Ein emotionaler Turniersieg

FIVB Open Antalya

Umarmt und getröstet werden musste die tschechische Star-Spielerin Marketa Slukova von ihrer Partnerin Barbora Hermannova nach dem deutlichen Finalsieg gegen Menegatti/Orsi Toth. "Ich bin sprachlos, sorry", sprach Slukova ergriffen ins Mikro der FIVB.

Überraschungssiegerinnen in Antalya

Tränen der Rührung kullerten über das hübsche Gesicht der tschechischen Nationalspielerin Marketa Slukova nach dem verwandelten Matchball in einem überraschend deutlichen Finale gegen die Italienerinnen Marta Menegatti und Viktoria Orsi Toth (21:15, 21:17). Sie war so ergriffen und zittrig, dass ihre Partnerin Barbora Hermannova ihr mit einer warmherzigen Umarmung den Halt bot. "Wir sind durch harte Zeiten gegangen und haben zusammengehalten", rang sie sich ein paar Worte gegenüber der FIVB ab, "ich bin sprachlos, sorry." Ihre Partnerin strahlte: "Wir wollten das Spiel genießen und das haben wir auch gemacht. Wir haben uns auf jeden Punkt fokussiert. Ich war einfach glücklich auf dem Feld."

Der Triumph ist für das Duo, auf welches hier wohl kaum jemand gesetzt hätte, von herausragender Bedeutung. Zwei emotionale Teamtrennungen, schwankende Ergebnisse, brisantes Duell in der Vorrunde gegen die verlassene Partnerin – damit umzugehen und gleichzeitig die Leistung auf höchstem Niveau so zu erbringen, dass man bei der ersten gemeinsamen Finalteilnahme auch gleich mit der Goldmedaille belohnt wird, all das kann schon ein paar Tränen kosten. 

Marketa Slukova war mit ihrer langjährigen Partnerin Krystina Kolocova (2006 bis 2015) das Aushängeschild des tschechischen Beach-Volleyballs. Sie gewannen 2014 den Grand Slam in Berlin und das Open im heimischen Prag. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 wurden sie Fünfte. Doch nach neun gemeinsamen Jahren lief es nicht mehr so gut. Das Star-Duo löste in dieser so bedeutenden Phase der Olympiaqualifikation die Zusammenarbeit auf. Und wenn die Star-Spielerin Slukova anruft, sagt man nicht nein, Barbora Hermannova eben auch nicht. Dass sie ihre langjährige Kollegin, mit der sie auch befreundet war, Martina Bonnerova, kurzerhand verlässt, hat sie nicht beliebter gemacht. 

Wenn sie dann, an 13 gesetzt, in einem Open-Finale gegen die an zwei gesetzten Favoritinnen Menegatti/Orsi Toth so leicht und scheinbar mühelos den deutlichen 2:0-Sieg einfahren, obwohl Slukova mit einem bandagierten linken Fußgelenk vom Aufschlag zum Block nicht durchgelaufen ist, dann kann man sich nach so viel Wandel und Unruhe sicher sein, auf dem richtigen Weg zu sein.

Deutsche Duos ohne Medaillen

Im Finale wären auch gern einige deutschen Teams – Holtwick/Semmler, Böckermann/Flüggen oder Holler/Schröder – gewesen. Doch bei der Medaillenvergabe konnte diesmal kein deutsches Tandem mitmischen. Während Holler/Schröder (5. Platz), Böckermann/Flüggen (9. Platz), Behrens/Schumacher (5. Platz), Bieneck/Großner und Mersmann/Schneider (9. Platz) noch mit einem guten Gefühl aus der Türkei abreisen können, erwischte es das Nationalduo Holtwick/Semmler besonders Dicke. Lediglich Platz 17 bei einem schlecht besetzten Open sprang bei diesem Auftritt heraus. Dabei war das deutsche Nationalduo an Nummer eins gesetzt und Anwärter auf den Turniersieg. 

"Schlechte Ergebnisse ersetzen" hatte die Devise vor dem Turnier gelautet. Doch das Duo bekleckerte sich schon in der Vorrunde nicht mit Ruhm. Gerade noch so im dritten Satz konnten die Turnierfavoriten ihre vermeintlich schwächeren Gegner in die Schranken weisen. In der ersten Runde der Single Elimination kam dann das deutliche Turnieraus gegen Teresa Mersmann/Isabel Schneider.

"Wir konnten einfach unsere Leistung nicht abrufen. Schon über das gesamte Turnier", sagt Ilka Semmler offen heraus, "die Enttäuschung ist groß. Man wünscht sich definitiv nicht so einen Abschluss. Aber damit müssen wir jetzt leben und die nächsten Wochen nutzen, um unsere Akkus wieder aufzuladen." Die Abwesenheit des Trainers Tilo Backhaus sieht sie nicht als Grund für das schlechte Abschneiden. "Wir werden die Gründe dafür jetzt teamintern bearbeiten müssen. Nächstes Jahr wird das entscheidende."

> Alle weiteren Informationen zum Turnier gibt es hier

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