Ein Abschied vom Leistungssport in Timmendorfer Strand

DM Timmendorfer Strand 31.08. - 03.09.2017

Anni Schumacher wird ihre Karriere nach den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand beenden. Und das nach eine der besten Saisons, die sie je gespielt hat. Die 29-Jährige sieht keine Perspektive mehr, was auch mit der großen nationalen Konkurrenz zu tun hat.

„Der beste Zeitpunkt, um die Karriere zu beenden“

Für einige Athleten ist die anstehende Deutsche Meisterschaft die erste überhaupt, für Anni Schumacher wird das Turnier der letzte große Auftritt im Beach-Volleyball sein. Die 29 Jahre alte Blockspielerin hat sich entschieden, nach dem Event in Timmendorfer Strand, das am Donnerstag um 17 Uhr mit der ersten Spielrunde der Frauen beginnt, mit dem Leistungssport aufzuhören.

„Es ist der beste Zeitpunkt, um die Karriere mit einem Lächeln zu beenden“, sagt Schumacher gegenüber beach-volleyball.de. Dabei haben sie und ihre Partnerin Kim Behrens eine überaus erfolgreiche Saison gespielt, derzeit steht das Duo auf Platz sechs der deutschen Rangliste. „Das war die beste Saison, die mir passieren konnte. Fast jede Woche auf dem Podest zu stehen, das war geil“, so Schumacher.

Sie und Behrens hatten die Chance, auf den Turnieren der CEV-Serie und den 1- und 2-Sterne-Events der FIVB World Tour zu starten. Und die haben sie genutzt: Bei ihren sieben internationalen Auftritten landeten sie immer im Halbfinale, sechs Mal brachten sie eine Medaille mit nach Hause. Angesichts der Ergebnisse lässt sich sagen, dass sie sich eigentlich für höhere Aufgaben empfohlen haben.

 

Die nationale Konkurrenz ist groß

„Es ist schade, weil man höher spielen könnte und sich mit besseren Team messen könnte. Aber man kommt nicht dazu“, sagt Schumacher und weiß, dass ihre Chancen gering sind, in den zentralen Beach-Volleyball-Stützpunkt des Verbandes nach Hamburg berufen zu werden. Und damit auch nur geringe Aussichten auf internationale Turnierbeteiligungen in der kommenden Saison hat.

Die nationale Konkurrenz ist groß. Deutschland hat in den Nationalspielerinnen Kira Walkenhorst, Julia Sude und Victoria Bieneck bereits hervorragende Blockspielerinnen. Und mit Europameisterin Nadja Glenzke sowie der aus der Halle in den Sand gewechselten Margareta Kozuch auch noch zwei mit enormen Entwicklungspotential.

Dazu kommen Spielerinnen wie beispielsweise die 20 Jahre junge und 1,88 Meter große Leonie Körtzinger aus Hamburg, der eine große Zukunft vorhergesagt wird. Sie dürfte in dem Projekt des Verbandes, das auf die Olympischen Spiele 2020 und 2024 ausgerichtet ist, wohl eher in Frage kommen, als die neun Jahre ältere Schumacher.


Keine Perspektive

„Wo die Perspektive von Athleten in meinem Jahrgang hingeht, ist deutlich“, sagt Schumacher und meint damit die gleichaltrige Julia Großner, die trotz Europameister-Titels nicht weiter gefördert werden wird. Es ist beinahe Ironie des Schicksals, dass sie sich mit ihrer Partnerin Kim Behrens dort auf die DM vorbereitet, wo auch eine der Ursachen ihres Karriereendes liegen: Am Olympiastützpunkt in Hamburg. Ihre letzten professionellen Trainingseinheiten im Beach-Volleyball überhaupt wird sie mit Behrens und den Europameisterinnen Julia Großner/Nadja Glenzke bestreiten.

Auf Einladung des Bundestrainers Morph Bowes trainieren sie dort, Bowes wollte möglichst viele Teams kennenlernen, erzählt Schumacher. In Hamburg will der Nationaltrainer sicherlich auch austesten, ob Schumachers Partnerin Behrens – die Abwehrspielerin wird im kommenden Monat 25 Jahre alt –  eine Option für einen Wechsel nach Hamburg ist. Die entscheidenden Gespräche wollen Bowes und Martin Olejnak, der für die Männer verantwortlich ist, bei den Deutschen Meisterschaften führen. Während sich für einige Spieler bei der DM die Zukunft erst entscheidet, ist diese für Anni Schumacher klar.


Studium und Privatleben stehen an

Ihr Psychologiestudium kann sie ohne die anfallende Trainingsbelastung in diesem Winter mit einem Diplom abschließen. Das hatte sie vor einigen Jahren in Dresden begonnen und weiter ausgeführt, auch wenn sie für den Sport zunächst nach Hamburg und dann nach Stuttgart gezogen ist. Dort lebt sie heute mit ihrem Freund, in Stuttgart will sie bleiben und auch Wurzeln schlagen.

„Hier fühlen wir uns wohl – und haben auch viel Platz zu Hause“, sagt Schumacher mit einem Grinsen. Bei ihrem Abschieds-Turnier in Timmendorfer Strand wollen sie und Behrens „das Beste zeigen, das wir können. Zu einer Medaille sage ich nicht nein. Auch wenn es wirklich darum geht, das Turnier zu genießen.“ Dann geht es in einem Leben ohne Leistungssport weiter. „Es ist kein leichter Abschied, nichts was man üben kann. Das wird eine emotionale Woche, aber ich freue mich auf alles, was danach kommt.“

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