüngste Deutsche Meister ist er schon seit 2015, an diesem Wochenende ist bei seiner dritten DM-Teilnahme in Folge (2016 fiel er verletzt aus) der dritte Titel hinzugekommen: Nationalspieler Wickler holte am Sonntagmittag in der mit 6.000 Zuschauern voll besetzten Ahmann-Hager-Arena in Timmendorfer Strand an der Seite von Julius Thole DM-Gold.

Im Tiebreak gegen das Nationalteam Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms verwandelte Wickler den vierten Matchball nach einer reaktionsschnellen Abwehr und abschließende, Angriff zum 2:1 (17:21, 21:12, 17:15)-Erfolg, der dem Duo 10.000 Euro Preisgeld einbringt. „Extra-Motivation hat mir gegeben, dass ich mit meinem WG-Partner Harms die Wette hatte, dass der Verlierer das Bad putzen muss – das wollte ich natürlich vermeiden“, scherzte Thole nach dem Endspiel.

„Jetzt wollen wir uns weiterentwickeln“

Auch wenn das Endspiel kein Paradebeispiel an Souveränität war, das Turnier an sich unterstreicht die Entwicklung, die das Duo in den vergangenen Wochen gemacht hat. Gerade mal zwei Wochen ist es her, als sie beim World Tour Final – einem Event der zehn weltbesten Teams – das Turnier ihres Lebens gespielt haben und am Ende auf Rang vier landeten.

Sie waren als Weltranglisten-26. nur mit einer Wildcard ins Turnier gekommen und haben dann alle überrascht mit ihren Leistungen. „Die Erinnerung wird das ganze Leben bleiben. Wir haben unsere Außenseiterchance genutzt. Jetzt wollen wir uns weiterentwickeln“, sagt Thole.

Das Duo Wickler/Thole steht gerade mal ganz am Anfang seiner Entwicklung. Am Anfang der Saison sah es so aus, als sollte es noch eine Weile dauern, bis sie international mithalten können. Sieben aus zehn Qualifikationen auf der Weltserie, der FIVB World Tour, haben sie zwar geschafft, im Hauptfeld aber war meist nach der Vorrunde Schluss. „Das war schon eine frustrierende Phase, die vielen Reisen eine hohe Belastung, an die wir uns erst einmal gewöhnen mussten“, so Thole.

Durchbruch dank Ludwig/Walkenhorst-Psychologin

Dann aber gelang der Durchbruch, Knackpunkt war ein Turnier im tschechischen Ostrava, wie Thole erzählt: „Da haben wir in der Qualifikation den ersten Satz gegen Belgien verloren, im zweiten lagen wir hinten und ich wurde ganz schön unter Druck gesetzt. In der Auszeit haben wir dann Klartext gesprochen, das Spiel gedreht und ein richtig gutes Turnier hingelegt.“

Da besiegten sie nacheinander Top-Teams aus Holland, Kuba und Lettland und schieden erst im Viertelfinale mit Rang fünf aus. Der Knoten war geplatzt. „Wir haben vor dem Turnier das erste Mal mit Annet (Szigeti, d. Red.) zusammengearbeitet, das hat uns unheimlich geholfen.“ Die Sportpsychologin betreut auch die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst und half dem neuen Team sofort.

„Das war neu, dass wir uns Sachen so offen sagen und auch mal Kritik üben. Nur mit Lob kommst du ja nicht weiter. Die neue Art der Kommunikation musst du dir auch erstmal erarbeiten“, berichtet Thole. Bei den World Tour Finals in Hamburg haben sie schonmal dran geschnuppert, wie es ist, ganz oben mitzumischen, national sind sie derzeit unangefochten die Nummer eins.

Auf dem Weg nach oben

„Es ist noch ein langer Weg in Weltspitze. Es ist das eine, ein paar gute Spiele rauszuhauen. Viel schwieriger ist es, 15 Wochen am Stück konstant die Leistung zu bringen. Aber man sieht schon, dass es in die richtige Richtung geht“, sagt Markus Dieckmann.

Zu dem ehemaligen Weltklasse-Spieler fahren sie alle zwei Wochen und feilen unter seiner Regie in zusätzlichen Einheiten an technischen Feinheiten. „Das, was wir da machen, setzt extrem selbstständiges denken und arbeiten voraus. Ich habe ja keine lust, da den Kindergärtner zu spielen.“ Das muss er auch nicht, für ihr junges Alter sind Thole und Wickler schon erstaunlich abgeklärt.

Thole muss athletisch zulegen

„Talent ist nicht alles. Auf Talent kommt harte Arbeit. Die Motivation muss von den beiden alleine kommen. Und diese beiden haben das verstanden“, sagt Dieckmann. Und auch verinnerlicht, dass auch Turnier-Pausen zum Profi-Dasein gehören. Die ersten Turniere der World Tour im Oktober, die bereits für die Olympiaqualifikation zählen, werden sie eher nicht spielen.

Thole und Wickler gibt das die Gelegenheit, kurz abzuschalten. Und dann weiter zu arbeiten. Thole fehlt es oftmals noch an körperlicher Präsenz in Block und Wucht im Angriff, er will athletisch zulegen. Und auch Wickler wurde in der Vergangenheit von Verletzungen geplagt, die er wie 2018 erneut so gut in den Griff bekommen will.

Die vergangenen Wochen jedenfalls gaben der deutschen Beach-Volleyball-Szene einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen könnte: Der erste gemeinsame Deutsche Meistertitel war wohl nur der Anfang der neuen deutschen Nummer eins.

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