DM Timmendorfer Strand 2005 - Der Rückblick

 

Die dreizehnten Deutschen Meisterschaften boten mal wieder einmal alles, was das Herz eines echten Beach-Fans höher schlagen lässt. Begeisterte Zuschauermengen, traumhaftes Wetter an den beiden Finaltagen und ein Niveau, dass sich wahrhaft sehen lassen konnte. Bei den Herren holten Dieckmann/Reckermann den begehrten Titel, auf Seiten der Damen hatten Lahme/Müsch die Nase vorn.

Wachablösung an der Ostsee

 

Jörg Ahmann war begeistert. In vielen Jahren zuvor hatte er selbst im Finale der Deutschen Meisterschaften gestanden. In dieser Saison saß er gemütlich auf der Tribüne und hatte das sportliche Geschehen in der nach ihm und seinem Partner Axel Hager benannten Beach-Arena verfolgt. „Das Finale hatte ein unglaublich hohes Niveau“, sagte Hager im Anschluß an die Begegnung der beiden Dieckmann-Brüder und freute sich gemeinsam mit den ca. 6500 Zuschauern, die dem diesjährigen Endspiel an der Ostsee beiwohnen durften.

Das Finale hätte ein Drehbuchschreiber kaum besser inszenieren können. Am Netz standen sich die beiden top-gesetzten Teams dieses Turniers gegenüber. Hier Jonas Reckermann und sein Partner Markus Dieckmann, denen in dieser Spielzeit bis auf den Titel beim Masters-Auftakt in Hamburg sehr oft nur die Silbermedaille geblieben war, auf der Gegenseite Christoph Dieckmann und Partner Andi Scheuerpflug. Die Titelverteidiger wollten mit einem Turnsieg insbesondere Andi einen glanzvollen Abschied bereiten. Damit wurde es nichts. In einem fantastischen Drei-Satz-Finale holten sich die beiden Kölner Dieckmann/Reckermann den Titel und verwiesen das Nationalduo vom VC Olympia Berlin auf den zweiten Rang. Die Wachablösung war perfekt. "Wir haben diese Saison einige Probleme gehabt, aber dennoch eine Reihe guter Ergebnisse erzielt", sagte Jonas Reckermann nach der Finalbegegnung. "Uns hat allerdings ein großer Titel gefehlt. Und, dass es jetzt ausgerechnet hier am Timmendorfer Strand geklappt hat, macht mich überglücklich."

Ihre Gegner hatten in der Spielzeit 2005 noch einmal kräftig abgeräumt. Im letzten Profi-Jahr von Andi Scheuerpflug triumphierte das Top-Duo auf der Worldtour in Klagenfurt und Shanghai, sie holten sich den CEV-Titel in Luzern und gewannen jüngst beim letzten Masters-Turnier auf Fehmarn. Probleme ihren Trophäen-Schrank zu füllen, werden die beiden wohl nicht bekommen.

Die Bronzemedaille ging an das Duo Kay Matysik und Marcus Popp, die Marvin Polte und Thorsten Schoen auf Rang Vier verwiesen. "Es ist verdammt warm hier auf dem Centre Court und das strengt mächtig an", fasste Marcus Popp die Lage noch einmal zusammen. "Leider haben wir am Morgen nicht unser bestes Beach-Volleyball zeigen können, im kleinen Finale hat es aber besser geklappt."

 

 

 

 

Der Besuch der alten Damen

 

Sie kam, sah und siegte. Die 34-Jährige Danja Müsch hat mit ihrem Sieg bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften eine Schlussstrich unter eine fantastische Karriere gezogen, die ihres gleichen sucht. Zum fünften Mal konnte sie in ihren insgesamt zwölf Karriere-Jahren die nationale Meisterschaft für sich entscheiden. Dazu kommen drei Olympia-Teilnahmen und sagenhafte 25 Masters Siege. Zusammen mit ihrer Partnerin Susi Lahme hat die „alte Dame“ es in Timmendorf noch einmal allen gezeigt. Auch den favorisierten Hamburgerinnen Steffi Pohl und Okka Rau, die sich diesen Sommer wahrhaft in Top-Form befinden.

Ähnlich wie bei den Herren war auch das Finale der Damen eine Begegnung auf hohem Niveau. Beide Damen-Teams hatten einen Satz für sich entschieden, doch die erwartete Leistungssteigerung von Pohl/Rau blieb aus. Dafür sahen die Fans auf den Tribünen des Centre Courts etwas, was der Lahme/Müsch-Coach später als „Schaulaufen“ bezeichnet hatte. Beflügelt vom Gewinn des zweiten Durchgangs zeigten Lahme/Müsch im Tie-Break bestes Beach-Volleyball. In Windeseile hatte sich das ältere der beiden Nationalduos eine 9:5-Führung herausgespielt, während sich bei Pohl/Rau zunehmend Resignation breit machte. Bei dem Duo aus Hamburg reihte sich Fehler an Fehler und so dauerte es nicht lange, bevor Susi und Danja die Arme zum Jubeln hochreißen durften. „Der Titel ist wirklich super, zumal ich im ersten Satz wie eine Wurst gespielt habe“, sagte Susi Lahme, die sogar noch drei Jahre älter ist als Danja.

International wird man Danja Müsch nicht mehr auf den Courts sehen. "Mit dem Profi sein ist es somit auf jeden Fall vorbei, weil ich einfach mehr Zeit für die Familie haben will“, so Danja. Je nach Entwicklung der Masters Tour, behält sie sich allerdings vor, noch das ein- oder andere Mal mitzumischen. „Beach-Volleyball macht mir einfach zu viel Spaß, als das ich sofort damit aufhören könnte. Ich habe mal mit Teee Williams gesprochen, und sie hat mir gesagt, dass sie im nächsten Jahr noch keine Partnerin hat. Ich fände es durchaus schön, wenn ich ab und an mit Teee spielen könnte.“

 

 

 

Wir machen durch bis morgen früh

 

Dass im ansonsten beschaulichen Örtchen Timmendorfer Strand auch an diesem Wochenende wieder kräftig gefeiert wurde, stand außer Frage. Viele Beach-Fans reisen zum nationalen Saisonausklang quer durch die Republik und geben an der Ostsee dann Gas, dass es eine wahre Freude ist. Tagsüber wird auf dem Centre Court kräftig gesungen, nachts wird in den hiesigen Lokalen und Diskos getanzt. Die Hotel-Besitzer reiben sich die Hände. Bei den deutschen Beach-Volleyball-Meisterschaften klingelt die Kasse, wie selten im Sommer. Etwas grotesk erscheint allerdings der Name eines Hotels, dass nur etwa 30 Meter vom Veranstaltungsgelände entfernt liegt. Hotel Parkfrieden heisst es, und die Beach-Fans können sich bei diesem Namen ein Lachen nicht verkneifen. Zwar ist es friedlich hier, aber wer sich ruhige und erholsame Nächte in Parknähe erhofft hat, wird sich wohl kräftig gewundert haben.

 

 

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