Ein Viertelfinale mit Perspektive

Deutsche Meisterschaft Timmendorfer Strand - Freitag

Vieles dreht sich um Rio 2016, bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand. In Armin Dollinger/Clemens Wickler und Tim Holler/Jonas Schröder stehen sich zwei Teams im Viertelfinale gegenüber, die als Perspektivduos für Olympia 2020 gelten. Beide haben eine schwierige Phase hinter sich.

Schulterklopfer nach Sieg gegen Nationalteam

Armin Dollinger war es in letzter Zeit nicht mehr gewöhnt, so viele Schulterklopfer zu bekommen. Also unterbrach der 2,02m große Blockspieler seinen gerade eben begonnen Satz wieder, um die Gratulationen von seinen Physiotherapeuten entgegennehmen zu können. Dann sagte er: „Das ist ein gutes Gefühl, gerade nach der zuletzt schweren Zeit.“ Mehr als sieben Wochen war er wegen einer Knieverletzung zum Zuschauen verdammt, rechtzeitig zur Deutschen Meisterschaft meldete er sich mit seinem Partner Clemens Wickler zurück. Und wie.

Mit zwei Siegen zogen sie direkt ins Viertelfinale ein, in dem sie morgen Nachmittag gegen Tim Holler und Jonas Schröder spielen (14 Uhr, im Livestream). In der zweiten Runde besiegte das an Position acht gesetzte Duo die deutsche Nummer eins Jonathan Erdmann und Kay Matysik in drei Sätzen, dafür gab es zu Recht die Schulterklopfer. Damit schickten sie die größten Favoriten in die Verliererrunde und sich selbst in einen vorübergehenden Zustand des Glücks. „Er ist richtig gut zurückgekommen für so eine lange Pause“, sagt Alex Finzel. Er und Henner Rötting betreuen das Duo als Physiotherapeuten in Köln.

Kurz vor Dollingers Knieverletzung kam die Bekanntschaft zustande. „Die beiden haben eine Veränderung in diesem Bereich angestrebt und dann wurden wir ihnen empfohlen“, sagt Finzel. Das Training für Dollinger sei in den vergangenen Wochen sehr auf dessen Knieprobleme ausgerichtet gewesen. „Er hat das super gemacht. Die vergangenen Wochen waren nicht leicht für ihn. Es wurde nach den Teamtrennungen im Männerbereich viel spekuliert. So etwas ist dann mental auch nicht einfach wegzustecken“, sagt Finzel.


Ein Spiel um mehrere tausend Dollar

Auch ihre morgigen Gegner haben schwierige Wochen hinter sich. Sie blieben zwar von Verletzungen verschont, hatten dafür aber eine kleine mentale Krise. Tim Holler und Jonas Schröder flogen im August tausende Kilometer zu den Turnieren auf der Weltserie, etwas Zählbares brachten sie selten mit zurück. Beim Grand Slam im US-amerikanischen Long Beach scheiterten sie wie auch im polnischen Olsztyn in der Qualifikation, beim Open in Rio kamen sie nicht über die Gruppenphase hinaus. „Das hat uns schon belastet, mich vor allem. Die Spiele waren alle richtig knapp und in den Partien ging es auch oftmals um mehrere tausend Dollar, die man bekommt oder eben nicht“, gibt Holler zu.

Viel haben er und sein Partner investiert, sie wähnen sich auf dem Sprung ins Profigeschäft. „Wenn du dich da fest spielst, ist das auch finanziell erstmal nicht mehr so ein großes Problem. Aber da musst du erstmal hinkommen“, sagt Holler. Wie sehr sie im kommenden Jahr investieren können und werden, hängt auch von Sponsoren ab, die gefunden werden müssen. „Wir wollen beide zusammen weitermachen, sind aber, denke ich, beide nicht die Typen, die da so viel draufzahlen wollen“, so Holler. Im kommenden Jahr wollen sie sich einen hauptamtlichen Trainer leisten, mit dem noch mehr Kosten anfallen würden.

Da kommt die Bühne Deutsche Meisterschaft kommt gerade recht, auf der sie auch auf sich aufmerksam machen können. Bislang hat das mit zwei Siegen gut geklappt. „Hier können wir frei aufspielen, da spielen wir auch gleich ganz anders“, erzählt Holler. In dieser Hinsicht geht es Armin Dollinger nicht anders, der sich freut, wieder schmerzfrei aufspielen zu können. Und nicht nur von seinen Physiotherapeuten, sondern auch von seinem Trainer Markus Dieckmann gab es Schulterklopfer, zumindest verbal: „Das hat er heute richtig gut gemacht.“ Für ihn, Dollinger und Wickler stehen größere Ziele im Vordergrund, Tokio 2020 zum Beispiel. Dollinger meinte dann auch noch, dass er im kommenden Jahr mit Clemens weiterspielen werde. Allerdings fügte er mit einem Lachen hinzu: „Wobei man das bei den Männern gerade natürlich nie so sicher sagen kann.“
 

Alle Infos rund um die Deutsche Meisterschaft findet ihr in unserem DM-Special.

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